Ein Lügenbaron verkehrt die Welt – und verliert
Einleitung
Komikern wird die Kreativität entzogen: Um Trumps Äusserungen zu Slapstick zu wandeln muss man nur eines machen: Gar nichts. Lässt man ihn einfach sprechen, bietet er «beste» Unterhaltung auf dem tiefst möglichen Niveau. Weniger lustig ist die Tatsache, dass die westlichen Medien, die vorgeben, Berichterstattung und Analysen zu präsentieren, den kompletten Unsinn ernst nehmen. Folgt man Experten im Westen, so reibt man sich Augen und Ohren. Noch nie waren die Berichterstattung und die Einschätzungen dermassen von Unsinn durchsetzt und meilenweit von der Realität entfernt. Bevölkerung und Medien des Westens in ihrer einem Diederich Hessling gleichenden Untertanentreue merken nicht einmal im Ansatz, dass sie von den Mächtigen in Israel und den USA ins Unglück geführt werden. Statt die Menschen darauf vorzubereiten, dass der Westen – allen voran Europa – auf Kollaps und Entbehrungen zusteuern, werden Schönwetterprognosen herausgegeben.
Doch sorgfältige Recherche ermöglicht durchaus die Formulierung eines realistischen Bildes. Das ist aufwändig, da sich der gesamte Westen verschworen hat, die Welt anzulügen. Mit Zensur und KI verfügen die meinungsbildenden und Politik produzierenden Kreise über Mittel, welche westliche Bevölkerungen im Glauben lassen, dass die Israelis die Guten sind und die Amerikaner obsiegen werden. Das ist nicht neu: Seit jeher gibt es nur Sieger in einem Krieg. So versuchten die Nazis, ihr Volk bis 1945 davon zu überzeugen, dass der Endsieg mit Händen zu greifen sei. Während der Kriege in Korea und Vietnam «siegten» die Amerikaner und Russland «verliert» seit vier Jahren in der Ukraine. Und nun «siegen» die Amerikaner und Israelis im Iran, Libanon, ja im gesamten Nahen Osten.
Dass diese Propaganda nicht stimmen kann, ist auch daran abzulesen, dass die Aussagen immer fantastischer werden – selbst der berühmte Baron von Münchhausen würde erröten.
Wie immer in meiner Berichterstattung bleibt es bei einem Versuch, die Gesamtlage zu beschreiben und zu analysieren. Zu viele Parameter bewegen sich weltweit gleichzeitig und man läuft bei der Analyse immer Gefahr, dass man bei der Auswahl der Fakten etwas weglässt, das man für die Gesamtentwicklung als nicht kausal bewertet und die Realität den Beobachter danach eines Besseren belehrt.
Grosse Lügen
Verhandlungen, die keine sind und krimineller Insiderhandel
Am 22. März gab Präsident Trump den Iranern 48 Stunden Zeit, die Strasse von Hormuz zu öffnen, ansonsten die USA die Kraftwerke im Iran zerstören würde.

Die Iraner reagierten nicht auf diese Drohung.
Am 23. März tönte es dann ganz anders. Trump behauptete, dass die USA in produktiven Verhandlung mit dem Iran stünden und er aufgrund deren positiven Verlaufs für die nächsten fünf Tage von Angriffen auf die Energieinfrastruktur absehe.

Ein paar Minuten vor der Publikation dieser Meldung Trumps geschah Interessantes an den Finanzmärkten.
Rund 6.200 Futures-Kontrakte der Sorte Brent und West Texas Intermediate wechselten am Montag zwischen 6.49 Uhr und 6.50 Uhr New Yorker Zeit den Besitzer, nur eine Viertelstunde vor besagtem Tweet Trumps auf Truth Social, dass es in den letzten Tagen „produktive Gespräche“ mit Teheran zur Beendigung des Krieges im Iran gegeben habe. Nach Berechnungen der FT auf der Grundlage von Bloomberg-Daten belief sich der Nominalwert dieser Geschäfte auf 580 Mio.
Zum gleichen Zeitpunkt kaufte ein einzelner Akteur S&P 500-Futures im Wert von US-Dollar 1,5 Milliarden.
Kurz nach der Meldung Trumps stieg der S&P Future um 2,5% und der Ölpreis brach um 10% ein.
Die betreffende Person erzielte mit diesen Händeln weit über 100 Millionen US-Dollar. Der betreffende Insider muss notwendigerweise zum engsten Kreis von Präsident Trump gehören.
«Verglichen mit diesen Leuten ist die Mafia so ungefährlich wie Mutter Theresa!»
Die Reaktion aus dem Iran kam prompt: Es gäbe weder direkte noch indirekte Gespräche zwischen Teheran und Washington.
Warum verbreitete Trump diese Lüge?
Einerseits konnte er einem Kollegen oder Familienmitglied mit einem kurzen Tweet über US-Dollar 100 Millionen zuschanzen; dieses Treiben überrascht mich keineswegs. Dass die amerikanischen Behörden nicht sofort eine Untersuchung dieses kriminellen Handels eingeleitet haben, sagt alles über den Zustand des Landes. Ich gehe davon aus, dass niemand sein Leben aufs Spiel setzen möchte. Ich habe diese Angelegenheit mit einem Finanzexperten besprochen. Seine Worte: «Verglichen mit diesen Leuten ist die Mafia so gefährlich wie Mutter Theresa!». Falls es zu keinem Putsch in den USA kommt – wer sollte das tun? – wird dieses Verbrechen nicht geahndet werden.
Abgesehen von diesem «Dienst für einen Freund» ist das Vorgehen ein Hinweis einen kompletten Realitätsverlust des amerikanischen Präsidenten. Die Iraner haben nicht das geringste Interesse, mit Trump und Konsorten zu verhandeln. Die Verhandlungsbereitschaft der Amerikaner wiederum ist ein klares Indiz dafür, dass es nicht so läuft, wie vorgesehen.
Weiter Lüge – Verlängerung der Frist
Am 26. März verlängerte Trump das Ultimatum bis zum 6. April. Die Begründung? – Die Iraner hätten darum gebeten. Eine weitere Lüge. Denn der Iran hat nicht das geringste Interesse, mit den Amerikanern zu verhandeln.

Ob Trump den Verstand tatsächlich verloren hat oder ob er meint, mit dieser Strategie irgendetwas Positives erreichen zu können, ist unklar – bereits nach dem 48-Stunden-Ultimatum haben die Humoristen übernommen.

Kein kühler Analyst war überrascht, als die USA und die Israel kurz nach diesem Tweet, ihr «Versprechen» gebrochen haben. Israel hat unter anderem zwei der größten Stahlwerke Irans, ein Kraftwerk und zivile Nuklearanlagen getroffen. Die Israelis behaupteten, es haben in Abstimmung mit den USA gehandelt, was sicher zutrifft, da kein israelisches Flugzeug ohne US-Tankerflugzeuge den Iran angreifen und ohne deren Hilfe auch nicht zurückkehren kann.
Trump und Zahlen
Ein Leckerbissen wurde am 26. März publiziert: Trump behauptet, dass ihm Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien je 2 Billionen US-Dollar gegeben hätten: der kleine Schönheitsfehler: Das Bruttosozialprodukt dieser drei Länder zusammen beträgt 3 Billionen US-Dollar.
Zahlen, die Trump nicht erfreuen
Gestern Fanden in zahllosen Städten der USA Protestkundgebungen gegen den Krieg statt; man spricht von über 7 Millionen Teilnehmern
Letztes Beispiel einer Lüge – ein Wäschetrockner setzt das grösste Kriegsschiff der Welt ausser Gefecht
Eine der unterhaltsamsten Lügen der Amerikaner bezieht sich auf ihr grösstes Kriegsschiff – den Flugzeugträger «Gerald Ford». Nach Angaben der USA brach aufgrund eines defekten Wäschetrockners ein Feuer aus, das zehn Tage nicht gelöscht werden konnte. Das Symbol amerikanischer militärischer Überlegenheit lief nun einen Hafen auf Kreta an. Nach neuesten offiziellen amerikanischen Angaben dauert die Reparatur des vom Wäschetrockner verursachten Schadens zwischen 14 und 24 Monaten. Zwar kursieren Videoclips, davon ausgehend, dass Trump einen Raketenangriff auf den Flugzeugträger bestätigt, aber diese Clips beziehen sich auf Venezuela. Dass ein Wäschetrockner das grösste Kriegsschiff der Welt für bis zu zwei Jahren ausser Gefecht setzen kann, erachte ich als unmöglich.
In Split angekommen verkündete der Kommandierende Offizier:
"Die Besatzung freut sich darauf, wieder in Split zu sein und sich die wohlverdiente Freiheit zu gönnen" [...] Sie haben seit unserem ersten Besuch im Oktober so viel erreicht".
Kapitän David Skarosi, Kommandant der Gerald R. Ford.

Ein gefährlicher Mann
Der Präsident der USA hat inzwischen jegliche Glaubwürdigkeit verspielt. Doch in dieser Position verspielt er – ob er das versteht oder nicht, spielt keine Rolle – auch die des Landes, dem er im Auftrag seiner Bürger vorsteht.
Niemand kann eine Freude daran haben, dass das mächtigste Land der Erde jegliches Vertrauen anderer Nationen verloren hat, nicht einmal der von den USA angegriffene Iran. Denn jeder Krieg wird irgendwann beendet, in der Regel durch einen Vertrag oder eine Vereinbarung. Doch wer kann - ausgehend von den rational nicht nachvollziehbaren Handlungen des US-Präsidenten - seiner Unterschrift oder der eines ihn repräsentierenden Vertreters vertrauen?
Ich sehe keinen Vorteil darin, mit den USA eine geschwächte Partei auf dem Schachbrett der Geopolitik zu sehen, mit der man nicht verhandeln kann.
Doch heute sind genau das die weltpolitischen Realitäten. Die Iraner verhandeln weder mit den USA und Israel noch mit deren Verbündeten. Ihre Erfahrungen sagen ihnen, das wäre ihr Todesurteil. Sie müssen also auf dem Schlachtfeld Fakten schaffen.
Wir verlassen nun den von Trump geschaffenen Comedy-Club und kümmern uns um die Realität.
Die Realität sieht anders aus
Israel wird zerstört und die Israelis werden im Libanon dezimiert
Die Schäden in den Städten von Israel sind horrend. Doch sollte niemand überrascht sein – die Israelis sehen sich selbst als Opfer. Das ist das Selbstverständnis der erdrückenden Mehrheit der jüdischen israelischen Bevölkerung.
Trotz der drakonischen Strafen von fünf Jahren Gefängnis für Publikationen über Angriffe und Zerstörung findet man im Internet tausende von Bildern und Videos, die belegen, was aus westlicher Warte nicht sein darf. Seit Freitag liegen Teile von Tel Aviv im Dunkeln: Die Stromversorgung leidet. Es ist auch auffällig, dass die Luftabwehr der Israelis, die schon anfangs Mühe hatte, praktisch zum Erliegen gekommen ist. Patricia Marins berichtet, dass acht von zehn iranischen Raketen in Israel ihr Ziel finden. Dazu kommt, dass die Hisbollah die Raketenangriffe in den letzten Tagen intensivierte. Die Israelis werden somit von zwei Seiten beschossen – und jetzt kommen noch die Huthis dazu, dazu weiter unten.
Von wenigen beachtet wird die Invasion des Libanon durch die Israelis – ein Teil des Grossisraelprojekts. Bereits 2006 führte der erste Versuch zu einer Katastrophe. Den Israelis scheint auch diesmal die Stamina zu fehlen. Nach verschiedenen Meldungen haben die Israelis bereits über 100 Panzer verloren, allein 21 in den letzten 24 Stunden.
Der Generalstabschef des Militärs, Generalleutnant Eyal Zamir, hat Berichten zufolge während einer Sitzung des Sicherheitskabinetts davor gewarnt, dass die IDF in sich selbst zusammenbrechen wird" – so die Times of Israel. Wenn ein Generalstabschef eines Landes eine solche Aussage macht, so sollte man diese zur Kenntnis nehmen. Das wird selbstverständlich von der westlichen Presse nicht getan – man will sich ja keine Feinde machen.
Verluste der Amerikaner
Die offiziellen Verlustzahlen der USA werden auf homöopathischem Niveau gehalten. Es ist zwar tragisch, ein gutes Dutzend Soldaten zu verlieren, aber die Helden starben für einen guten Zweck und zahlenmässig sind die Verluste gegenüber dem Feind vernachlässigbar – das ist die Kommunikationsstrategie der USA.
Der folgende Clip zeigt einen derartigen Einzelfall – der Sohn eines gefallenen US-Soldaten weint sich die Seele aus dem Leib – das hat kein Kind verdient, ob Freund oder Feind (link anklicken).
https://www.tiktok.com/@baby.laughs5/video/7616821797320690974
Die offiziell veröffentlichten Zahlen sind unglaubwürdig. Die Iraner sprechen von 600 bis 800 toten und 5'000 verletzten Amerikanern. Schaut man sich die Videos der Angriffe auf die amerikanischen Basen an, so scheinen diese Zahlen realistischer als die Märchenstunde von Herrn Trump.
Angriff des Iran auf amerikanische Basis in Saudi-Arabien
Gestern fügte der Iran den Amerikanern einen empfindlichen Verlust in Saudi-Arabien bei. Drei E-3 Sentry AWACS, Stückpreis von ca. 600 Millionen US-Dollar, von denen es weltweit lediglich 16 Stück gibt und ein weiterer Tanker KC-135 wurden zerstört.
Strasse von Hormuz
Nicht geschlossen, sondern vom Iran kontrolliert
Die Strasse von Hormuz ist weder geschlossen noch vermint. Die Iraner verbieten lediglich ihren Feinden die Passage. Damit haben die Iraner einen gewaltigen Hebel zur Beeinflussung der Weltwirtschaft in der Hand. Mir ist komplett unverständlich, wie die USA und Israel gegen den Iran in den Krieg ziehen konnten, ohne sich dieser Konsequenz in voller epischer Breite bewusst zu sein. Passieren dürfen zurzeit Schiffe, bzw. Schiffsladungen der Iraner, Russen, Chinesen, Pakistani, Inder und Japaner – und selbstverständlich der Spanier, dessen Premier zeigt, dass man auch in Europa ein Rückgrat haben kann – ein Mahnmal für unsere Regierung und Medien, die seit Oktober 2023 einen Genozid fördernden Kurs fahren und den Iran verteufeln. Neben der richtigen Flagge müssen die Rohstoffe in Yuan gekauft und eine Maut von 2 Millionen US-Dollar entrichtet werden.
Neben Russland ist der Iran aufgrund der heutigen Situation wirtschaftlich im Vorteil: Vor dem Krieg verkaufte der Iran 1,1 Millionen Barrel Öl pro Tag für 47 US-Dollar, heute sind es 1,5 Millionen zu 120 US-Dollar; das ist eine Steigerung von 300%.
Ich gehe davon aus, dass die Strasse von Hormuz langfristig unter der Kontrolle des Irans stehen wird.
US-Dollar auf dem Weg zum Totenbett
Der Grund, warum die Rohstoffe in Yuan abgewickelt werden müssen, ist mehrschichtig: Erstens, Dollarzahlungen können von den Amerikanern beliebig gestohlen werden, bei Yuan ist das nicht der Fall und am Shanghai Gold Exchange können Yuan problemlos in Gold umgetauscht werden. Zweitens, wenn 20% der Energie der Welt in Yuan statt in US-Dollar bezahlt werden, untergräbt dies die Vorherrschaft des US-Dollars ungemein.
«Der Petrodollar stirbt dort, wo er geboren wurde.»
Die Ironie der Geschichte ist, der böse, aber geniale Henry Kissinger schuf 1973 den Petrodollar dadurch, dass er die Saudis davon überzeugte, ihr Öl nur in US-Dollar zu verkaufen – der Petrodollar stirbt dort, wo er geboren wurde.
Die Huthis werden den Saudis den Garaus machen
Bis jetzt weichen die Saudis über ihre Ost-West Pipeline aus, um nicht über die Strasse von Hormuz verschiffen zu müssen, sondern über die Meerenge von Bab al Mandab oder den Suez-Kanal. Allerdings hat diese Pipeline nur einen Bruchsteil der Kapazität der saudischen Hafenanlagen am Persischen Golf. Die Meerenge von Bab al Mandab wird allerdings von den mit dem Iran verbündeten Huthis kontrolliert.
Die Huthis haben eine Schliessung bereits angekündigt.
Dies sollten die überheblichen Amerikaner ernst nehmen, denn die Huthis werden seit 15 Jahren vergeblich von den Amerikanern, Saudis, Israelis, Franzosen und Engländern bekämpft. Da die Überheblichkeit und Dummheit des Westens nun aber wirklich grenzenlos sind, wird der Westen so überrascht sein, wie Trump über die Gegenwehr des Irans überrascht war, als er sagte. «We won, but they are still hitting back.».
Diese Eskalationsstufe wird die Saudis finanziell erledigen und den Suezkanal blockieren. Der Westen macht aufgrund der gegenwärtigen Zahlen in den Finanzmärkten den Anschein, dass das «Problem» bald gelöst sein wird. Das ist weltfremd und die Marktteilnehmer im Westen sind nicht im Stande, die Gefahr für die Weltwirtschaft auch nur annähernd realistisch zu beurteilen.
Das Resultat einer Sperrung der Meerenge von Bab al Mandab hat zwei Auswirkungen: Erstens, werden die Saudis gar kein Öl mehr exportieren können; das gleiche gilt für die Vereinigten Arabischen Emirate. Zweitens, der Suezkanal mündet ins Rote Meer, das dann ebenfalls blockiert ist. Durch den Suezkanal werden 12% des Welthandels abgewickelt. Die westlichen Medien berichten darüber nicht – ich bin sprachlos.
Hormuz wird im Falle eines US-Landangriffs zu Gallipoli 2.0
Eine der grössten Schlappen des britischen Empires wurde unter anderem Winston Churchill 1915 bei der erfolglosen Eroberung von Gallipoli zugeschrieben. Die Briten, welche vor gut 100 Jahren in gleichem Masse überheblich waren wie die USA heute, glaubten, damit den Untergang des Osmanischen Reichs einzuläuten. Die Schlacht forderte auf beiden Seiten insgesamt 100.000 Tote und 250.000 Verwundete, was fast der Hälfte der zum Einsatz gekommenen Soldaten entsprach.
Wie die topographische Karte des Irans unten (links) zeigt, ist der Iran eine natürliche Festung, das den Iranern als Verteidiger alle Vorteile gibt. Der Irak, der viermal kleiner ist als der Iran ist übrigens topfeben (rechts). 1991 schaffte es eine Koalition von ca. 800'000 internationalen Streitkräften, dieses kleine, flache Land zu mehr als der Hälfte zu besetzten. Einzig das Grenzgebiet zum Iran ist gebirgig, was schlussendlich zum Ausbluten des Iraks im Iran-Irak-Krieg in den Achtzigerjahren führte.

Bereits am Wochenende haben die Iraner gegen amerikanische Truppen zugeschlagen. Der IRGC bestätigt, dass mindestens 50 US-Soldaten der Delta Force oder des CENTCOM zum zweiten Mal mit High-Tech-Waffen in der Straße von Hormuz gefangen genommen wurden. Weiter wurden Truppen der Amerikaner in Dubai angegriffen: In Dubai wurden zwei Verstecke der einmarschierenden amerikanischen Armee ausfindig gemacht, das erste Versteck mit mehr als 400 Personen und das zweite Versteck mit mehr als 100 Personen. Beide Verstecke wurden identifiziert und vollständig zerstört. Die amerikanischen Opfer sind sicher und sehr hoch.
Ob und wie viele Truppen die Amerikaner auf dieses Himmelfahrtskommando senden, ist unklar. Klar ist, dass der Kommandant der Marine Forces Reserve and Marine Forces South, Leonard F. Anderson, am 26. März ein denkwürdiges Schreiben an seine Truppen versandte. Der Brief ging an 35’000 Reservisten. Darin schreibt Anderson, dass die Marines sich darauf vorbereiten müssen, in den Krieg zu ziehen – die Familien sollen vorbereitet werden.

Die Golfstaaten
Die Golfstaaten sind nicht souverän, genauso wenig wie Deutschland. Ihnen ist gemein, dass sie zum Teil riesigen amerikanische Basen Gastrecht bieten und somit mindestens auf zwei Hochzeiten tanzen, bzw. auf zwei Kamelen reiten müssen und wohl auch wollen. Dies bereits am 5. März so formuliert von Aussenminister Lawrow. Sie sind militärisch komplett von den USA abhängig. Die grossmäuligen Saudis, deren Militärbudget zehnmal grösser ist das das des Irans, schafften es – wie bereits erwähnt - nicht einmal, etwas gegen die Huthis auszurichten – vielmehr holten sie sich eine blutige Nase. Zudem hat Trump in seiner erfrischenden, niveaulosen Art am Freitag MBD in aller Öffentlichkeit einen A…lecker genannt, was bei den stolzen Arabern sicherlich nicht gut ankam. Die Araber haben ihre Brüder in Palästina seit sechs Jahrzehnten im Regen – besser: Blut – stehen lassen und die Unterstützung den Iranern, welche Perser sind und nicht Araber, überlassen. Somit sind die Golfstaaten nicht für ihre Loyalität, sondern für Ihren Opportunismus bekannt. Nachdem die VAE noch vor zwei Tagen von Krieg gegen den Iran sinnierten, änderten sie gestern schlagartig ihren Kurs und sprechen jetzt von einer diplomatischen Lösung. Bei der Zählung ihrer Truppen wurde ihnen sicher bewusst, dass die meisten ihrer Soldaten nicht einmal Bürger ihres Landes sind.
Alle Golfstaaten werden ihre Fahne nach dem Sieger ausrichten – und das wird nicht Amerika sein.
Fazit
Wie ich bereits anlässlich meines vorhergehenden Beitrags «Das Imperium verliert die Kontrolle - Konsequenzen» mutmasste, wird der Iran diesen Konflikt nicht nur gewinnen, sondern die gesamte Landkarte des Nahen Ostens nachhaltig verändern.
Israel, das sich nun drei Gegnern stellen muss, ist am Untergehen. Die Invasion in den Libanon hat sich nicht nur, wie bereits 2006, als kompletter Rohrkrepierer herausgestellt, sondern es ist absehbar, dass die hervorragenden Truppen von Hisbollah wohl nach Nordisrael eindringen werden. Das für sich allein ist bereits eine Katastrophe. Wie wir berichtet haben, zeigen sich in der israelischen Armee bereits Risse und der Kollaps scheint nicht mehr weit; Genozid und Krieg sind eben zwei völlig verschiedene Tätigkeitsbereiche. Im Krieg schiesst der Gegner zurück – daran sind die Israelischen Soldaten nicht gewöhnt. Jetzt kommen die Huthis dazu, welche seit zehn Jahren kriegserprobt sind. Die iranischen Raketen haben in Israel freies Geleit – die Abwehr des Iron-Domes ist zu 80% dezimiert und die Städte in Israel bekommen nun eine Ahnung davon, was Städte wie Beirut oder Damaskus – nicht zu reden von Gaza und Ramallah – seit Jahrzehnten von Israel zu erleiden haben. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die die Moral der Israelis, deren Opfergejammer immer mehr Menschen – zunehmend auch im Westen – auf die Nerven geht, denn: Wer hat den Krieg begonnen, nota bene mit der Bombardierung einer Mädchenschule und Spitälern?
Dass die Amerikaner eine Bodeninvasion im Iran beginnen, ist zu befürchten. Vor dem Angriff auf den Iran hätte ich viel Geld darauf gewettet, dass die Amerikaner einen solchen Irrsinn nicht begehen würden. Ich dachte, mein lieber Freund Scott Ritter übertreibe. Er hatte Recht und ich lag falsch. Scott sieht auch diesmal einen Angriff – und dann ein Blutbad. Sein track-record ist besser als meiner und somit schweige ich besser.
«Verfolgt man die westlichen Medien, so glaubt man sich auf einem anderen Planeten.»
Die Finanzmärkte gingen bis am letzten Freitag davon aus, dass diese ganze Sache in ein paar Wochen erledigt sei. Ein langer Konflikt mit astronomischen Energiepreisen, Hungersnöten und Versorgungsproblemen wurden von den Finanzmärkten bis jetzt nicht eingepreist. Das haben sie vor allem den westlichen Medien zu verdanken. Verfolgt man diese, so glaubt man sich auf einem anderen Planeten. Das Erwachen im Westen wird einen Albtraum einläuten, der viele Jahre dauern wird.
«Ein Lügenbaron verkehrt die Welt – und verliert»