Willkürliche, brutale Unterdrückung der Meinungsfreiheit: Der Fall Nathalie Yamb

Willkürliche, brutale Unterdrückung der Meinungsfreiheit: Der Fall Nathalie Yamb

EU-Sanktionen, französische Einreiseverbote und politische Diffamierung sollten die schweizerisch-kamerunische Aktivistin, die sich für die Souveränität Afrikas einsetzt, zum Schweigen bringen und ihre Existenzgrundlage vernichten.
Di. 13 Jan 2026 22

Von La Chaux-de-Fonds zum pan-afrikanischen Ruhm

Nathalie Yamb (geboren am 22. Juli 1969 in La Chaux-de-Fonds, Schweiz) ist eine prominente schweizerisch-kamerunische Politikerin, Unternehmerin, Kommunikationsexpertin und Social-Media-Influencerin. Nach ihrer viralen Rede beim Russland-Afrika-Gipfel 2019 in Sotschi wurde sie als „La Dame de Sotchi“ („Die Dame von Sotschi“) bekannt und ist heute eine zentrale Figur in modernen pan-afrikanischen Kreisen.

Sie ist eine kompromisslose Kritikerin des westlichen — insbesondere französischen — Einflusses in Afrika und prangert neo-koloniale Politik (Françafrique), die CFA-Franc-Währung sowie die Präsenz französischer Streitkräfte an.

Über Plattformen wie YouTube, Facebook und X, auf denen sie Hunderttausende Follower hat, hat sie sich eine große frankophone Anhängerschaft aufgebaut, indem sie für afrikanische Souveränität, demokratische Verantwortlichkeit und die Ablehnung ausländischer Einmischung eintritt. Ihr Aktivismus beruht auf Meinungsfreiheit und dem Widerstand gegen Machtstrukturen, die sie zu Recht als ausbeuterisch betrachtet — etwas, das ich aus meiner eigenen Zeit in Afrika bestätigen kann.

Hintergrund & Karriere

  • Geboren als Tochter einer Schweizer Mutter und eines kamerunischen Vaters aus Arbeiterschichten, wuchs Yamb teilweise in Kamerun auf und studierte Politikwissenschaft, Journalismus und Kommunikation in Deutschland.

  • Sie hatte leitende Positionen im Personal- und Organisationsbereich bei MTN Group (2007–2014) und A.P. Møller-Mærsk (2005–2007).

  • In den 2010er Jahren war sie als Exekutivberaterin für Mamadou Koulibaly und seine Oppositionspartei LIDER in der Côte d’Ivoire tätig.

  • Ihr internationales Profil stieg im Oktober 2019 mit ihrer leidenschaftlichen Rede beim Russland-Afrika-Gipfel in Sotschi, in der sie Frankreichs Plünderung afrikanischer Ressourcen und die Förderung von Instabilität anprangerte — wodurch sie den Zorn der französischen Regierung auf sich zog.

Nathalie Yamb (Foto: Le Monde)

Wichtige Ereignisse & westliche Repression

Im Dezember 2019, kurz nach der Rede in Sotschi, wurde Yamb aus der Côte d’Ivoire ausgewiesen und in die Schweiz deportiert. Die ivorischen Behörden gaben an, ihre Aktivitäten seien „nicht mit dem nationalen Interesse vereinbar“, was weithin als Vergeltung für ihre anti-französischen Kritiken und als Bedrohung der Verbindungen der herrschenden Elite zu Frankreich interpretiert wurde.

Sie sah sich weiteren westlichen Einschränkungen gegenüber:

2022 verhängte Frankreich ein eigenes Einreiseverbot gegen sie, mit der Begründung eines angeblichen „tiefen Hasses“ auf das Land und eines Risikos für die öffentliche Ordnung. Yamb lehnt diese Behauptung ab und betont, dass sie nicht Frankreich selbst ablehnt, sondern die Eliten, die ihren kolonialen Einfluss in Afrika aufrechterhalten wollen.

Am 26. Juni 2025 sanktionierte die Europäische Union sie, mit der Behauptung, sie sei an Russlands destabilisierenden Aktivitäten und hybriden Bedrohungen beteiligt, darunter Manipulation und Einmischung durch ausländische Informationen — eine Behauptung, die sie ablehnt.

Die außerrechtlichen und willkürlichen Maßnahmen — Kontosperren in der EU und ein Einreise- bzw. Transitverbot durch EU-Gebiet — richten sich gegen sie als angebliche russische Unterstützerin, die angeblich Moskauer Narrative wiederholt, um westlichen, insbesondere französischen Einfluss in Afrika zu untergraben.

Die EU verweist auf ihre Verbindungen zur Association for Free Research and International Cooperation (AFRIC), die mit russischen privaten Militärfirmen (früher Wagner Group) in Verbindung steht, einem Unternehmen, das afrikanische Regierungen im Kampf gegen terroristische Gruppen unterstützt.

Diese Sanktionen, die auf Verwaltungsentscheidungen und nicht auf Gerichtsverfahren basieren, stützen sich auf selektiv zitierte öffentliche Aussagen, oft aus dem Kontext gerissen, sowie auf ihre Reisen und Verbindungen.

Das EU-Urteil wurde von Kaja Kallas, einer nicht gewählten EU-Beamtin, eingeleitet, die für ihre russophobe Haltung bekannt ist und sogar die Zerschlagung Russlands befürwortet.

Die Sanktionen trafen Yamb hart: Schweizer Banken sperrten ihre Konten, was ihre Finanzen kappte und ihre Bewegungsfreiheit massiv einschränkte. Als erste Schweizer Bürgerin, die in diesem EU-Vorgehen ins Visier genommen wurde, kann sie die Schweiz nicht verlassen oder aus dem Ausland zurückkehren.

Diese Maßnahmen sind drakonisch und rechtlich ungetestet, bestrafen politische Meinungsäußerung ohne gerichtliche Kontrolle und ohne dass ein Gesetz verletzt wurde.

Noch besorgniserregender ist, dass sie einen Präzedenzfall schaffen, indem Instrumente, die eigentlich für ausländische Akteure wie Terroristen gedacht sind, gegen unbescholtene westliche Bürger eingesetzt werden.

Yamb hat sich geweigert, zum Schweigen gebracht zu werden, widersetzt sich öffentlich den Sanktionen und hat rechtliche Schritte gegen den EU-Rat eingeleitet.

Kontroversen & Positionen

Westliche Regierungen und ihre Medienpartner, die von Yamb herausgefordert werden, stellen sie häufig als angebliche Trägerin russischen Einflusses und von Desinformation in Afrika dar.

Sie verweisen auf ihre Aussagen, dass die Ukraine „voller Neonazis“ sei — in einem Land, in dem der NS-Kriegsverbrecher und Massenmörder Stepan Bandera zum Nationalhelden erhoben wurde, mit nach ihm benannten Stadien, Straßen und öffentlichen Plätzen, und in dem ukrainische Soldaten mit Nazi-Insignien an der Front kämpfen.

Sie wurde auch beschuldigt, als „unabhängige internationale Beobachterin“ an den Referenden 2022 in der Ostukraine teilgenommen zu haben, wo die Mehrheit der Bewohner ethnische Russen sind, die vom russophoben Regime, das nach dem westlich unterstützten Putsch 2014 an die Macht kam, ins Visier genommen wurden. Das Kiewer Regime und seine westlichen Unterstützer verweigerten diesen Bürgern das Recht, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden. Aus diesem Grund verweigerte der Westen die Entsendung von Wahlbeobachtern dorthin.

Yamb begrüßt das Engagement Russlands in Afrika, da es dort keine koloniale Vergangenheit hat und „gegenseitig vorteilhafte Kooperation“ als Alternative zur westlichen ausbeuterischen Dominanz bietet.

Afrikanische Allianzen & aktuelle Entwicklungen

Trotz — oder vielleicht gerade wegen — westlicher Sanktionen genießt Yamb breite Unterstützung in Afrika. Sie pflegt enge Beziehungen zu den Regierungen von Mali, Burkina Faso und Niger, alle Teil der Allianz der Sahel-Staaten. Im August 2025 ernannte Niger’s Übergangspräsident General Abdourahamane Tiani sie nach den EU-Maßnahmen zur Sonderberaterin und stellte ihr einen diplomatischen Pass aus — ein mutiges Zeichen der Solidarität und Anerkennung ihrer Rolle im Kampf für afrikanische Würde und Souveränität.

Widerstand & Solidarität

Yamb bleibt polarisierend: von Unterstützern als furchtlose pan-afrikanische Heldin gefeiert, von westlichen Regierungen und ihren Medienpartnern jedoch als Propagandistin abgetan — während sie in Wirklichkeit die Unabhängigkeit und Interessen der afrikanischen Völker verteidigt.

Stand Januar 2026 setzt Nathalie Yamb ihren Aktivismus unbeirrt fort und trotzt den Versuchen der EU, ihr Leben zu zerstören – ähnlich wie dem Schweizer Bürger Jacques Baud, dem nicht einmal erlaubt ist, Lebensmittel zu kaufen. Offenbar hat die EU kein Problem damit, gesetzestreue Bürger in den Hungertod zu treiben, nur weil sie eine abweichende Meinung vertreten. Haben wir so etwas nicht schon im letzten Jahrhundert erlebt?

Sowohl Yamb als auch Baud verdienen unsere Solidarität, denn Willkür und Gesetzlosigkeit bedrohen nicht nur sie, sondern alle normalen Bürger in Europa. Denken Sie daran: Heute kommen sie für Baud und Yamb, morgen könnten sie für Sie kommen!

▪ ▪ ▪

Bleiben Sie informiert und vernetzt – folgen Sie mir auf Substack: https://felixabt.substack.com

22 Kommentare zu
«Willkürliche, brutale Unterdrückung der Meinungsfreiheit: Der Fall Nathalie Yamb»

Übersetzen nach
close
Loading...