Israel – eine genozidale Demokratie

Israel – eine genozidale Demokratie

Viel wird geschrieben über den Ausgang der israelischen Parlamentswahlen. Ein Ergebnis müsste alle erschüttern – tut es aber nicht: Das Wahlvolk Israels stimmt für den Genozid - demokratisch.
Di. 03 Nov 2026 5 Leseminuten 6

Einleitung

Die Parlamentswahlen in Israel wurden zum Überlebenskampf Netanjahus hochstilisiert. Der hochkorrupte Führer der Zionisten ist nicht nur ein genozidaler Psychopath, sondern bedient sich bei den reichen Zionisten auf der ganzen Welt; er ist korrupt bis auf die Knochen. Das ist keine Behauptung, sondern gerichtsnotorisch. Netanjahu steht in Israel seit 2020 wegen drei Korruptionskomplexen vor Gericht. Die Anklage lautet je nach Fall auf Betrug, Untreue/Vertrauensbruch und Bestechlichkeit. Netanjahu wird den Rest des Lebens im Gefängnis verbringen, falls sein Amt ihm keine Immunität mehr gewährt.

Netanjahu ist sich der Gefahr wohl bewusst. Vor einigen Tagen versuchte er einmal mehr, die Amerikaner davon zu überzeugen, den Iran erneut – vor den Wahlen – anzugreifen. Trump lehnte ab. Offensichtlich sah er eine Katastrophe am Horizont, falls er mit den Israelis das dritte Mal angreifen würde. Netanjahus Vorgehen zeigt aber auch, dass er sein persönliches Schicksal über das Interesse seines Landes stellt. Diese Haltung von Politikern scheint im gesamten Kollektiven Westen zum Standard zu werden. Bundeskanzler Merz, dessen Zustimmungsrate bei ca. 10% dahinvegetiert, scheint die Haltung des eigenen Volkes nicht zu kümmern – er stellt die Bedrohung Russlands über die Interessen der Wirtschaft: Wir gehen zwar unter, aber wir sind gegen Russland. Netanjahus und Merz verbindet die Einstellung, dass westliche Demokratien lediglich ein Mittel zum Zweck sind und gegebenenfalls auch von Diktatoren geführt werden können. Und beide Politiker sind diesbezüglich hier allenfalls die Spitze des Eisbergs. 

Bezüglich eines Themas jedoch ist sich die grosse Mehrheit der Israelis einig: Das palästinensische Volk einem genozidalen Ende zuzuführen.

Die Kandidaten sind alle Pro-Genozid

Alle Kandidaten von Gewicht – Gadi Eisenkot, Naftali Bennet und Benjamin Netanjahu – sind sich bezüglich des Vorgehens gegen Gaza einig: Hartes Vorgehen. Alle drei vertreten nicht etwa die Meinung, dass Israel in Gaza, der Westbank und Libanon Genozid staatlich organisierten Völkermord begeht; dieser Linie folgt etwa auch die schweizerische Weltwoche.

Die Verneinung des Genozids führt automatisch zu dessen Weiterführung, da das Vorgehen der Israelis somit weder von Israel noch dem gesamten Kollektiven Westen in Frage gestellt wird. Mit Ausnahme der arabischen Parteien vertraten alle zur Wahl stehenden politischen Gruppierungen Pro-Genozid-Positionen. Das israelische Volk hat somit einem Parteienspektrum seine Stimme gegeben, das in einer überwältigenden Mehrheit für den Genozid steht. 101 der 120 Abgeordneten in der neu gewählten Knesset stehen dafür.

In Deutschland gilt die bedingungslose Unterstützung Israels als deutsche Staatsräson. Den deutschen Pass erhalten Immigranten in Deutschland nur, wenn sie in einem Staatsbürgerschaftstest Fragen beantworten, mit deren Antworten sie sich die künftigen Deutschen unzweifelhaft zum Staat Israel bekennen. 

Fazit

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde ein Genozid derart offen und völlig enthemmt begangen - vor den Augen aller, die sehen wollen, was Israel dem Volk von Palästina antut. 

Die Nazis mordeten durch Einsatzkommandos und Vernichtungslager, welche weit weg von den Augen der Öffentlichkeit unter anderem im Osten von Polen angesiedelt wurden. Es war ein geheimes Unterfangen, da sich die Nazi-Spitze darüber im Klaren waren, dass sie diese Ungeheuerlichkeit ihrem eigenen Volk nie verkaufen könnte. Die Ermordung eines grossen Teils der Gesamtbevölkerung war ein Gerücht, das sich für die meisten Deutschen erst nach dem Krieg als wahr entpuppte. Die Schuldgefühle des deutschen Volkes seit dem Ende des zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren sind legendär und offensichtlich ohne nachhaltige Wirkung.

Obwohl sich der gegenwärtige Genozid in Gaza, der Westbank und im Libanon in aller Öffentlichkeit abspielen, steht niemand im Kollektiven Westen für die Opfer auf. Die Wenigen, die aufstehen, werden als Antisemiten abgetan: Sprich, wer gegen den Genozid ist, gilt als Antisemit. Und das in vorderster Front von den Nachfahren der Opfer des Holocaust höchstselbst in Tateinheit mit den Nachfahren der damaligen Täter. Die Haltung des offiziellen Deutschlands des Jahres 2026 und auch grosser Teile seiner Bevölkerung bezüglich des tagtäglichen Gemetzels im Nahen Osten ist weder zu erklären, zu begreifen noch irgendwie zu rechtfertigen.

Bei einer überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung von 77,9 Prozent - ein Anstieg von 7,3 Prozent im Vergleich zu den letzten Wahlen - hat das israelische Volk mit seiner Wahl gezeigt, dass es zu rund 84% die Ausrottung eines anderen Volkes durch das eigene Militär befürwortet.

In was für einer Welt leben wir? – Darf man die Existenz eines Landes hinterfragen und im Zweifel in Frage stellen, wenn 84 von 100 Bürgern seiner Bevölkerung den Tod Dritter nicht nur billigend in Kauf nehmen, sondern demonstrativ, demokratisch per Wahl deren Vernichtung einfordern?

Nicht nur die Politiker haben sich im Kollektiven Westen ein gesellschaftspolitisches Grab geschaufelt, sondern auch die Intellektuellen und jene, die ihrer Aufgabe als Vierte Gewalt nicht nachkommen. Der Schutz der Menschenwürde ist abgeschafft. Die Schutzklausel, die sich die Deutschen nach dem Holocaust in ihrem Grundgesetz mit jedem Recht an die erste Stelle gesetzt hatten – Paragraph 1 Absatz 1, «Die Würde des Menschen ist unantastbar», gilt nicht mehr. Die gesamte Aufklärung, die Wiege der westlichen Zivilisation, gilt nicht mehr. Kant ist tot. In Israel. In Deutschland. Und anderswo.

Siehe dazu mein Vortrag vom September 2026 «Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – wirklich?»

6 Kommentare zu
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