Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar!
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar!

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar!

Europa verweigert Russland den Frieden und sucht den Krieg. Die USA und Israel wollen Krieg mit Vielen – Gedanken
Sa. 04 Jul 2026 17 Leseminuten 1

Einleitung

Ingeborg Bachmann kam 1959 zum Schluss, dass die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist, da der Mensch diese durchaus verträgt, auch wenn diese noch so unbequem ist. Literatur dürfe die Wahrheit weder verschweigen noch beschönigen.

Das trifft umso mehr auf die Medien zu, die ihrer Pflicht als vierte Gewalt seit Jahren nicht mehr nachkommen. Die Welt treibt auf einen neuen Weltkrieg zu und der Grossteil der Menschheit ist ausser Stande, Risiken und Chancen abzuschätzen, wenn die Medien die Fakten durch ihre Propaganda in einer Weise entstellen, dass die Wahrheit in einem immer dichteren Nebel verschwindet. Die Verdummung hat einen Grad erreicht, dass selbst die Politiker im Westen die Propaganda ihrer eigenen Medien glauben und danach handeln. Die Unwahrheiten, welche Politiker verbreiten, werden von diesen selbst nicht mehr als Lügen wahrgenommen, dazu reicht ihr Intellekt zum großen Teil nicht aus. Man muss statuieren, dass die Politiker zunächst zu «Botschaftern» eines ständig sinkenden Bildungsniveaus wurden und nach wie vor werden und in Folge zu Opfern ihrer eigenen Propaganda.  

Dieser Beitrag versucht zu erarbeiten, dass es dennoch möglich ist, die Spreu vom Weizen zu trennen, denn im ganzen Müll der Berichterstattung versteckt sich die Wahrheit.

Das Böse nicht vergessen

Im Artikel «Wird das Böse obsiegen?» machte ich mir darüber Gedanken, wer denn die geopolitischen Geschehnisse auf der Welt tatsächlich bestimmt. Ich diskutierte die «City of London» und die «Rothschilds» als Beispiele von Kräften, die im Hintergrund die Welt lenken. Sie zeichnen damit auch für Kriege, Putsche und andere Verwerfungen unserer Welt verantwortlich. Bereits der bekannt gewordene kleine Teil der Epstein Files gab einen ersten Eindruck über die Verstrickungen der Mächtigen untereinander. Dazu «Epstein - "Concierge des Bösen" – gefährliche Fragen». So wurde etwa die Familie Rothschild ins Licht der Öffentlichkeit zurückgezerrt; jene Familie, welche aufwändig versucht hat, die Welt davon zu überzeugen, dass sie seit dem 2. Weltkrieg keinen Einfluss mehr geltend macht und lediglich ein paar Privatbanken, Museen und Weingüter betreibt. Man darf nicht überrascht sein, dass die Diskussion über den Inhalt der Epstein-Files oder deren weitere Veröffentlichungen komplett aus den Medien verschwunden ist; ein Schelm, der fragt, wer denn die Medien kontrolliert.

Das Thema «deep state» ist übrigens kein Thema, das von ein paar Wirrköpfen verbreitet wird. Bereits 2017 äusserte sich Präsident Putin darüber in aller Klarheit:

„Präsidenten wechseln … Dann tauchen gut gekleidete Männer in dunklen Anzügen mit ihren Aktentaschen auf. Sie beginnen zu erklären, wie die Dinge wirklich laufen … und alles ändert sich schlagartig.“
Präsident Putin, 2017

Medien

Die Kontrolle wird entweder direkt durch das Aktionariat oder indirekt durch politischen oder wirtschaftlichen Einfluss ausgeübt, etwa durch Steuerung der Werbeeinnahmen, durch Blacklisting oder Manipulation der Views auf YouTube-Kanälen. Die Kontrolle der Medien im Kollektiven Westen ist de facto komplett – keine schlechte Leistung.

Man bedenke: die Meinungsäußerungsfreiheit wird von Politik und Medien sehr lautstark an allen passenden und unpassenden Stellen hochgehalten. Praktisch «in Tateinheit» wird sie im gleichen Atemzug eingeschränkt, indem man das Verbreiten von «Fake News» und «Hassreden» - also den Ausdruck einer realen Freiheit des Wortes - zunächst ebenso laut beklagt und dann als Straftat zum eigenen politischen Vorteil definiert und umsetzt.

Schlussendlich definiert also der Staat was «fake news» und «hate speech» zu bedeuten haben. Das führt dazu, dass ein Recht, welches nicht mehr absolut ist, sondern relativiert wird, mit dieser Einschränkung in sich zusammenbricht. In Deutschland wird die gewünschte politische Rechtsprechung durch die politische Besetzung von Richterposten beim Bundesverfassungsgericht abgesichert. Das Verfahren zur Richterauswahl am EuGH folgt einem vergleichbaren Prozedere.

Die Folgen dieser Einschränkung sind gewollt und offensichtlich. Analysten, die eine noch so fundierte Meinung vertreten, die dem Gusto der Mächtigen nicht entsprechen, werden ohne Gerichtsverfahren entrechtet, enteignet und als Verbrecher dargestellt. Das Mittel der Wahl sind etwa Sanktionen der EU, die ursprünglich für Terroristen legiferiert wurden, jetzt aber – mit der Unterstützung der breiten Öffentlichkeit – gegen objektivste Experten wie etwa den Schweizer und somit Nicht-EU-Bürger Jacques Baud verhängt werden; siehe unsere Berichterstattung dazu. Das Ergebnis dieser gezielten politischen Einflussnahme ist eine Berichterstattung in den traditionellen Medien, die mit der Wahrheit nichts mehr zu tun hat, sondern diese oft ins Gegenteil umkehrt.

Alle geopolitischen Krisen kommen aus einer Hand

Alle militärischen Konflikte auf der ganzen Welt sind als ein Gesamtpaket, eine Gesamtstrategie zu verstehen. Die gleichen Leute, welche den Krieg gegen den Iran und die gewaltsame Schaffung von Grossisrael anheizen, tragen ebenso die Verantwortung für den Konflikt in der Ukraine und den wohl bald folgenden Krieg Europas gegen Russland, wobei auch viele Konflikte – etwa in Afrika – welche wir in unserem Blog vernachlässigen, ebenso Teil dieser Strategie sind. Alles hängt zusammen und es zeugt von wenig geopolitischem Verstand, wenn Journalisten für den mit genozidalen Mitteln geführten Krieg gegen den Iran , den Libanon und Gaza einstehen und gleichermassen Russland bezüglich der Ukraine unterstützen. Die diese Konflikte auslösenden und befeuernden Kräfte sind identisch. Das zu verstehen, ist sehr hilfreich beim Verstehen der geopolitischen Lage insgesamt.

Die Konstellation insgesamt ist nicht schwer zu verstehen: Der Kollektive Westen hat nach hunderten von Jahren Kolonialherrschaft über den Rest der Welt das wirtschaftliche Rennen gegen den Globalen Süden bereits verloren; dazu auch weiter unten. Ging es in den letzten 500 Jahren in Kriegen darum, wer im Westen das Zepter des Hegemonen über das Kolonialreich schwingt, so geht es bei den heutigen Konflikten darum, ob der Kollektive Westen sein Kolonialreich aufrecht zu erhalten vermag. Die Chancen stehen schlecht, wie wir bereits in unserer Serie «Der Krieg zweier Welten hat begonnen» dargestellt haben. Damals erwarteten wir viele Einzelkonflikte über Jahrzehnte, jedoch ohne Weltkrieg. Diese relativ optimistische These scheint nun zu wanken, da die Aggression zwischen den Weltmächten täglich zunimmt, der Kollektive Westen die Arroganz des Kolonialherren nicht aufgibt und sich mit Scheinargumenten komplett überschätzt.

Militärbudget als Mass der militärischen Stärke ist ein Scheinargument

Die Amerikaner lassen die Welt seit Jahrzehnten glauben, dass sie die stärksten Streitkräfte der Welt haben. Untermauert wird diese Behauptung mit einer astronomischen Zahl: Dem US-Militärbudget von sage und schreibe 1,5 Billionen US-Dollar. Das ist 10-mal mehr als das russische Militärbudget, oder sogar 190-mal mehr als das Militärbudget des Irans, das 2024 US-Dollar 7,89 Milliarden betrug. Die NATO ohne die USA gab 608 Millionen US-Dollar aus.

Dennoch unterlagen die USA – gemeinsam mit Israel – sowohl im 12-Tagekrieg als auch im laufenden Krieg, der ausser Kontrolle geraten ist. Die NATO unterliegt mit den USA in der Ukraine. Die riesigen Budgets im Westen sind ein klarer Hinweis, darauf, dass das Militär im Westen nicht dafür ausgelegt ist, Freiheit zu verteidigen, sondern möglichst viel Geld zu scheffeln. Das führt dazu, dass ein Waffensystem im Westen dann als erfolgreich gilt, wenn es für möglichst viel Geld an die eigenen oder Streitkräfte von Drittländern verkauft werden kann. Wir brachten im Jahre 2024 den Vergleich zwischen zwei laut Experten gleichwertigen Kampfhelikopter: Den russische Kamov KA-52 und den amerikanischen AH-64 Apache. Der Apache kostet 155 Millionen US-Dollar, der Kamov 16 Millionen. Dazu kommt, dass die westlichen Waffensysteme nur in geradezu homöopathischen Dosen produziert werden und eine Produktionserhöhung, die einen langandauernden Konflikt nachhaltig zu unterstützen vermögen, unmöglich ist; zu teuer, zu komplex kombiniert mit einer Industriekapazität, die schlicht und einfach nicht mehr vorhanden ist.

Die USA werden mittelfristig nicht in der Lage sein, hochwertiges Militärmaterial zu vernünftigen Kosten in ausreichender Menge herzustellen, da die USA gegenwärtig ein mehrfaches Problem haben: Erstens fehlt der Wille, da Profit für den militärisch-industriellen Komplex vorrangiges Ziel ist. Zweitens, durch die seit 30 Jahren andauernden Deindustrialisierung, verfügen die USA gar nicht mehr über die industrielle Basis für eine Waffenproduktion in kriegsrelevanten Mengen.

Im Vordergrund steht vielmehr die Gewinnerzielung. Objektiven Beobachtern müsste auffallen, dass eine solche Strategie im Ernstfall in eine Katastrophe führen muss – wie es sich im Nahen Osten und in der Ukraine gezeigt hat. Dort ist der Westen nach Einschätzung verschiedener Experten sowohl bei der Raketentechnologie als auch bei Drohnen gegenüber seinen Konkurrenten um mindestens ein Jahrzehnt ins Hintertreffen geraten.

Der Iran beispielsweise, dessen Rüstungsausgaben rund 200-mal geringer sind als diejenigen der USA, verfügt über Hyperschallraketen, die nur äußerst schwer abzufangen sind. Demgegenüber verfügt der kollektive Westen nach wie vor über keine einsatzbereiten Hyperschallwaffen. Dies wird von Kritikern als Folge einer Kombination aus Gewinnstreben, Überheblichkeit und Korruption innerhalb des militärisch-industriellen Komplexes gewertet.

Will der Westen künftig militärisch wieder auf Augenhöhe agieren, müsste er den militärisch-industriellen Komplex grundlegend reformieren – ein Vorhaben, das angesichts seiner wirtschaftlichen und politischen Machtverhältnisse als nahezu unmöglich erscheint; diese Industrie wird von den oben besprochenen Gruppen kontrolliert.

Fehlender Wehrwille im Westen

Wie reagiert der Kollektive Westen auf die verlorenen Kriege? – Er erhöht seine Militärbudgets, ohne die notwendigen strukturellen Probleme anzutasten. Im Westen ist man der irrigen Meinung, alles mit Geld lösen können. In Russland ist die Waffenindustrie in ihrem Kern in staatlichem Besitz und somit besteht ein überwiegendes Interesse daran, qualitativ hochwertig, jedoch preisgünstig zu produzieren.

 

Somit wird es in den USA nur dann eine Änderung geben, wenn das amerikanische Gewinnstreben bei der Waffenproduktion ernsthaft in Frage gestellt würde - und wenn die Gesellschaft es fertigbringt, die besten Köpfe für eine Verteidigungsindustrie im Interesse der amerikanischen Gesellschaft insgesamt zu gewinnen, was heute nicht der Fall ist. Amerikanische Raketenphysiker verdienen als Analysten bei Investmentbanken mehr und sie haben keine Motivation, dem Vaterland zu dienen, da es um den Wehrwillen im Westen schlecht steht. In Deutschland etwa erschlägt eine Zahl, die Hoffnung auf mehr Wehrwillen: Von 300'000 jungen Deutschen sind 530 dazu bereit, Wehrdienst zu leisten – das sind 0.17%!  (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Diese Zahl steht im krassen Kontrast zu Aussagen etwa von Boris Pistorius, dem deutschen Verteidigungsminister, der bereits 2024 verlauten liess:

„Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein“, so der Minister. „Wir müssen Abschreckung leisten, um zu verhindern, dass es zum Äußersten kommt.“
Boris Pistorius, 5. Juni 2024 

Im Kollektiven Westen sieht es somit düster aus mit der Aussicht, seine Streitkräfte auf Krieg zu trimmen. Dennoch stürmen die Europäer und die Amerikaner scheinbar selbstsicher mit veralteten, dafür überteuerten Waffensystemen und ohne den notwendigen Wehrwillen der Bevölkerung in einen Weltkrieg. Das scheint nicht nur irrsinnig, das ist es auch. Die Tatsachen sprechen eine klare Sprache. Wer macht so etwas? Das machen korrupte Politiker, wie wir sie eingangs beschrieben haben.

Die Wirtschaft als Hinweis auf das Verlieren

Zieht man Wirtschaftszahlen bei, ist leicht zu erkennen, dass der Kollektive Westen das Wirtschaftsrennen bereits verloren hat. Die Geschichte lehrt, dass dann nur noch Krieg als Option übrigbleibt.

Ich mache seit Jahren auf die verheerende Staatsverschuldung und die grotesken Bewertungen an den Finanzmärkten aufmerksam. Dazu kommt, dass der Kollektive Westen auch bei der Berechnung der Wirtschaftskraft schummelt. Alles, um ein Narrativ aufrechtzuerhalten, um die USA weiter als Nummer 1 zeigen zu können. Berechnet man das GDP (BIP) kaufkraftbereinigt, d.h. die lokale Kaufkraft der einzelnen Länder berücksichtigend, so haben die USA bereits verloren.

Quelle: Visual Capitalist

Nach dieser Berechnung steht China vor den USA, Russland vor Japan und Deutschland.

Es kommt hinzu, dass sich der Kollektive Westen als Aggressor in einer innenpolitischen und wirtschaftlichen Situation befindet, die ein militärisches Kräftemessen mit Russland, dem Iran und China nicht zulassen: Die Verschuldung der USA beträgt über 121% - das letzte Mal war dies am Ende des Zweiten Weltkriegs der Fall, nach einer Industrieschlacht, die den USA die Weltherrschaft brachte. Diese Verschuldung konnte nach 35 Jahren und unter für die USA nach wie vor vorteilhaften wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen auf unter 40% gesenkt werden.

Quelle: Macrotrends

1945 erreichten die Amerikaner den Höhepunkt ihrer Macht. Sie dominierten gemeinsam mit der Sowjetunion den Kriegsverlauf, verfügten über 22.000 Tonnen Gold, und die amerikanische Industrie produzierte 70 % der weltweit hergestellten Industriegüter. So sieht sie aus eine tatsächliche «full spectrum dominance»: Militärische Dominanz, Industrielle Dominanz, Gold – denn wer das Gold hat, bestimmt die Regeln. Jetzt stehen die USA wieder vor einem Weltkrieg und die Situation sieht so aus, wie das letzte Mal nach dem Krieg mit einem gewaltigen Unterschied: China ist den USA wirtschaftlich zumindest gleichwertig bei weitaus besseren wirtschaftspolitischen Voraussetzungen.

Das sind keine Voraussetzungen für einen Waffengang von globalem Umfang, weder finanziell, noch wirtschaftlich und somit auch nicht politisch.

Naher Osten

Aus dem Wortlaut des MOU ergibt sich klar, dass der Iran sowohl Israel und die USA militärisch geschlagen hat; ansonsten hätten die Amerikaner niemals ein solches Dokument unterzeichnet. Israel kann bei Strafe des Untergangs der eigenen Großmachtphantasien dem Geist des Dokuments nicht folgen und den Krieg im Libanon und Gaza beenden. Es wird also  keinen Frieden geben.

Unsere Ausführungen dazu «Iran ringt die USA nieder - Gedanken». Im Iran machen sich Stimmen breit, die behaupten, dass Präsident und Aussenminister zu wenig hart verhandeln – der Druck der Strasse im Iran fordert eine härtere Gangart gegenüber den USA und Israel. Der Oberste Führer des Iran, Mojtaba Khamenei, hat die Absichtserklärung (MoU) mit den Vereinigten Staaten zur Beendigung des regionalen Krieges unter bestimmten Bedingungen zwar gebilligt. In einer öffentlichen Erklärung äusserte er jedoch, er vertrete grundsätzlich eine „andere Ansicht“, habe dem Abkommen jedoch zugestimmt, nachdem er von Präsident Masoud Pezeshkian Garantien erhalten habe, dass die nationalen Rechte des Iran und die „Widerstandsfront“ gewahrt würden. Dies ein klarer Hinweis darauf, dass die Iraner schlussendlich zu Kompromissen zulasten des Libanons und Gaza nicht bereit sind.

Es steht zu erwarten, dass der Konflikt im Nahen Osten weitergeht: Weder die USA noch Israel sind bereit, den Verlust des Krieges zu akzeptieren und ihre Folgen zu implementieren. Diese Haltung hält einen Schwebezustand aufrecht, der jederzeit auf die eine oder andere Seite kippen kann. Dieser Strategie steht jedoch entgegen, dass dem Westen aufgrund von Hormuz die Zeit davonrennt. Das Schrumpfen der Ölreserven war der Hauptgrund dafür, dass die USA dieses MOU in diesem Wortlaut überhaupt unterzeichneten. Die Amerikaner streben somit einen Schwebezustand an, der es ihnen erlaubt den nächsten militärischen Schritten in Ruhe vorbereiten zu können; dieser Zustand kann jedoch nur aufrechterhalten werden, falls Hormuz währenddessen geöffnet bleibt. Durchfuhren bis am 28. Februar 2026 pro Tag ca. 130 Schiffe Hormuz, so fielen diese Zahlen auf praktisch null, pendelten sich danach bei 5% -10% der Vorkriegsmenge ein, um dann am 25. Juni 2026 auf 70 Schiffe zu schnellen. Diese Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen: Man spricht davon, dass der grosse Teil dieser 70 Schiffe Öl aus dem Iran exportierte, nachdem die USA die Ölsanktionen mit der Unterzeichnung aufgehoben haben. Falls die Israelis sich nicht aus dem Libanon zurückziehen und die Iraner konsequent bleiben – was anzunehmen ist – so wird Hormuz ein verstopfter Flaschenhals bleiben: Die Zeitbombe für die Rohstoffversorgung des Westens tickt weiter.

Die Iraner können warten – die Amerikaner nicht. Donald Trumps Aussagen sollte man bei der Beurteilung der Situation schlicht und einfach weglassen, denn Trump spricht einmal von Frieden, dann von Krieg, um seine Meinung manchmal mehrmals am Tag zu ändern. Er scheint der Meinung zu sein, mit diesen New York Dealmaking-Terror bei den Iranern irgendetwas zu erreichen, was nicht der Fall ist, da er damit nur eines erreicht: Die Amerikaner bestätigen sich immer mehr als nicht vertragsfähig und bedrohen damit den Weltfrieden.

Der Krieg in Europa

Der vom Westen vom Zaun gerissene bewaffnete Ukrainekonflikt begann 2014. Nur jene, welche den jahrelangen Artilleriebeschuss durch die Ukraine im Donbass nicht als kriegerisch qualifizieren, behaupten, die Russen hätten den Krieg im Februar 2022 begonnen. Dies nur eine Tatsache, die so offensichtlich ist, dass man sich über die Argumente des Westens, Russland sei der Aggressor, nur wundern kann.

Eine weitere Tatsache liegt darin, dass dieser Krieg Technologie und Taktik der Kriegsführung komplett verändert hat – die Parteien mussten sich auf einen durch Drohnen und Raketen dominierten, neuen Krieg einstellen. Panzerkolonnen und Truppenmassierungen werden mit billigen Drohnen angegriffen, sobald sie erkannt werden – und erkannt werden sie sehr schnell. Die Kriegsparteien mussten sich umstellen und die neue Art von Kriegshandwerk erlernen. Das haben vor allem die Russen erfolgreich getan und beherrschen das Schlachtfeld auf eine neue Art: Langsames effizientes Vorgehen, denn massierte Angriffe produzieren nur eines: Hohe Verluste. Ähnliche Entwicklungsschübe gab es immer wieder. Das MG (Maschinengewehr), das bereits vor dem 1. Weltkrieg eingesetzt wurde, dessen Bedeutung jedoch dazumal unterschätzt wurde, beendete den Bewegungskrieg bereits im ersten Kriegsjahr, als grosse Menschenkolonnen auf den Gegner zugingen und aufgerieben wurden. Gegen Ende des 1. Weltkriegs brachte der Panzer wieder etwas Bewegung in die Front. Das Frontgeschehen in der Ukraine jedoch mit der Situation während des 1. Weltkriegs zu vergleichen, hinkt: Die langsamen Bewegungen in kleinen Gruppen scheint bis jetzt das einzige Mittel, im Drohnensturm zu überleben und Bewegung aufrechtzuerhalten.

Seit neuestem berichten die westlichen Medien, dass die Ukrainer im Krieg die Oberhand hätten. Das ist jedoch eine Falschmeldung, die mit der Realität am Boden nichts zu tun hat. Man muss zwischen dem Frontkrieg und den Drohnenattacken der Nato in Russland unterscheiden. An der Donbassfront stehen den Russen noch einige wenige befestigte Städte im Weg, dann ist der Donbass befreit. Dahinter befinden sich keine ernstzunehmenden Befestigungen mehr. Statt auf Details einzugehen verweise ich auf einen der besten Kanäle, Military Summary, der seit Kriegsbeginn zweimal täglich die Situation an der Front beschreibt.  

Der Westen hat die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Seine Experten glauben, dass sie in einem Krieg gegen Russland erfolgreich sein werden. Allerdings haben sie noch nicht einmal ihre Kriegsziele in irgendeiner Form definiert. Somit haben sie keinen strategischen Plan gegen Russland, ausser Russland zu schwächen.

Allen voran legten die Deutschen den Kriegsbeginn gegen Russland auf 2030 fest. Wir schreiben aber das Jahr 2026 und die Deutschen gehen offensichtlich davon aus, dass sie mit der Ukraine als ihrem Stellvertreter Drohnen und Marschflugkörper bis 2030 ungestraft nach Russland senden können. Das Vorgehen Europas ist selbstredend mit den USA abgestimmt. Die Nutzung dieser Waffensysteme ist ohne amerikanischen Input nicht möglich. Dazu äusserte sich Präsident Putin in aller Klarheit vor ein paar Tagen.

Viele Beobachter und Experten in und ausserhalb Russlands gehen davon aus, dass sich Präsident Putin bald für einen Schlag gegen Ziele in Europa – auch ausserhalb der Ukraine – entscheiden wird.

Die Palette der Meinungen ist breit. Wir haben zu diesem Thema bereits mehrere Artikel publiziert: In «Wiederholt sich 1914? Bricht der Krieg zwischen Europa und Russland endgültig offen aus?» setzten wir uns auch mit der Karaganow-Doktrin, welche den Einsatz von Nuklearwaffen postuliert, auseinander und kamen zum Schluss, dass ein Angriff notwendig ist, jedoch nicht mit Nuklearwaffen. Scott Ritter befasste sich danach mit dem «Karanov-Trugschluss» auseinander und sprach sich ebenfalls klar gegen den Einsatz von Nuklearwaffen aus. 

Fazit

Im Nahen Osten sehe ich keine ernstzunehmenden Chancen, den Krieg zu beenden, denn das würde einerseits den Abzug der amerikanischen Streitkräfte bedeuten und Israel stünde danach als kleiner, genozidaler Aggressor allein. Die Israelis sind unter Druck und führen den Genozid in Gaza und im Libanon weiter, kümmern sich keinen Deut um Vereinbarungen zwischen den USA und dem Iran, denn für Netanjahu persönlich ist die Aufrechterhaltung des Krieges die einzige Möglichkeit politisch zu überleben.

In Russland steigt der Druck auf Präsident Putin, eine aggressivere Gangart gegenüber Europa einzuschlagen, das nicht einmal mehr den Versuch unternimmt, seine direkte Kriegsteilname gegen Russland wegzuschminken. Russland intensiviert die Angriffe auf die Ukraine unter anderem dadurch, jede Tankstelle im Osten der Ukraine zu zerstören, um die Transportlogistik lahmzulegen. Die Bodentruppen machen sichtbare Fortschritte und sobald die letzten befestigten Städte im Donbass befreit sein werden, was innert der nächsten Wochen wohl geschehen wird, ist der Weg zum Dnjepr frei.

Präsident Putin setzt somit auf eine militärische Lösung in der Ukraine und wartet den Energiekollaps in Europa ab, wo bereits viele Flüge unter fadenscheinigen Begründungen abgesagt werden.

Die konzertierte Berichterstattung im Westen, das Blatt in der Ukraine habe sich gewendet, findet nicht die geringste Bestätigung auf dem Boden der Wahrheit in der Ukraine. Die Treibstoffknappheit in Russland wird ebenso übertrieben. In den Regionen gibt es Punkte, wo Treibstoff an den Tankstellen rationiert wird. Das ist jedoch in keiner Art und Weise dazu geeignet, das Vorgehen Russlands zu ändern.

Sehr unregelmässig habe ich die Möglichkeit mit einer Person zu sprechen, die in Kiew ansässig ist. Nach ihrer Auskunft ist die Situation katastrophal und über 90% der Bevölkerung sei gegen Selenski. Als ich daraufhin fragte, warum das Volk denn nicht aufstehe, erwiderte die Auskunftsperson, dass die Menschen vom Terror der Sicherheits- und Geheimdienste derart eingeschüchtert seien, dass eine Kommunikation, die für ein Aufbegehren notwendig wäre, unmöglich sei. Die Ukraine, die vom Westen als leuchtendes Beispiel einer Demokratie dargestellt wird, scheint eine Zeitbombe zu sein, deren Ticken aus Angst nicht gehört wird.

Meine Bedenken, dass ein Krieg zwischen Europa und Russland ausbricht, obwohl Europa über praktisch keine Militärkraft verfügt, war noch nie so hoch. Präsident Putin wird den ersten Schritt in einen Dritten Weltkrieg nicht gehen. Wie lange er die systematischen Provokationen des Westens noch ertragen und wie er darauf reagieren wird, weiss nur er.

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