Angriff auf den Iran – der grösste Wendepunkt der Geschichte im 21. Jahrhundert
Peter Hänseler berichtet aus Dubai, wo er wohlauf mit seiner Familie festsitzt, sich durch das Getöse im Westen nicht aus der Ruhe bringen lässt und geduldig auf den nächsten möglichen Heimflug wartet.
Einleitung
Israel und die USA haben einen Krieg gegen den Iran losgetreten, absolut grundlos. Dies sollte man sich immer vergegenwärtigen, wenn man die Aussagen von westlichen Politkern ertragen muss, welche die US-Politik verteidigen. Die dabei gezeigte zwanghafte Verbalakrobatik, um zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist, entlarvt die Schwerstkriminalität des Vorgehens. Würden die Regeln der Nürnberger Prozesse angewendet, hingen Trump, Netanjahu & Co. am Galgen – so einfach ist das.
Verfolgt man die westlichen Medien, welche die Erklärungen und Rechtfertigungen kritiklos wie unmündige Kinder in Dauerschleife nachplappern, reibt man sich die Augen: Regime-Change im Iran, Angst vor Nuklearwaffen im Iran, Angst vor der ballistischen Macht der Mullahs; Präventivschlag, da Iran Israel, ja Europa, wenn nicht sogar die USA in Kürze angegriffen hätten. Die Begründungen, welche Trump, Hegseth und Rubio von sich geben, wechseln täglich. Ein überaus deutlicher Beleg dafür, dass die USA ihre offiziellen Kriegsziele nicht erreichen können und somit permanent an die entstandene unerwartete Realität anzupassen versuchen. Das tun die genannten Herren in einer derartigen Geschwindigkeit, dass sie ihre absurd anmutenden politischen und militärischen Phantastereien nicht einmal untereinander abstimmen und sich laufend widersprechen. Selbstsicherheit sieht anders aus.
Das geht soweit, dass sich die Trump-Truppe zum gemeinsamen Gebet im Oval Office treffen.
Die israelischen Soldaten ihrerseits werden in einer Weise indoktriniert, die das Gebet im Weißen Haus als Teil eines religiösen Wahns erscheinen lassen, so berichtet Tucker Carlson.

Gebete und das Geschwätz im Westen versuchen, die wahren Ziele der Zionisten zu verdecken. Der Iran, die älteste und grösste Zivilisation von Westasien steht Israel im Wege, um Grossisrael zu erschaffen, also ein Land vom Euphrat bis zum Nil.
Die Puzzleteile liegen alle auf dem Tisch. Wir suchen sie zusammen.
Es ist unmöglich, über alle Vorkommnisse zu berichten. Von allem, was ich zusammentragen konnte, bringe ich eine Auswahl und hoffe damit ein Bild zu zeichnen, das der Realität nahekommt. Erschwerend kommen die bewusst von allen Seiten gestreuten Falschinformationen hinzu. Ich hoffe, ich konnte die Spreu vom Weizen trennen.
Keine Rechtfertigung
Der Angriff auf den Iran ist durch nichts zu rechtfertigen. Wie bereits im letzten Juni missbrauchten die Amerikaner die Verhandlungen mit den Iranern und griffen den Iran während einer Verhandlungspause an. Am Freitag, 27. Februar sagte Omans Aussenminister Badr bin Hamad Al Busaidi, er glaube, dass alle Fragen in einem Abkommen zwischen dem Iran und den USA innerhalb weniger Monate gütlich und umfassend gelöst werden könnten. Am darauffolgenden Montag wollte man weiterverhandeln, beide Seiten sprachen von Fortschritt
Mit den Amerikanern kann man nicht verhandeln. Dieses niederträchtige Verhalten der USA wird dazu führen, dass dieser Krieg bis zum bitteren Ende ausgefochten wird. Einer der in seiner Weltsicht am meisten beschränkten Politiker im Westen, Bundeskanzler Merz, sprach die Wahrheit aus, ohne es zu wollen.
«Manchmal kommt die Wahrheit heraus, wenn man einen Dummkopf sprechen lässt.»
«Ein „Dilemma“ sei das, hat Friedrich Merz (CDU) gesagt: Mit „völkerrechtlichen Schritten“ sei gegen ein iranisches Regime, das seit Jahrzehnten versuche, atomar aufzurüsten und das seine Bevölkerung „brutal unterdrückt“, nun einmal nichts auszurichten. Darum nun der militärische Angriff von Amerikanern und Israelis.»
Focus

Mit anderen Worten: Völkerrecht gilt für den Iran nicht. Manchmal kommt die Wahrheit heraus, wenn man einen Dummkopf sprechen lässt. Soviel zur Rechtfertigung des Angriffs.
Das sagte der Regierungschef des Landes, das im Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 den Irak mit völkerrechtlich geächtetem Giftgas versorgte, das gegen den Iran eingesetzt wurde.
Europa ohne Energie
Die Strasse von Hormuz ist geschlossen; der Iran – zusammen mit den Huthis – entscheiden, wer passieren wird.
Ein weiteres Genie europäischer Politik, Ursula von der Leyen, verkündete am 3. Dezember folgendes:
"This is the dawn of a new era, the era of Europe's full energy independence from Russia," European Commission President Ursula von der Leyen said after the EU reached a deal to end all EU imports of Russian gas by the end of 2027."
Ursula von der Leyen, 3 December 2025
Übersetzung:
„Dies ist der Beginn einer neuen Ära, der Ära der vollständigen Energieunabhängigkeit Europas von Russland“, sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, nachdem die EU eine Einigung über das Ende aller EU-Einfuhren von russischem Gas bis Ende 2027 erzielt hatte."
Ursula von der Leyen, 3. Dezember 2025
Am 4. März äusserte sich Präsident Putin wie folgt:
„Aber wenn sie uns in ein oder zwei Monaten sowieso ausschließen werden, dann ist es vielleicht besser, wenn wir uns jetzt zurückhalten.“
Präsident Putin, 3. März 2026
Stark betroffen vom Krieg ist China, das viel Erdgas (ca. 30%) von Katar und Öl vom Iran (12,3%) bezieht. Russland kann diese Lücke schliessen. Man muss keinen Hochschulabschluss haben, um zu erkennen, dass Europa ein ungesehenes Energieproblem haben wird – innert Wochen. Russland sitzt am längeren und Europa an keinem Hebel mehr. Deutschland, das nicht nur einmal verkündete, Russland werde immer sein Feind sein, wird unfähig sein, mit Charme im Kreml nachzufragen.
Eines der ersten Ziele der Amerikaner: Eine Primarschule für Mädchen
Eines der ersten Ziele des Angriffs am Sonntag war eine Primarschule für Mädchen. Resultat: 165 tote Kinder zwischen 7 und 12 Jahre alt. Al Jazeera berichtete, dass der Anschlag auf die iranische Mädchenschule wahrscheinlich «vorsätzlich» geführt wurde.
Die Indizien einer US-Urheberschaft für dieses jedes Maß an Menschlichkeit übersteigende Verbrechen sind inzwischen so erdrückend, dass sich die USA-Führung gezwungen sah, in einer geschlossenen Sitzung das scheinbar Undenkbare zuzugeben.

Die in Genozid durchaus geübten Israelis sind der «Meinung», dass die Iraner die Schule angegriffen hätten. Diese Aussage hat einen kleinen Schönheitsfehler: Dieser Angriff fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Iraner noch gar nicht reagierten, da es einer der ersten Angriffe war. Zum genozidalen Verhalten der Israelis siehe unser Beitrag vom vergangenen Juli «Völkermord als «Selbstverteidigung» - Westliche Medien als Mittäter beim Genozid in Gaza»
Die folgenden Fotos findet man in den westlichen Medien nicht – man möchte dem Publikum wohl die gute Laune nicht verderben.


Um die Schule herum gab es keinerlei militärische Ziele. Als ob das nicht genug ist, wurde die Schule zweimal angegriffen. Nach dem Erstschlag erfolgte ein weiterer ebenso gezielter Angriff auf dasselbe Ziel mit dem Ziel, die zu Hilfe eilenden Menschen ebenso zu vernichten.
Der Westen darf somit stolz sein. In den ersten paar Tagen brachten die Israelis und die Amerikaner über 1.000 Zivilisten im Iran um, so das Wallstreet Journal, mehr als der Krieg in der Ukraine zivile Opfer pro Jahr fordert. Ich sage ausdrücklich der Westen – der gesamte Westen, inklusive die Schweiz, unterstützt dieses Gemetzel.
Siegesgeschrei der Amerikaner
Die Israelis und die Amerikaner zeigen zahllose Aufnahmen, die belegen sollen, dass der Iran bald am Ende sei. Pete Hegseth verkündet, dass die USA gewinnen. Wenn man auch nur einen Hauch von Geschichtsbewusstsein hat, weiss man, dass Siegesgeschrei komplett wertlos und meistens eine Lüge ist. Wir verweisen auf Adolf Hitler, welcher bis kurz vor der Kapitulation im Mai 1945 «Endsieg» schrie. So etwa am 30. Januar 1945.
Hier der erregte Pete Hegseth – Siegesrausch oder Panik?
Ein paar Zahlen zum Iran
Iran ist mit über 1,5 Millionen Quadratkilometern grösser als Westeuropa (1,2 Millionen km2). Und dieses Land wollen Trump und Netanyahu durch Bombardierung neu formatieren? Israel hat eine Fläche von um die 22'200 km und ist somit 67-mal kleiner als der Iran. Rein rechnerisch sind damit iranische Angriffe auf Israel pro Schuss 67-mal konzentrierter als US/Israelische Angriffe auf den Iran. Oder anders gesagt: Wenn Iran eine Rakete auf Israel feuert, müsste Israel 67 feuern, um theoretisch dieselbe Wirkung zu erzielen. Niemand im Westen spricht darüber.
Es sei an den Jemen erinnert, nicht sehr weit vom Iran gelegen. Seit 2015 bombardieren die Amerikaner, die Saudis, die Israelis und die Briten den westlichen Teil des Jemen, ein kleines Land am Golf, wo die Huthis dem Westen erfolgreich die Stirn bieten. Die USA schickten eine Flugzeugträgergruppe, die Saudis ihre Luftwaffe. Auch die Briten und Franzosen versuchten sich. Sie alle waren nicht in der Lage, den Huthis ihren Willen aufzuzwingen.
Wie reagiert der Iran
Zerstörung von US-Basen in der Golf-Region
Die erste Reaktion der Iraner war lange vorab in Aussicht gestellt: Seit Wochen hat die iranische Führung angekündigt, dass jede militärische Installation der USA in der Golfregion ein legitimes Ziel sei. Bis jetzt wurden 21 US-Basen angegriffen, milliardenteure Radaranlagen wurden zerstört. Damit sind die Amerikaner bereits teilerblindet. Betrug die Vorwarnzeit von iranischen Raketenangriffen um die 20 Minuten, schmolz diese auf gegenwärtig 4 Minuten zusammen.

Bahrein, der Stützpunkt der 5. US-Flotte kann nicht mehr benutzt werden. Die Schiffe der US-Flotte müssen nun 5 Tage nach Diego Garcia fahren, um aufzutanken und Munition zu laden – danach 5 Tage zurück. Damit können die USA einen längeren Angriff auf den Iran nicht kontinuierlich führen. Die iranischen Angriffe werden wohl solange fortgeführt bis die Amerikaner abziehen.
Durch eine kluge Angriffsstrategie zwang der Iran die USA darüber hinaus, die im Süden vom Iran stationierte Flugzeugträgergruppe ca. 1.000 Kilometer vom Iran auf hoher See zu «parken», um nicht direkten Raketenangriffen ausgesetzt zu sein. Die darauf stationierten F-35-Flugzeuge haben jedoch nur eine Reichweite von 600 Kilometern. Sie müssen also sowohl auf dem Weg zum Iran als auch zurück aufgetankt werden. Von einem tiefen Eindringen in den Iran kann auf Grund der enormen Größe des Landes ebenfalls keine Rede sein.
Vereinigte Arabische Emirate sehen wirtschaftlichem Kollaps entgegen
Die wirtschaftlichen Konsequenzen für die Golfstaaten sind katastrophal. Das ist etwa für die Vereinigten Arabischen Emirate der Fall, 17% ihres GDP erarbeiten sie mit Luftfahrt, ca. 24% mit Immobilien. Der Luftverkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen – der Grund, dass ich selber in Dubai ausharre. Die Botschaft der Iraner ist eine einfache: Solange die USA Stützpunkte bei Euch haben, greifen wir diese an. Die «flexiblen» Führer der Golfstaaten scheinen tatsächlich ob dieser Wendung überrascht zu sein. Es war sehr profitabel, auf beiden Hochzeiten zu tanzen, jetzt müssen sie sich früher oder später entscheiden. Besser früher, denn die Konsequenzen werden fatal sein. Langfristig wird der Nimbus der mit viel Liebe aufgebauten sicheren Häfen im Nahen Osten zerstört, da nützen die Luxushotels und Einkaufstempel wenig – diese stehen alle leer. Kurzfristig wird die Versorgungslage durch die Sperrung von Hormuz gefährlich – die meisten Lebensmittel werden per Schiff angeliefert. Werden diese durch LKWs auf dem Landweg von Saudi-Arabien ersetzt – was technisch allein auf Grund der Volumina unmöglich ist - wird das zu Versorgungslücken und Preisexplosionen führen.
Sogar die FT berichtet bereits:
«Die Golfstaaten könnten aufgrund der finanziellen Belastungen durch den Iran-Krieg ihre Investitionen überprüfen.»
Financial Times, 5 March 2026
Militärisch können sich diese Staaten nicht ernsthaft wehren, die Amerikaner waren dafür zuständig und liefern – solange sie können – alle Waffen an Israel. Und die «eigenen» Soldaten kommen zum Großteil aus dem fernen Ausland, so aus Indien und Bangladesch.
Iran zerstört Israel
Israel hat bezüglich Schäden eine komplette Informationssperre verhängt; wer Fotos oder Videos von Schäden aufnimmt, wandert für fünf Jahre ins Gefängnis. Die westlichen Medien machen da gerne mit und reden die Lage in Israel schön. Die Wahrheit sieht anders aus. Der Iran schickt jeden Tag hunderte von Raketen und Drohnen nach Israel, vorerst altes Material, das Angriffe auf Tel Aviv und Haifa fliegt.
Schäden in Tel Aviv
Viele in Israel übernachten in Parkgaragen
Die israelischen Soldaten müssen erkennen, dass jetzt andere Regeln gelten. Bis vor kurzem töteten und terrorisierten sie wehrlose Zivilisten in Gaza – man erinnert sich:
Jetzt sind die Herren konfrontiert mit Feinden, die sich wehren können und da weinen sie[MOU1] .
Niemand sollte über diese Entwicklung überrascht sein – sie war angekündigt und eine Weiterentwicklung derer vom Juni 2025. Der Krieg damals ging nach 12 Tagen zu Ende, weil die Amerikaner die Iraner darum baten – ein solches Ende wird es diesmal nicht geben. Die grossen Städte Israels werden in den nächsten Wochen in Schutt und Asche gelegt werden.
Wie reagiert Russland?
Die Russen machen nicht viel Lärm um den direkten Konflikt, ausser dass sie diesen mit aller Kraft verurteilen. Es wird verlautbart, dass die Russen den Iranern bei der Zielkoordination helfen. Die Russen dementieren dies nicht. Russland sieht durch seine Satelliten jeden Quadratmeter des Nahen Ostens und die Zielgenauigkeit der iranischen Angriffe lassen darauf schliessen, dass sie durchaus Unterstützung aus Moskau erhalten.
Seit Beginn des Konflikts ist der Kreml im Kontakt mit allen Golfstaaten, deren US-Basen unter konstantem Beschuss stehen.
Aussenminister Lawrow fand weise Worte für die Golfstaaten:
In für ihn ungewohnt klaren, diplomatischen Worten, nimmt Lawrow bei einem Treffen mit Vertretern arabischer Staaten kein Blatt vor den Mund:
„Es ist nicht nett, auf zwei Kamelen gleichzeitig zu sitzen!“ Die arabischen Monarchien haben öffentlich erklärt, dass sie ihren Luftraum nicht zur Verfügung stellen werden! "Aber als alles begann, haben Sie trotz Ihrer wiederholten Aufrufe das verurteilt, was die USA und Israel zu tun begannen?!“
Aussenminister Lawrow, 6. März 2026
Die Russen lassen dem Iran diejenige Unterstützung zukommen, um die Russland gebeten wird. Das bestätigte der Pressesprecher des Kremls, Dmitri Peskow, wiederholt. Dennoch, eine direkte Konfrontation mit den Amerikanern im Iran könnte zum Ausbruch des Dritten Weltkriegs führen. Dessen sind sich die Russen bewusst und das ist der Grund für das Agieren im Hintergrund.
Zum Verhalten Indiens
Indien ist eines der Länder, das den Krieg Israels und der USA gegen den Iran mit keinem Wort verurteilte. Warum? Der Besuch Modis in Israel gibt einen Einblick in die Motivlage.
Der indische Premier Modi besuchte Tel Aviv am 26. Februar 2026, also am Tag vor dem Angriff auf den Iran. Beide Seiten massen dem Treffen eine grosse Bedeutung bei. Es wurden Verträge über eine strategische Partnerschaft beider Staaten in sehr sensiblen Bereichen unterzeichnet, so im Bereich der Verteidigung, Drohnentechnologie und der künstlichen Intelligenz. Beide Länder wollen zusammenarbeiten im Bereich der Raketenabwehr, der Laserwaffen, auch der Handel wird genannt, wenn auch an untergeordneter Stelle.
Allein diese Aufzählung klingt wie eine Anti-BRICS-Allianz. Unterstrichen wird diese These vom Zeitpunkt des Besuches. Unabhängig davon, dass Iran unmittelbar am Tag nach dem Besuch Modis angegriffen wurde, stellt die Planung eines solchen Besuches zu einem Zeitpunkt, an dem der Krieg bereits mit Händen zu greifen war, keinen Zufall dar. Weder von der einen noch von der anderen Seite. Zeitpunkt, Inhalt und das Verhalten von Modi danach gegenüber dem Iran werden schwerwiegende Folgen für BRICS zeitigen. Weder Moskau noch Peking können und werden nach diesem Affront gegen sich und den Iran einfach so zur Tagesordnung übergehen.
Denn es sind unmittelbar strategische Interessen betroffen. Indien produziert gemeinsam mit Russland verschiedene Raketen, die auf Grund ihrer Charakteristik sehr interessant für Israel sein dürften. Russland plant den Lizenzbau seines Kampfflugzeuge SU-57 in Indien. Israel ist ein bedeutender Lieferant von Komponenten im Bereich der KI.
Nun ist Indien unmittelbar und weit stärker als z.B. China von der Schließung der Straße von Hormuz betroffen. Sofort schwenkte Indien beim Ölkauf auf Russland um.
Es dürfte nur eine Frage der Gelegenheit sein, dass der russische Außenminister Lawrow seinem indischen Amtskollegen ebenso etwas darüber erzählt, wie schwierig es ist, auf zwei Kamelen bzw. zwei indischen Elefanten gleichzeitig zu sitzen.
False Flag-Attacken
Der Westen behauptet, dass Iran etwa Aserbaidschan und die Aramco-Raffinierie in Saudi-Arabien angegriffen habe. Die Iraner dementieren. Der angeblich durch den Iran angerichtete Schaden durch zwei (!!) Drohnen ist derart auffallend gering, dass man sich wundert, dass die Drohnen nicht gleich mit israelischen Hoheitszeichen versehen wurden.
Die Aussage Teherans sind glaubwürdig, wenn man die Interessen Israels und des Iran vergleicht – dazu weiter unten.
Dennoch spitzt sich die Lage an der Grenze zu Aserbaidschan gefährlich zu. Denn Präsident Alijew versucht nicht, die Lage zu beruhigen und z.B. den Dialog mit Iran zu suchen. Alijew brachte inzwischen seine Armee in Alarmbereitschaft und dislozierte sie an der Grenze zum Iran.
All das entspricht dem Bild, das sich Alijew inzwischen als treuer Gefolgsmann Israels und der USA erarbeitet hat. Die Stützpunkte Israels und der USA im Land tun ein Übriges.
Allerdings begibt sich Baku bei einer Konfrontation mit dem Iran auf sehr dünnes Eis, denn die Türkei ist alles andere als erbaut von dem drohenden Landkrieg mit dem Iran und fand klare Worte in Richtung Israel und USA nicht nur bezüglich des Irans, sondern auch bezüglich Gaza und Libanon.
Ob Baku den Spagat zwischen USA / Israel einerseits und der Türkei andererseits ohne Schaden übersteht, darf bezweifelt werden.
„Boots on the Ground“ in Iran
Die Amerikaner bewaffnen nun Kurden, um den Iran anzugreifen. Werden es 10.000 oder 50.000 sein? – Wie oben beschrieben, Iran ist grösser als Westeuropa und hat eine überaus angriffsfeindliches Landschaftsrelief.
Die Angst der Iraner hält sich denn auch in sehr überschaubaren Grenzen. Der iranische Außenminister bei NBC am 6. März 2026 - seine Haltung und Aussage wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen.
"Boots on the ground im Iran. - Haben Sie Angst vor einer Invasion der USA in Ihrem Land?"
„Nein, wir warten auf sie.“
„Sie warten auf eine Invasion der Bodentruppen durch das US-Militär?“
„Ja. - Denn wir sind zuversichtlich, dass wir ihr entgegentreten können, und das wäre eine große Katastrophe für sie.“
Aussenminister Abbas Araghchi
Kein Waffenstillstand
Bereits knapp 48 Stunden nach Kriegsbeginn, am 1. März, sollen die Amerikaner via Italien versucht haben, mit Teheran über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Teheran sagte nein.
Am 6. März äusserte sich der iranische Aussenminister Abbas Araghchi wie folgt:
"Die Islamische Republik strebt weder einen Waffenstillstand noch Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten an. Wir bitten nicht um einen Waffenstillstand. Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten, nachdem wir zweimal mit ihnen verhandelt haben und sie uns jedes Mal mitten in den Verhandlungen angegriffen haben".
Aussenminister Araghchi bei NBC News, 6. März 2026
Der Iran erweckt nicht den Anschein, dass er am Untergehen ist.
Grossisrael
Publiziertes Ziel und Vorgehen der USA
Das Ziel, einen Regime Change im Iran zu erreichen, wurde nicht erreicht und damit haben die Israelis und die Amerikaner den Krieg dann verloren, wenn die Iraner die Waffen nicht in kurzer Zeit strecken. Ich gehe davon aus, dass dies nicht passieren wird.
Der Iran muss «lediglich» überleben, um alle westlichen Pläne zu zerstören.
Dennoch, die Amerikaner führen einen brutalen Krieg und zerstören vor allem zivile Ziele, um die Iraner zu brechen. Damit erreichen sie jedoch genau das Gegenteil. Neben der oben erwähnten Primarschule für Mädchen greifen die Amerikaner und Israelis Spitäler an, bis jetzt 13 an der Zahl. Das ist keine iranische Propaganda, sondern wurde vom Guardian berichtet.
„Mindestens 13 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen bei Angriffen auf den Iran getroffen, laut WHO“.
The Guardian
Juden gegen Israel
Unser Blog hat Ende 2023 eine Serie über Israel publiziert «Israel – vom Opfer zum Täter zum Opfer – ein Hin und Her seit 80 Jahren». Darin wiesen wir nach, dass bereits Ben-Gurion durch Tod und Zerstörung Grossisrael erschaffen wollte. Selbstverständlich wurden wir als Verschwörungstheoretiker abgekanzelt. Heute wissen alle, dass dies der grosse Plan der Zionisten ist. Unsere Kritik hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Viele orthodoxe Juden sind Gegner des Zionismus und wollen Israel untergehen sehen. So an einer Demonstration ins Williamsburg, Brooklyn, New York.
Die Grösse von Grossisrael
Es gibt viele Karten. Die folgende gibt etwa die Ziele der Zionisten vor.

Jeder israelische Soldat trägt eine Achselpatte, die Grossisrael zeigt. Das beweist, dass dies nicht etwa der Plan von ein paar wenigen Extremisten ist, sondern die nach aussen getragene Strategie der israelischen Regierung.
Mike Hukkabee, der gegenwärtige amerikanische Botschafter in Israel, sagte in einem Interview mit Tucker Carlson ein paar wenige Tage vor dem Überfall folgendes: «It would be fine, if they took it all.» («Es wäre in Ordnung, wenn sie alles nehmen würden.») So zeigen sich die Vereinigten Staaten damit einverstanden, dass Israel alle Staaten vom Nil bis zum Euphrat unterjocht (Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon, Irak, Saudi-Arabien).
Um dieses Ziel zu erreichen muss der Iran als grösste Macht im Nahen Osten neutralisiert werden. Am liebsten zerstört oder zu einer Marionette der USA werdend, damit Israel den Rest des Nahen Ostens unterjochen kann.
Die Türkei ist der neue Iran
Es wäre naiv zu glauben, dass die Israelis mit Grossisrael genug hätten.
Der frühere israelische Ministerpräsident Naftali Bennett bei einer Konferenz in Jerusalem, an der die Leiter der wichtigsten amerikanisch-jüdischen Organisationen teilnahmen.
"Eine neue türkische Bedrohung zeichnet sich ab. Ich möchte ganz klar sagen, dass die Türkei und Katar in Syrien an Einfluss gewonnen haben und auch anderswo und überall in der Region nach Einfluss streben. Und von hier aus, warne ich, die Türkei ist der neue Iran".
Soviel zu den wirklichen Plänen Israels und der USA.
Aussichten
Man kann mit Fug behaupten, dass die USA den Krieg bereits verloren haben, da sie ihr propagiertes Kriegsziel – Regimewechsel – nicht erreicht haben und auch nicht erreichen werden. Denn weder die amerikanische noch die israelische Führung haben auch nur ein ungefähres Verständnis davon, was es heisst, gegen eine jahrtausendealte Zivilisation Krieg zu führen.
Dieses völlig fehlende Kulturverständnis führte in den ersten Stunden und Tagen dazu, dass die Iraner – auch zum Großteil jene, welche eine andere Vorstellung vom Iran haben – die bestehenden Differenzen beiseite lassen und voll hinter ihrer Regierung stehen.
Ein Land, das grösser ist als gesamt Westeuropa, mit ein paar hundert Flugzeugen und Raketen anzugreifen in der Meinung, dieses besiegen zu können, ist genau das, was man von der Trump-Administration und den Fanatikern in Israel erwarten kann. Die derzeitigen Führungen des Westens – der USA, Westeuropas, Israels, Australiens u.a. – reflektieren mit ihrem Handeln den Zustand ihrer jeweiligen Gesellschaften. Sie als komplett schwachsinnig zu bezeichnen, beschreibt nur das Symptom. Die Ursachen dieser Dekadenz liegen sehr viel tiefer.
Ich bin kein Militärexperte, aber alle Militärs, welche nicht vom deep state gekauft wurden, äussern sich genauso, unter ihnen Scott Ritter und Larry Johnson (klarer), Macgregor (etwas diplomatischer).
Ich kenne den Iran und besuchte ihn zweimal im letzten Jahr. Dabei hatte ich die Möglichkeit mit Dutzenden Menschen zu sprechen. Abgesehen davon, dass dies wohl das freundlichste Volk der Welt ist, fiel die unglaubliche Bildung der Menschen auf. Gemäss Simon Hunt hat das Land im vergangenen Jahr 234.000 Absolventen von Ingenieursstudiengängen hervorgebracht. In den USA waren es 238.000 bei einer fast viermal größeren Bevölkerung. Viele von Ihnen arbeiten für das Militär. Die iranische Raketentechnik – die das Land unter extremen Sanktionen komplett selbst entwickelt hat - ist Zeugnis für das Potential des Landes. Die Iraner haben Hyperschallraketen. Die USA beißen sich daran seit Jahrzehnten die Zähne aus.
Wir haben gesehen, dass die Iraner mit den USA nicht verhandeln wollen. Sie fürchten auch keine Landinvasion der Amerikaner. Das sollte die USA zum Nachdenken bringen. Die Iraner konnten, ja sie mussten, sich über 45 Jahre für diesen Konflikt vorbereiten und es scheint, dass sie dies getan haben.
Falls den Iranern die Munition nicht ausgeht, werden sie in diesem Konflikt gegen die USA und Israel obsiegen. Was heisst das?
Israel steht immer schutzloser da. Die israelische Raketenabwehr findet nur noch sporadisch statt. Keine Abfangraketen in der notwendigen Spezifikation, keine Radare. Die Schäden in Israel sind horrend, jene im Iran ebenso, aber die Iraner werden dies überstehen, sie führen einen existentiellen Kampf. Die überheblichen Israelis glauben, dass sie zusammen mit den Amerikanern obsiegen werden, es war ja schließlich immer so. Aber dieses mal sprechen die Tatsachen dagegen.
Die Golfstaaten werden sich bald entscheiden müssen, auf welcher Hochzeit sie tanzen möchten. Die Grossisrael-Pläne liefern gute Argumente für ein Zusammenstehen mit dem Iran. Wie gescheit die Führer der Golfstaaten sind, wird sich bald weisen.
Die Amerikaner werden ihre Vorherrschaft im Nahen Osten verlieren. Der Weg dahin wird blutig sein und falls die Israelis als letztes Mittel Atomwaffen gegen den Iran einsetzen, ist der Dritte Weltkrieg nicht mehr weit.
Wirtschaftlich werden Europa und die Golfstaaten die grossen Verlierer sein. Falls dieser Konflikt ausser Kontrolle gerät, wird die Weltwirtschaft, die sich seit langem am Abgrund bewegt, kollabieren.
Das sind alles keine guten Aussichten und es scheint so, dass Europa, das seine Eigenständigkeit schon lange aufgegeben hat, einen Preis bezahlen wird, der horrend ist. Die Medien im Westen haben von all dem noch nichts mitbekommen. Es wundert somit nicht, dass der überhebliche Eric Gujer, der Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), in seinem heutigen Leitartikel vom «Siegen» der Israelis und von der Rolle des «Schiedsrichters», welche die Amerikaner einnehmen würden, fabuliert. Die komplette Dummheit scheint von Washington auf die Falkenstrasse in Zürich übergeschwappt zu sein.
Schliessen möchte ich mit einem Bonmot von Alastair Crooke während unseres heutigen Telefongesprächs:
«Angriff auf den Iran – der grösste Wendepunkt der Geschichte im 21. Jahrhundert»