Der Sommer als der Frieden starb

Der Sommer als der Frieden starb

Der Iran und Russland mussten feststellen, dass es mit dem Kollektiven Westen keinen Frieden geben kann. Die Konflikte werden folglich auf dem Schlachtfeld ausgefochten und lange dauern. Die internationale Rechtsordnung ist tot, der Weltfrieden ist tot, es ist Krieg. Weltkrieg. Wenige sind sich dessen bewusst.
Sa. 01 Aug 2026 23 Leseminuten 43

Das Ziel dieses Beitrags ist die Herausarbeitung der grossen Tendenzen, die ich gegenwärtig zu beobachten vermag – sie sollen zum Denken anregen. Man verzeihe mir, dass ich aufgrund der Vielfalt der zu bewertenden Aspekte ein kleines Monster geschaffen habe. 

Neben zahlreichen Konflikten in Afrika toben zurzeit zwei grosse Konflikte, einer in Europa und einer im Nahen Osten. Beide wurden über Jahrzehnte von langer Hand vorbereitet. Das westliche Narrativ zeigt bei klügeren Menschen im Westen Haarrisse, was dazu führt, dass die westliche Propaganda immer aggressiver wird, um das Steuer der Volksmeinungen noch einmal herumzureissen.

Ein Beispiel dafür, dass die Propaganda etwa in Deutschland den Sprung in die komplette Verblödung geschafft hat, ist eine Meldung der Bildzeitung vom 13. Juli mit dem Titel «Putin geht das Benzin aus – Russen zahlen fast 4 Euro für einen Liter Sprit».

Bild-Zeitung, 13.7.2026

Und das, obwohl im Bild die realen Preise klar zu erkennen sind: z.B. 73.11 Rubel (EUR 0,82). Für 95 Oktan Benzin bezahlte man am 29. Juli in Russland durchschnittlich RUB 71.83 (EUR 0.79). 

Andererseits werden wichtige Meldungen unterschlagen, so etwa die Sanktionierung von 14 europäischen Unternehmen (Lafert S.p.A., Rheinmetall AG, Tatra Trucks, Vigo Photonics, Cavok UAS, Antraco Chemie-Handelsgesellschaft and Sindlhauser Materials u.a.), durch China. Bei ihnen handelt es sich um Rüstungsunternehmen oder -zulieferer. Diese Meldung hat es in sich und wird die Aufrüstung Deutschlands schwer behindern.

Diese beiden komplett verschiedenen Beispiele illustrieren das Wesen der westlichen Medien – sie vermitteln ihren Konsumenten das Bild, dass im Westen «der Laden läuft» und die Feinde am Untergehen sind. Dies zeitigt Wirkung: Spricht man mit Bürgern aus Europa, so scheinen Sommerhitze und Fussball Weltmeisterschaft die wichtigsten Dinge im Leben zu sein. Ich habe mich jahrzehntelang gefragt, wie es möglich war, dass die betroffenen Bevölkerungen nichts von den herannahenden Katastrophen von 1914 und 1939 gemerkt haben; das aktuelle Geschehen eröffnet mir einen Blick in die Geschichte in einer Klarheit wie nie zuvor.  Die Medien dienen dazu, die Menschen «bei Laune» zu halten, mehr nicht. Die pechschwarzen Wolken, die sich über Europa auftürmen, sind jedoch echt und die Destabilisierung ist erkennbar.

Destabilisierende Faktoren

Zersetzung der Welt durch viele Einflüsse

Die Katastrophe, der wir gegenwärtig ins Auge sehen, ist das Ergebnis von zahlreichen Faktoren und Einflüssen, die von den Wenigsten als das erkannt werden, was sie sind: Katalysatoren für die Zersetzung der Welt, wie wir sie bis heute kannten. Seit geraumer Zeit macht sich unter Analysten eine grosse Überforderung breit. Ich spüre sie täglich, denn die destabilisierenden Faktoren sind zahlreich und beeinflussen sich gegenseitig.

Dazu kommt, dass die westlichen Parteien nachvollziehbarerweise nur jene Faktoren zur Sprache und ins Spiel bringen, welche ihre Position stärker aussehen lassen. Hinzu kommt, dass sie gegeneinander agieren, sie sich also zunehmend machtpolitisch gegenüberstehen. Man verzeihe mir daher, dass ich nicht alle – auch nicht alle wichtigen – Faktoren und Einflüsse erfassen und beschreiben kann. 

Faktor Donald Trump

Der Weltmeister der Verzerrung ist augenscheinlich Donald Trump, der mit dieser Strategie bereits auf Kosten seiner Investoren mehrere Bankrotte, die Belagerung seiner ersten Amtszeit und den Epstein-Skandal überlebt hat. In seiner gegenwärtigen Amtszeit führt er eine verheerende Wirtschaftspolitik mit dem ausschliesslichen Ziel, die reichsten 1% der Bevölkerung noch reicher zu machen. Dazu hat er zahlreiche Kriege vom Zaun gerissen. Das hindert ihn jedoch nicht, sich als Friedensstifter und Freund der Welt zu präsentieren.

Das gesamte herrschende Chaos nur Trump in die Schuhe zu schieben, wäre jedoch ein Fehler. Vielmehr hatte er nach Joe Biden eine geschichtsträchtige Chance, vieles richtig zu machen und Druck aus dem Dampfkochtopf der Geopolitik zu nehmen. Diese Chance hat er vertan, da er der Meinung war, durch Chaos das Blatt für die USA als Hegemon noch einmal wenden zu können. Dazu kommt, dass amerikanische Präsidenten kaum Einfluss auf die Aussenpolitik der USA haben. Wir haben diese Tatsache mehrmals beschrieben, unter anderem unter Bezug auf Noam Chomsky, letztmals in «Krieg ohne Frieden – die US-Strategie hat nicht viel mit Trump zu tun», im Absatz «Amerikanische Präsidenten als Statisten – Trump ist keine Ausnahme». Trump ist schlussendlich nur eine Marionette. Und als solche ist er aufgrund seines Charakters und seiner vielen Leichen im Keller gut führ- und formbar. Seine Kollegen in Europa stehen ihm diesbezüglich in nichts nach.

Faktor Diplomatie

Im Juni 2025 verfasste ich den Artikel «Diplomatie auf dem Totenbett – vom Friedenspräsidenten zum Kriegstreiber». Was ich vor über einem Jahr befürchtete, ist eingetreten. Inzwischen haben die USA den Iran zum dritten Mal überfallen, im Juni 2025 sowie im Februar 2026 gemeinsam mit Israel während diplomatischer Verhandlungspausen – ein Bruch diplomatischer Gepflogenheiten von nicht zu überblickender Tragweite - und jetzt im Sommer zum dritten Mal. Wohlgemerkt nach Unterzeichnung eines MOU, eines Memorandum of Understanding, das als Fachwerk für einen Frieden dienen sollte; siehe auch «Iran ringt die USA nieder - Gedanken». Israel als treibende Kraft neben den USA wird erst dann wieder einen diplomatischen Wert haben, wenn es in der gegenwärtigen Form nicht mehr existiert; mehr ist zu diesen genozidalen Psychopathen nicht zu sagen.

«Damit liegt die Diplomatie am Golf und in Europa nicht mehr auf dem Totenbett, sondern ist sanft entschlafen.»

Daneben scheinen die USA nicht das geringste Interesse daran zu haben, eine Einigung zwischen Russland und Europa zu erreichen. Nachdem es im August 2025 schien, zwischen Trump und Putin in Anchorage einen «Spirit», ein grundsätzliches Verständnis zwischen den Parteien erreicht zu haben, befeuert Trump gegenwärtig nach Kräften den direkten Krieg gegen Russland. Seine Unterstützung der Ukraine mit Satellitendaten zum Angriff von tief in Russland gelegenen zivilen Zielen, erfolgt nicht mehr versteckt, sondern offen.

Europa seinerseits besteht aus einer Diktatur von zwei Blondinen in Brüssel, welche einen pathologischen Hass gegenüber Russland hegen und den Genozid Israels offen unterstützen, einem Westentaschen-Hitler in Berlin, der Deutschland aufrüsten will, obwohl nur 0.17% der befragten Bevölkerung dazu bereit ist, Militärdienst zu leisten, einem geschundenen Ehemann mit Grossreichkomplex französischer Art und einer Londoner City, die seit Jahrhunderten ihren Traum vom Untergang Russland träumt.

Das diplomatische Instrumentarium scheint ausgereizt. Selbst der russische Aussenminister Sergei Lawrow, einer der fähigsten Diplomaten, den die Welt je hervorgebracht hat, sieht derzeit keine Möglichkeit eines zielführenden Dialogs.

„Russland „wird dem Westen nicht länger glauben, dass er auf Verhandlungslösungen hinarbeitet“, da „diese Reserve an gutem Willen und Hoffnung vollständig aufgebraucht ist“. 
Sergei Lawrow, 9. Juli 2026

Damit liegt die Diplomatie am Golf und in Europa nicht mehr auf dem Totenbett, sondern ist sanft entschlafen.

Faktor Finanzmärkte

Ich muss eingestehen, dass ich bezüglich Kollapses der Finanzmärkte – bis jetzt – falsch lag. Mein Timing ist katastrophal, aber das heisst nicht, dass die Situation nicht jeden Tag gefährlicher wird. Die Aktienmärkte werden nur noch von ein paar wenigen Aktien getrieben. Allein die fünf grössten US-Technologieunternehmen haben einen Gesamtwert von 17,6 Billionen US-Dollar, der das kombinierte BIP von Japan, Indien, Grossbritannien, Frankreich und Italien (17,1 Billionen US-Dollar) übersteigt. Irrsinn. Die weltweite Verschuldung lag 2008 bei 164 Billionen US-Dollar und wurde als Urheberin der Finanzkrise identifiziert. Man arbeitete an diesem Problem, doch nicht sehr erfolgreich: Heute beträgt die Verschuldung 363 Billionen US-Dollar und hat sich damit verdoppelt statt halbiert. Schliesslich beruhen die Werte in den Märkten – Aktien, Obligationen und Rohstoffe – auf der Prämisse, dass Frieden herrscht; ein Blick auf die Welt lässt anderes vermuten. In der gesamten Geschichte der Finanzmärkte war noch nie so viel warme Luft im System, in einem System, das von Gier und der damit verbundenen Dummheit getrieben ist. Ein Beispiel, das zeigt, wie quer die Bewertungen in den Märkten zur Realität liegen, sind die publizierten Future-Preise im Ölsektor. Die effektiven Preise, die am Spotmarkt bezahlt werden müssen, liegen zwischen 20% und 30% höher als die Notierungen es vermuten lassen. Trump, der das MOU in Versailles unterzeichnete, wies sogar selbst darauf hin, indem er sagte, “[…] We run out of reserves in about four weeks”, nur um diese Vereinbarung ein paar Wochen später zu brechen und den Iran wieder anzugreifen. Seit ein paar Tagen herrscht wieder Ruhe; die Amerikaner haben die Angriffe wieder ausgesetzt, wieder aus Angst vor einem Ölschock.

Dass der zu erwartende Kollaps katastrophaler sein wird als 2008, sagte Stanley Druckenmiller bereits 2018. Die Situation in der Strasse von Hormuz, zu der nun auch noch die Schliessung von Bab al-Mandab, das – nomen est omen – auf arabisch «Tor der Tränen» heisst, dazukommt, könnte somit zum Trigger für die nächste Finanzkrise sein. 

Faktor Kriegsverbrechen und Genozid

Kriegsverbrechen gab es schon immer – auch Genozide. Was die heutige von früheren Situationen unterscheidet ist der Umstand, dass Kriegsverbrechen und Genozid in aller Öffentlichkeit begangen, beschwiegen und somit stillschweigend akzeptiert und unterstützt werden – sowohl von der Politik als auch von den grossen Medien. Als Schweizer wische ich vor der eigenen Tür und habe mehrmals nachgewiesen, dass das Wochenmagazin «Weltwoche» in Sachen Genozidförderung in der Schweiz an erster Stelle steht. Diese vollkommen unkritische Pro-Israel-Haltung kostete ihm viele Abonnements. Mit seiner derzeitigen Konzentration auf Russland mit vielen Interviews versucht es diese Verluste auszugleichen.

Im Gegensatz zu 1945 werden sich die betroffenen Personen und auch die Bevölkerungen nicht darauf berufen können, sie hätten davon nichts gewusst. Hier eine Webseite, die sich darauf spezialisiert, den Genozid in Gaza bildlich festzuhalten. Jeder, der behauptet, der Genozid fände nicht statt, sollte etwas darin stöbern: https://archivegenocide.com/; schlaflose Nächte sind garantiert.

«Hört einmal auf, alles als Völkermord zu bezeichnen
Roger Köppel, Dezember 2025

Selbstverständlich wird vom Westen behauptet, die Russen und Iraner begingen Kriegsverbrechen. Butscha blieb nicht das einzige Propagandavehikel des Westens.

Das Timing der Abläufe in Butscha weist jedoch darauf hin, dass diese Verbrechen nicht von den Russen begangen wurden. Scott Ritter publizierte mehrere Artikel darüber. “The truth about Bucha is out there, but perhaps too inconvenient to be discovered”; “Twitter Wars—My Personal Experience in Twitter’s Ongoing Assault on Free Speech”; “Bucha, Revisited”.

Ein weiterer propagandistischer Fehlschuss diesbezüglich war der Beschuss eines öffentlichen Platzes im Zentrum von Kramatorsk, das damals unter ukrainischer Kontrolle stand. Die Urheberschaft der Ukraine liess sich zweifelsfrei anhand der Seriennummer der verwendeten Rakete nachweisen.

Die Kriegsverbrechen des Westens sind unzählig: Gaza, Libanon, Westbank (Genozid); Iran, Kursk, zivile Ziele in Russland zuhauf. Die Liste ist endlos. Dazu kommt, dass jeder tote Russe in den westlichen Medien abgefeiert wird, selbst der Tod von Kindern, Frauen und alten Menschen.

Wie reagieren die Bevölkerungen auf diese unsägliche Haltung von Politikern und Medien? Man schaut weg, sehr wahrscheinlich, um den eigenen, inneren Frieden nicht zu stören. Ein Phänomen, das man bereits vor 90 Jahren in Deutschland beobachten konnte. Smartphones sind allerdings überall verfügbar, so dass diese Verbrechen minutiös festgehalten werden. Es wird der Tag kommen, an dem sich die Menschen im Westen mit der Frage konfrontiert sehen werden: Warum habt Ihr geschwiegen – so wie damals? Das wird für die betroffenen Gesellschaften, die alle im Westen liegen, katastrophale Folgen haben.

Ist der Weltkrieg bereits da?

Im Folgenden schaue ich auf das Kriegsgeschehen weltweit.

Beurteilt man die Parteien faktisch-objektiv, so führen gemäss dem Ukraine Support Tracker 41 Länder Krieg gegen Russland oder unterstützen sie in verschiedenen Ausprägungen in ihrem Kampf gegen Russland, auch die Schweiz. Parteien im Krieg gegen Russland sind unter anderen: Ukraine (als Plattform), Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Schweden, Kroatien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Portugal, Slowakei Tschechien, Slowenien, Ungarn, Zypern, Litauen, Estland, Lettland und die USA.

Im Nahen Osten sind folgende 11 Länder am Krieg beteiligt: Israel, USA, Iran, Iraq, VAE, Kuwait, Syrien, Qatar, Oman, Saudi-Arabien, Yemen.

In Afrika herrscht in folgenden Ländern Krieg: Sudan, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Somalia, Äthiopien, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Kamerun, Mosambik, Zentralafrikanische Republik, Libyen, also insgesamt in 13 Ländern.

Länder auf vier Kontinenten sind beteiligt: 64 Staaten aus Europa, Amerika, Asien und Afrika. Wobei die oben aufgeführten Länder lediglich als Richtwert zu verstehen sind, um den Umfang des Problems aufzuzeigen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Mittel- und Südamerika noch hinzukommen könnten. Einerseits sprechen die USA vom Kampf gegen Drogenkartelle auf dem Territorium Mexikos, andererseits liess der brasilianische Präsident vor wenigen Tagen verlauten, dass er eine US-amerikanische Invasion in sein Land für möglich hält; dazu kommen die Absichten Trumps, Kuba zu besetzten.

Zum Vergleich: Ende 1944 waren zwischen 45 und 50 Staaten am Zweiten Weltkrieg beteiligt, in den letzten Kriegstagen stieg diese Anzahl dann auf 61 Länder.

Ich bin mir bewusst, dass diese Aufzählung Ungenauigkeiten aufweist und die Beteiligung einzelner Länder diskutierbar ist. Dennoch, man kann mit Fug behaupten, dass der Dritte Weltkrieg Realität ist, wenn man als Massstab die beteiligten Länder nimmt.

Was auch einem weniger geübten Auge auffällt: an praktisch allen aufgeführten Konflikten sind NATO-Staaten beteiligt. Kann es vielleicht sein, dass es die allermeisten, möglicherweise sogar alle diese Konflikte ohne die westliche Hegemonialpolitik gar nicht gäbe?

Konsequenz: Die Konflikte werden bis zum bitteren Ende ausgefochten

Keine Verhandlungen mehr

In meinem letzten Artikel habe ich die Aussagen von Präsident Putin und Aussenminister Lawrow zitiert: Im Gegensatz zu den Amerikanern und Europäern spielen die Russen nicht mit Worten. Wenn sie sagen, das Vertrauen ist endgültig weg, dann ist es weg. Nach dem 2+4-Vertrag, Minsk 1 + 2, Istanbul 2022 und dem Anchorage-Format ist den Russen bewusst, dass eine einseitige Vorbereitung einer vertraglichen Lösung reine Zeitverschwendung wäre. Die russische Führung wird selbstverständlich weiter mit den Gegenparteien sprechen, aber mehr als eine diplomatische Gepflogenheit wird das nicht sein.

Speziell «am Herzen» liegen den Russen die Deutschen. Das letzte Mal kostete der deutsche Irrsinn die Sowjets 27 Millionen Menschen, weit mehr als 50% davon Zivilisten, abgeschlachtet wie Vieh, da die Deutschen mit dem Generalplan Ost für die Arier reinen Tisch machen wollten. Dass Friedrich Merz in Kommunikation und Aufrüstung Adolf Hitler in nichts nachsteht, hat René Zittlau in «Die Manifestation eines politischen und geistig-moralischen Rückfalls» mit Fakten belegt. Die Absichten der beiden russophoben, hasserfüllten und mit diktatorischer Macht ausgestatteten Blondinen in Brüssel – nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen die eigene Bevölkerung – sind offensichtlich. 

Deckungsgleich präsentiert sich die Situation mit dem Iran, der von den USA und Israel als Aggressor behandelt wird. Wir sind heute bei Krieg Nummer 3, jedes Mal von Trump und Netanjahu vom Zaun gerissen. Die Frage, ob Trump von Netanjahu kontrolliert wird oder die USA Israel kontrollieren, ist eine rein akademische, amerikanische. Fakt ist, dass diese beiden Länder seit 2023 gemeinschaftlich in Gaza Genozid begehen, Syrien, den Libanon und dreimal den Iran angegriffen haben. Der letzte Angriff, unter Verletzung des MOU, hat den Iranern klar gemacht, dass Verhandeln nichts bringt, denn jede Vereinbarung wird von den USA gebrochen werden.

Ukraine

Ausweitung des Kriegs in der Ukraine

Da keine Einigung erfolgen kann und Russland das Problem an seiner Westgrenze nach vielen Kriegen im Verlauf von Jahrhunderten endgültig einer nachhaltigen Lösung zuführen wird, kann man sich darauf einstellen, dass Russland seine militärische Kontrolle nicht auf die vier Regionen beschränken wird, die neben der Krim bereits zu Russland gehören. Ich gehe davon aus, dass die russische Führung den gesamten oder einen grossen Teil der russischsprachigen Ukraine einnehmen werden und dann das Volk entscheiden lassen wird.

Da heisst jedoch nicht zwingend, dass die Menschen in allen diesen russischsprachigen Gebieten zu Russland gehören wollen Das wird sich in der Zukunft zeigen.

Source: Forum Geopolitica

Es ist durchaus möglich, dass sich in diesem Szenario Polen, Rumänien und Ungarn ihre alten Gebiete zurückholen werden. Alle diese territorialen Entscheidungen werden mit Sicherheit nicht ohne Russland entschieden werden.

Die nachfolgende Karte habe ich aufgrund der momentanen Sprachensituation erstellt. Sie ist eine starke Vereinfachung der Nationalitätensituation in der Ukraine.

Source: Forum Geopolitica

Zur Verdeutlichung der Komplexität dient die folgende Karte, welche die Nationalitätensituation der K & K- Monarchie vor 1918 zeigt. Der gelb eingefärbte Teil auf der Karte der K&K-Monarchie zeigt in etwa den westlichen Teil der heutigen Ukraine. Das K&K-Reich ging vor allem aufgrund der nicht mehr beherrschbaren ethnischen Probleme unter. Dies ist ein Indikator dafür, dass eine Lösung für einen nachhaltigen Frieden in der Zukunft nur unter Berücksichtigung ethnischer Fragestellungen erreicht werden kann.

Quelle: https://kuk-xiv-korps.org/k-u-k-monarchie/

Komplette Änderung der Kriegsführung

Die Ukraine ist nach Russland das zweitgrösste Land Europas, mehr als zweimal so gross wie Deutschland. Die Zeiten grosser Panzerkolonnen, die 30 und mehr Kilometer pro Tag vorrückten, sind endgültig vorbei. So wie in den letzten beiden grossen Kriegen sich die Waffentechnik komplett revolutionierte, können wir auch heute eine totale Neuausrichtung beobachten. Ich bin kein Militärexperte, aber ich verfolge die Frontberichte täglich und sehe, dass die russischen Streitkräfte trotz grosser Überlegenheit nur kleine Gruppen einsetzen können und der Fortschritt somit langsam, aber stetig vorangeht. Dazu kommt, dass die Russen mit den letzten grossen Befestigungen (Kramatorsk, Slawjansk) konfrontiert sind. Danach sind bis Kiew keine grossen Hindernisse mehr zu erkennen, aber das Land ist topfeben und bietet beiden Seiten keine Deckung. Wie lange dieser Krieg somit noch dauern wird, ist schwer zu beurteilen, aber es könnten Jahre sein.

Die «Experten» im Westen scheinen von den neuen Realitäten in der Kriegsführung überrollt zu sein oder lügen ihr Publikum an, wenn sie die Geschwindigkeit des heutigen Landkriegs als Schwäche der russischen Streitkräfte auslegen.

Wer denkt, dass es den Russen schlussendlich an der Ausdauer fehlt, ihre Kriegsziele zu erreichen, sollte die Geschichtsbücher zu Rate ziehen. Die Sowjetunion war bei Kriegsbeginn 1941 in einer viel schwächeren Lage als Russland 2022 es war und stand 1945 in Berlin, trotz astronomischer Verluste. Die russische Führung hat bisher eine Militärstrategie verfolgt, die Verluste auf russischer Seite zu minimieren, was dazu geführt hat, dass das Verlustverhältnis Russland-Ukraine bis zu ca. 1:10 betrug.

«Mutigeres Vorgehen»

Präsident Putin hat in einer Rede vor der Duma am 27. Juli 2026 angedeutet, dass die Vorgehensweise der russischen Armee in der Ukraine forscher werden wird. Er wählte seine Worte vorsichtig und erntete für den Vorschlag grossen Applaus:

«Natürlich verrate ich ein Geheimnis – mein Kollege wird mir das nicht übelnehmen. Während der Preisverleihung flüsterte mir einer der Preisträger zu: „Wir werden siegen. Aber wir müssen mutiger sein. Das möchte ich wirklich sehr.“ Doch da stellt sich die Frage: „Noch mutiger?“ Und genau wie in der Wirtschaft birgt auch dies Risiken, deren Preis Verluste auf unserer Seite auf dem Schlachtfeld sind. Deshalb werden wir auch hier umsichtig vorgehen, aber beharrlich und konsequent die Ziele verfolgen, die unserem Land gesetzt wurden. Und wir werden sie erreichen.»
Präsident Putin, 27. Juli 2026

Seine Worte werden in den russischen Medien intensiv diskutiert und interpretiert; die Bevölkerung scheint mit einem solchen Vorgehen einverstanden zu sein.

Ein Armeechef wird durch einen Psychopathen ersetzt – Erinnerungen an Himmler

Zelensky hat den Armeechef Sirsky entlassen und am 21. Juli 2026 Mykhailo Drapatyi zum neuen Armeechef ernannt. Passend zum Niveau der ukrainischen Führung äusserte dieser sich wie folgt über Russland:

„Im Grossen und Ganzen handelt es sich hier um eine Nation mit einer Führung, die kein Recht zu existieren hat. „Seit Jahrtausenden hat es dort nichts Zivilisiertes gegeben, weder in der Mentalität noch in den imperialen Ambitionen.“
Mykhailo Drapatyi, 22. Juli 2026

Das sind Nazi-Aussagen sondergleichen und die Geschichte wiederholt sich wiederum: Unmittelbar nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 entliess Hitler General Friedrich Fromm und ernannte Himmler zum Oberbefehlshaber des Ersatzheeres (Ersatzheer). Damit erhielt Himmler die Kontrolle über die militärische Ausbildung, die Ersatztruppen und rund zwei Millionen Soldaten innerhalb Deutschlands. Später, um den 25. Januar 1945 ernannte Hitler Himmler zum Befehlshaber der neu geschaffenen Heeresgruppe Weichsel, deren Aufgabe es war, den sowjetischen Vormarsch auf Berlin aufzuhalten. Himmler verfügte praktisch über keinerlei Erfahrung im Führen konventioneller Armeen und wurde am 20. März 1945 durch General Gotthard Heinrici abgelöst.

Himmler war ein Paradebeispiel eines genozidalen Psychopathen und war in seiner Rolle als Heeresführer nicht erfolgreich. Die Geschichte scheint sich nun in der Ukraine zu wiederholen und weist darauf hin, dass sich das Narrativ des Westens im Gleichschritt mit der ukrainischen Front zersetzt. Der Wechsel der Armeeführung ist ein klares Indiz für die Aussichtslosigkeit, in welcher die Ukraine militärisch steckt – so wie damals.

Europas Angriffe in den Tiefen Russlands

Die Angriffe Europas in die Tiefen Russlands halten weiter an. Die russische Regierung bezeichnet diese zu Recht als Terroranschläge, welche zwar Opfer unter der Zivilbevölkerung verursachen, aber kaum Einfluss auf den Vormarsch der russischen Truppen in der Ukraine haben. Präsident Putin sah bis jetzt davon ab, gegenüber Europa militärisch zu reagieren, obwohl er dazu berechtigt wäre. Ich habe mich dazu in meinem letzten Artikel «Europa schwebt über dem Abgrund» geäussert. Seither konnte ich keine Änderung der Politik von Präsident Putin erkennen. In einem seiner letzten Auftritte bei Judge Napolitano forderte Gilbert Doctorow einen Angriff Russlands auf Europa, da ansonsten für Russland der Krieg verloren sei. Doctorow begründet seine Aussage, warum Russland den Krieg in einem solchen Fall verlieren würde, in keiner Weise. Die offene, gegen jedes Völkerrecht verstossende Kriegsführung Europas gegen Russland zielt darauf ab, Russland zu einem Angriff zu provozieren, wie schon 2014 und 2022. Präsident Putin lässt sich auf ein solches Spiel nicht ein – bis jetzt. Doctorow scheint dies nicht zu erkennen oder spielt ein unwürdiges Spiel.  

Irankrieg

Neben Russland ist der Iran das vom Westen meistunterschätzte Land der Welt. Die Perser sind den Israelis und den Amerikanern mit ihren Hyperschallraketen nicht nur militärtechnisch, sondern auch mental überlegen. Das amerikanische Volk ist uneinig und die Mehrheit unterstützt den Krieg gegen den Iran nicht. Verschiedene Umfragen zeigen, dass eine klare Mehrheit der Amerikaner den Krieg nicht unterstützt. Jüngste landesweite Umfragen deuten darauf hin, dass nur etwa ein Drittel der Bevölkerung die US-Militäraktionen befürwortet, während etwa die Hälfte bis zwei Drittel dagegen sind (Quellen: Washington Post, Silver Bulletin, Barrons); gemäss dem Goldstandard von Umfragen in den USA, Gallup, unterstützen lediglich 34% der US-Bevölkerung das militärische Vorgehen gegen den Iran. Diese Umfrage datiert vom 15. Juni und ich gehe davon aus, dass nach dem Bruch des MOU und der Verschlechterung der Lage im Energiesektor – höhere Benzin- und Dieselpreise in den USA – die Zustimmung weiter gesunken ist.

Die Iraner sind einig; ein klarer Hinweis darauf, dass das Volk hinter der Regierung steht, zeigte sich schon allein dadurch, dass über 15 Millionen, einige Quellen sprechen von bis zu 40 Milllionen, Personen den Feierlichkeiten zur Beisetzung des ermordeten früheren Führers Khamenei beiwohnten. Die westliche Propaganda, die behauptet, der Rückhalt der Regierung sei schwach, ist in sich zusammengebrochen. Nach dem Bruch des MOU durch Trump, sind die Iraner zurzeit nicht verhandlungsbereit. Wie auch, mit einer Gegenpartei, die sich nicht an Vereinbarungen hält.

Die Amerikaner sind in einem riesigen Dilemma. Gemäss Larry Johnson gehen den Amerikanern nicht nur die Luftabwehrraketen, sondern auch die Offensivmunition aus. Dazu kommt, dass sich die Öl- und Gassituation durch die Sperrung von Bab al-Mandab durch die Huthis weiter verschärft hat. Eine Landinvasion durch die USA ist reines Geschwätz von Trump und würde für die Amerikaner in einem Blutbad enden. Das wird wohl auch der Grund sein, warum die Amerikaner seit ein paar Tagen die Angriffe gegen den Iran eingestellt haben. Die Saudis haben vor ein paar Tagen einen neuen Krieg mit den Huthis provoziert und nach der Sperrung von Bab al-Mandab wird die Ölinfrastruktur des Ölgiganten zum Ziel.

Die Amerikaner haben auch den dritten Versuch, nach Juni 2025 und Februar 2026, in keiner Weise für sich entscheiden können – sie haben den Krieg verloren, das Prestige der stärksten Militärstreitkräfte ist dahin. Weiter haben sie der Welt gezeigt, dass sie als Verhandlungs- und Vertragspartner wertlos sind. Das wird kolossale, nachhaltige Konsequenzen für die USA haben.

Es ist zu befürchten, dass die USA, Europa und Afrika mit katastrophalen Energiekrisen konfrontiert sein werden und wir spätestens nächstes Jahr mit Hungersnöten in Afrika rechnen müssen. Weiter wird die Chipindustrie leiden. Neben den vielen Toten in Afrika wird die Inflation im Westen grassieren – dank den USA.

Langzeitfolgen

Militärische Konsequenzen

Russland wird nichts anderes übrigbleiben, als den Grossteil der Ukraine zu besetzen, um das Problem an seiner Westgrenze nachhaltig zu lösen. Wie lange das geht, weiss niemand. Europa und Amerika werden alles versuchen, um dies zu verhindern und es bleibt abzuwarten, ob und wann Präsident Putin zum Schluss kommt, dass er nur durch einen Schlag gegen die NATO-Länder selbst zum Ziel kommen kann. Durch die neuen Realitäten auf dem Schlachtfeld, das von Drohnen beherrscht wird, ist anzunehmen, dass sich das Tempo des russischen Vormarsches erst dann erhöht, wenn die ukrainischen Streitkräfte kollabieren. Eine Beteiligung von offiziellen europäischen Truppen auf ukrainischem Boden schliesse ich zurzeit aus.

Im Nahen Osten wird es keine Ruhe geben, solange die Forderungen der Iraner nicht erfüllt werden. Doch Israel wird sich dem widersetzen. Es ist denkbar, dass infolgedessen der Staat Israel in der heutigen Form nicht überleben wird, denn Israel in der heutigen Form ist nicht friedensfähig. Weiter ist denkbar, dass viele Länder bilaterale Abkommen mit dem Iran und den Huthis eingehen werden, um ihre katastrophale Energiesituation abzudämpfen.

Die Amerikaner und die Israelis haben es somit geschafft, den Iran zur grössten geopolitischen Macht im Nahen Osten zu machen.

Wirtschaftliche Folgen

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die westlichen Finanzmärkte kollabieren werden; die Zusatzbelastungen aus dem Nahen Osten könnten durchaus zum Auslöser werden. Es kann fünf, zehn oder mehr Jahre dauern, bis wieder Stabilität einkehren wird. Denn die westlichen Zentralbanken werden zuverlässig ihr Allheilmittel einsetzen und solange Geld drucken, bis die FIAT-Währungen komplett kollabieren werden. Die Geschichte zeigt, dass solche wirtschaftlichen Katastrophen zu militärischer Aggression führen. Da wir bereits heute mit Fug von einem Weltkrieg sprechen können, kann man nur erahnen, was passieren wird: Möglicherweise ein Aufbrechen der EU und ein innereuropäischer Krieg, ein Bürgerkrieg in den USA? – Alles ist möglich.

Man muss sich bewusst sein, dass diese Kriege, die sich vorerst direkt gegen Russland und den Iran wenden, schlussendlich China zum Ziel haben werden. Die militärischen Konflikte in Afrika sind nichts anderes als Kämpfe der ehemaligen Kolonialherren, welche diesen reichen Kontinent seit Jahrhunderten ausgesaugt haben, gegen die Chinesen, welche seit Jahrzehnten in Afrika investieren. Die Chinesen sind sich dessen bewusst und bereiten sich militärisch vor – seit Jahrzehnten.

Kriegsverbrechertribunale werden kommen

Der Krieg wird enden und die Verbrecher werden nicht gewinnen. Gewinnen wird die Menschlichkeit und das ist gut so. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden verschiedene Kriegsverbrechertribunal statt, das bekannteste in Nürnberg. Dies war nichts als eine Marketingveranstaltung, um den geschundenen Völkern vorzugaukeln, es werde über die Schuldigen gerichtet. Eine Handvoll endete am Galgen, die meisten kamen davon. Dazu mein Artikel vom November 2023 «Die ungesühnten Verbrechen des Holocaust». 

Donald Trump etwa zeigte vor ein paar Tagen selbst, dass er sich seiner Kriegsverbrechen sehr wohl bewusst ist. Auf die Frage eines Journalisten der New York Times, „Sie sprechen davon, zivile Kraftwerke und Brücken in die Luft zu sprengen. Ein Grossteil der zivilisierten Welt würde dies als Kriegsverbrechen betrachten. Sehen Sie das auch so?“, antwortete Trump, er werde nicht darauf eingehen.

Sein Instinkt oder seine Anwälte und Berater scheinen sich somit innerlich bereits auf schwierige Zeiten vorzubereiten.

Die Anzahl und die Schwere der heutigen Kriegsverbrechen und der Genozide sind in der Menschheitsgeschichte auch dadurch einzigartig, da die Beweislage erdrückend sein wird. Es gibt Millionen von Filmen und Fotos, die von Millionen von Menschen mit ihren Smartphones aufgenommen und in Netz gestellt wurden – das Internet vergisst nie und nichts.

Ich gehe davon aus, dass Kriegsverbrechertribunale in der Zukunft an verschiedensten Orten, wohl an den Tatorten, abgehalten werden, Gaza, Westbank, Libanon, Teheran, Moskau, Kiew, Kursk etc. Professor Mearsheimer sagte vor ein paar Tagen, dass sowohl Netanjahu als auch Trump am Galgen hängen würden, falls man ihr Verhalten nach den Grundsätzen von Nürnberg beurteilen würde. Die Damen und Herren der westlichen Medien sollten bald Fluchtpläne schmieden. Selbst in Nürnberg wurden diese nicht verschont.

Fazit

Der Weltkrieg ist da, der Wirtschaftskollaps wird kommen und die Menschheit sieht einer grausigen und langen Leidenszeit entgegen.

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