Staatsstreich in Permanenz – Die Zensur-Industrie und das Verwertungsmodell des Digitalen Kriegs-Kapitalismus (Teil II)
Insbesondere in Zeiten kapitalistischer Krisen ist die "Kritiklosigkeit der Intellektuellen hervorzuheben". Antonio Gramsci hat geschrieben: "Die europäischen Intellektuellen... repräsentieren nicht mehr das kulturelle Selbstbewusstsein, die Selbstkritik der herrschenden Klasse; sie sind wieder zu unmittelbaren Agenten der herrschenden Klasse geworden..."[xxvi] Ihre Funktion ist es insbesondere bei Umbrüchen im Verwertungsmodell und bei Legitimationsproblemen, "die gesellschaftliche Hegemonie einer Gruppe und ihre staatliche Herrschaft zu organisieren", insbesondere "für diejenigen Momente einer Befehls- und Führungskrise, in denen der spontane Konsens eine Krise erleidet."[xxvii]
Die endemische Krise des Kapitalismus
Hintergrund ist die endemische Krise des Kapitalismus. Damit meine ich zunächst die wachsende Investitionsschwäche, die sich in den zurückliegenden Dekaden aufgebaut hat und die aus dem Problem der Überakkumulation entsteht. Es gibt gleichsam zu viel Kapital. Überakkumulation bedeutet, dass die Kapitalbesitzer keine langfristigen Anlagemöglichkeiten mehr finden, um die erwünschten Renditen zu erzielen.[xxviii] Dies führt in einen langen Abschwung der Weltwirtschaft, für den nach den Analysen von Robert Brenner der tendenzielle Fall der Profitrate in den entwickelten Industrieländern verantwortlich ist. Dies ist insbesondere für die USA und Deutschland gut nachgewiesen.[xxix] Dem Fall der Profitrate können Investoren mit einer Reihe von Maßnahmen entgegenwirken: Senkung der Löhne, Rationalisierung der Produktion, billigere Rohstoffe, Zulieferteile und Lagerhaltung, Erschließung neuer Absatzmärkte. Deshalb schwankt die Profitrate stark. Aber hinsichtlich der langfristigen Entwicklung lässt sich keine strukturelle Erholung erkennen.[xxx]
Der Neoliberalismus der 1980er Jahre brachte die Internationalisierung und die globale Deregulierung des Finanzsystems. Die Finanzmärkte waren der Ort, wo man angesichts der fallenden Profitrate in der Industrie noch schnelles Geld machen konnte. Wall Street und City of London wurden zu neuen Zentren ökonomischer Macht, weil sie gegenüber den Nationalstaaten massiv Handlungsspielräume hinzugewonnen haben. Auf den Finanzmärkten verläuft die Verwertung nicht durch Investition in Produktionsmittel und Arbeitskräfte, um aus dem Verlauf der Produkte Gewinn zu erzielen, sondern es wird in Finanztitel mit der Erwartung investiert, sie später zu einem höheren Preis verkaufen zu können: Aus Geld soll mehr Geld werden, ohne Warenproduktion. Das Volumen der Transaktionen auf den Finanzmärkten übertraf bereits 2016 die Umsätze im Waren- und Dienstleistungsbereich um mehr als das Hundertfache. Durch die Bildung von Derivaten, also abgeleiteten und gebündelten Wertpapieren, können Börsenwetten auf Kursschwankungen abgeschlossen werden.[xxxi] Der Finanzkapitalismus entstand, weil die Profitraten in der Realwirtschaft gesunken waren. Nun wurde er selbst zur Krisen-Ursache.
Die Finanzkrise 2008 löste die bis dahin schärfste globale Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg aus und führte wenig später zur Eurokrise, die bis heute nicht gelöst wurde. Da die Finanzmärkte weitgehend zusammengebrochen waren, öffneten die Zentralbanken die Schleusen und überfluteten das System mit Geldmitteln.
Der Finanzkapitalismus und seine Blasen
In der Covid-19-Krise weitete sich die Krise auf fast alle Marktsegmente aus, auch auf das Schattenbanken-System und das Finanzsystem insgesamt. Wiederum waren es die Zentralbanken, welche die Liquiditätsklemme verhinderten und effektiv auf die Krise reagierten. Aber die Krise selbst ist nicht verschwunden. Vielmehr sorgen die Geld-Zuschüsse der Zentralbanken für eine scheinbare Stabilität des Systems: "Das heutige globale Finanzsystem und der heutige Kapitalismus westlicher Industriestaaten," so Joscha Wullweber, "können ohne die permanenten, hochgradig unkonventionellen, umfangreichen und in mancher Hinsicht sehr extremen Interventionen der Notenbanken nicht mehr funktionieren. Stellten diese ihre Maßnahmen ein, würden das Bankensystem, das globale Finanzsystem und Wirtschaftssysteme weltweit kollabieren."[xxxii]
Das Beispiel Deutschland: Die Basis für die Finanzialisierung der Wirtschaft wurde geschaffen mit der steuerlichen Freistellung von Veräußerungsgewinnen durch die Regierung Schröder-Fischer im Jahr 2002. Dies ermöglichte den Banken ihre Industriebeteiligungen steuerfrei zu verkaufen und in strukturierte Wertpapiere zu investieren. Dies hatte zwei Folgen: Zum einen gerieten die deutschen Banken sehr schnell in den Strudel der Finanzkrise 2008, was ihnen ohne diese Umschichtung teilweise erspart geblieben wäre. Zum zweiten konnte sich die internationale Finanzindustrie in deutsche Unternehmen einkaufen.
Die Finanzkrise stellt einen Wendepunkt dar, an dem zwei entscheidende strukturelle Veränderungen im Finanzsystem einsetzten: einer Verlagerung von faulen Krediten zu Staatsanleihen und von Banken ins Schattenbanken-System. Die Rettung der Banken mit dem Geld der Steuerzahler hat, so die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, dazu geführt, dass die Risiken im Bankensektor abgenommen haben, während gleichzeitig die Schuldenlast der Staaten angestiegen ist wie noch nie in Friedenszeiten. Gleichzeitig ist das Fondsvermögen aus den Bankbilanzen abgewandert, während es bei Hedgefonds, Investment-Fonds, Pensionsfonds, Versicherungen und Finanzinvestoren dramatisch gestiegen ist. Das steigert die Risiken, denn im Schattenbanken-System werden Anlagen oft mit Derivat-Mechanismen gehebelt, um Kursschwankungen optimal auszunutzen und gleichzeitig das Eigenkapital zu entlasten. Dies steigert die Gefahr prozyklischer Notverkäufe und kann die staatlichen Refinanzierungsbedingungen erschüttern.[xxxiii] Damit ist auch der Haushalt Deutschlands in die babylonische Gefangenschaft internationaler Finanzinvestoren im weithin unregulierten Schattenbanken-System geraten, die am Ukraine-Krieg Milliarden verdienen und jeden Staat, der aus der Front der Kriegstreiber aussteigen will, mit einem Ausverkauf seiner Anleihen unter Druck setzen können.
Zum zweiten konnten sich US-Finanzinvestoren in deutsche Unternehmen einkaufen. Heute befindet sich nur noch etwa ein Drittel des Aktienbestandes der 40 DAX-Konzerne in deutscher Hand. Insbesondere Anleger aus Nordamerika haben ihre Beteiligungen auf mehr als 25% ausgebaut. Bei mehr als der Hälfte der DAX-Konzerne sind die Mehrheiten im Besitz ausländischer Investoren.[xxxiv] Deutschland ist nicht mehr Herr im eigenen Hause, die Entscheidungen werden woanders gefällt. Die wirtschaftliche Basis geriet zunehmend in die Verfügungsgewalt von US-Finanzinvestoren. Darauf gründet sich letztendlich auch politische Abhängigkeit. Das erklärt, warum auch die unternehmerische Wirtschaft die verheerende Sanktionspolitik ohne öffentliches Murren hingenommen hat.
Diese Sanktionen haben sich zum Bumerang entwickelt. Durch die Kappung der Energiebeziehungen zu Russland ist die deutsche Wirtschaft in eine Rezessionsschleife geraten. Die Wettbewerbsfähigkeit bröckelt, die De-Industrialisierung ist in vollem Gange, Unternehmen schließen oder verlagern ihre Fertigung, der Arbeitsplatzabbau läuft. Dieser De-Industrialisierungsprozess hat inzwischen den Kipp-Punkt erreicht, an dem er unumkehrbar geworden ist. Seit der Corona-Krise sind mehr als 341.000 Industriejobs verlorengegangen - also jede 17. Stelle -, die ausländischen Direktinvestitionen erreichten 2025 ein 17-Jahres-Tief.[xxxv]
Digitaler Kapitalismus: Wenn der Markt zum Privateigentum wird
Der Übergang zum Digitalen Kapitalismus, der sich nun "auf den rauchenden Ruinen des Neoliberalismus" erhebt, bringt einschneidende Veränderungen im Bereich der Finanzmärkte und im Produktionssektor.
Auf den Finanzmärkten beschleunigt sich der Handel durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und erhöht damit die Risiken. Durch die Blockchain-Technologie entstehen neue Handels- und Spekulationsplattformen, die sich staatlicher Kontrolle bislang entziehen. Er führt aber nicht in das Absterben des Kapitalismus, sondern in die Radikalisierung seiner grundlegenden Mechanismen. Er beschleunigt die Konzentration des Kapitals und die Entstehung sozialer Ungleichheit.[xxxvi] Philipp Staab schreibt: "Der digitale Kapitalismus ist nicht nur in systematischer Hinsicht eine Maschine zur Produktion sozialer Ungleichheit, sondern in einem umfassenderen Sinn ein neues gesellschaftliches Herrschaftsformat."[xxxvii]
In den USA gibt es Überlegungen, mit dollargedeckten Stablecoins eine neue Nachfrage nach US-Staatsanleihen schaffen und das Risiko einer gescheiterten Schuldenauktion zu verringern. Tatsächlich gehören Stablecoins wie Tether & Circle inzwischen zu den TOP 20 der US-Treasury-Inhaber. Der GENIUS Act vom Juli 2025 hat still und leise die Stablecoin-Reserven an die Nachfrage nach US-Treasuries gekoppelt. Danach muss jeder Emittent von Stablecoins seine Coins mt sicheren Vermögenswerten unterlegen. Das sind nach der Definition des US-Finanzministeriums US-Staatsanleihen. Damit wird jeder Dollar, der in Stablecoins fließt, automatisch in US-Staatsanleihen gelenkt. Jeder Krypto-Anleger wird so zwangsweise Kreditgeber der US-Regierung, sobald er Stablecoins nutzt. Die US-Regulatoren haben vollen Zugriff auf die Anlagen, und eine Inflation im Dollar entwertet auch die digitalen Assets.[xxxviii] Diese neue Form der Kontrolle leistet der Dollar-Dominanz Vorschub.
Russland spricht von Plänen der USA, ihre immense Schuldenlast - Ende Mai 2026 etwa 40 Billionen USD[xxxix] - über Stablecoins zu entwerten. Die Absicht sei, die Schulden durch dollargedeckte Stablecoins zu ersetzen, den Stablecoin vom Dollar zu entkoppeln und dann massiv abzuwerten - was dem Versuch gleichkommt, die Welt die US-Schulden bezahlen zu lassen. Ein solcher finanzieller Neustart würde es den USA ermöglichen, ihre Schuldenlast zu reduzieren und gleichzeitig die Dominanz des Dollars als Leitwährung aufrechtzuerhalten. Unklar ist, ob dies tatsächlich umsetzbar ist.[xl]
Moskau arbeitet an einem eigenen, durch den Rubel gedeckten Stablecoin namens "A7A5", der auf der Tron-Blockchain lanciert werden soll. Dies dient der Strategie, die Abhängigkeit von US-Dollar-Stablecoins wie Tether (USDT) zu reduzieren, über den Russland in der Vergangenheit Ölgeschäfte mt China und Indien abgewickelt hat.[xli]
In der digitalisierten Realwirtschaft verändern sich Wertschöpfung und Warenzirkulation ebenfalls radikal. Im Zentrum stehen nun proprietäre Märkte. Ihre Leitunternehmen sind Google, Apple, Facebook, Amazon, allesamt Monopole. "Klassische Monopolunternehmen agieren auf Märkten", so Philipp Staab, "die Leitmedien des Digitalen Kapitalismus hingegen SIND Märkte".[xlii] Der Markt selbst wird privatisiert.
Das ist ein konstitutiver Unterschied zur neoliberalen Ideologie, in deren Zentrum neutrale Märkte stehen: Die dominanten Märkte befinden sich in Privatbesitz. Entscheidend für sie ist die Reichweite, also die Größe des Nutzerstammes. Um Reichweite zu generieren, werden die Angebote aus anderen Geschäftsfeldern quersubventioniert. Die Konsumenten werden mit vordergründigen Umsonst-Angeboten geködert, die sie aber hinterrücks mit der Abgabe ihrer Daten bezahlen: Wenn ein Produkt nichts kostet, dann ist der Nutzer das Produkt. Anders als klassische Monopole zeigt sich die Macht des Marktbesitzers und damit sein Profitmodell in vier Formen der Kontrolle: erstens in Informationen, dem zentralen Rohstoff; zweitens in Zugangskontrolle nach eigenem Ermessen; drittens in der Wahl der Leistungen; viertens in der Preiskontrolle – und zwar in Richtung auf Produzenten und Konsumenten.[xliii]
Der zentrale Rohstoff dieser proprietären Märkte sind Nutzerdaten. Über das Sammeln und Aggregieren von Daten läuft die Wertschöpfung. Dies wirkt wiederum auf der Produzenten- als auch auf der Konsumentenseite. Sowohl in der Produktions- als auch in der Konsumtionssphäre werden Nutzerdaten abgeschöpft. Nutzer und Produzenten denken, sie durchsuchen das Netz mit Google; aber Google durchsucht sie. Dies ermöglicht nicht nur Verhaltens- und Leistungskontrolle, sondern auch prognostische Verhaltenslenkung über die Auswahl und Hierarchie der Suchergebnisse.
Nachdem der Neoliberalismus die Beschäftigungsverhältnisse schon weitgehend liberalisiert und prekarisiert hat, kommen nun neue Risiken und Leistungsverdichtungen hinzu: In Fertigung und Vertrieb wird Digitalisierung zur Rationalisierung und zum Stellenabbau genutzt. Während also die Daten- und Profit-Kaskaden nach oben hin zu den Plattformen fließen, fließen die "Risiko-Kaskaden" vor allem nach unten.[xliv] Dazu kommt ein massiver Stellenabbau, der durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ausgelöst wird. Dem Bericht "Mercer Global Talent Trends 2026" der Beratungsfirma Mercer zufolge sehen 63 Prozent der befragten Führungskräfte in der Künstlichen Intelligenz die Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu automatisieren und die Rendite zu steigern.[xlv] Im Extremfall wird der Konkurrenzkampf selbstzerstörerisch: Die Unternehmen rationalisieren durch Künstliche Intelligenz Arbeitskräfte weg; aber Arbeitskräfte sind auch Kosumenten, und wenn das verlorene Einkommen nicht ersetzt wird, erodiert die Kaufkraft und damit die Nachfrage nach den Produkten.[xlvi]
Die Wirtschaft des Ressentiments
Auf der Konsumentenseite ermöglichen das Internet und die sozialen Medien – Twitter, Facebook, Instagram – eine schnelle unmittelbare Reaktion. Dies erleichtert es dem Affekt, sich vor die gründliche Durchdringung und Abwägung der Themen zu schieben. Vernunftgeleitete Reaktion und Verarbeitung treten hinter Schnelligkeit und Emotionalisierung zurück. Wolf-Dieter Narr beobachtete schon vor Jahren einen langfristig wirkenden Verhaltenswandel.
Er besteht "in einem Schwund der individuell gegebenen Reflexions- und Verarbeitungs-mechanismen": "Reize und Erwartungen erzeugen Antworten, ohne dass der einzelne zur eigenen Verarbeitung, zur Wahl, zum Widerstand in der Lage wäre." Damit gehen die Kontrollkriterien und -informationen verloren; der Einzelne kann die Komplexität der Informationsfülle nur reduzieren, indem er ihr vertraut. Narr beschwört schon 1979 "die Gefahr einer Gesellschaft bedingter Reflexe […] genauer: einer Gesellschaft widerstandsloser, im Saft ihrer irrelevanten Subjektivität ertrinkender, allenfalls zu irrationalen Ausbrüchen fähiger Individuen".[xlvii]
Diese Prognose gewinnt im Übergang vom Neoliberalismus zum Digitalen Kapitalismus besondere Bedeutung. Denn, darauf hat Wolfgang Engler hingewiesen: "In allen vom Neoliberalismus umgegrabenen Gesellschaften herrscht massenhafte Wut."[xlviii] Sie richtet sich gegen die Machteliten, die Lohnabhänge zunehmend durch Sozialkürzungen, Privatisierung, Liberalisierung und eine Verschiebung der Verantwortung für die Lebensrisiken vom Staat auf die Individuen unter Druck gebracht haben.
Bleibt diese Wut im alltäglichen Daseinskampf lange verkapselt, so wird die Emotionalisierung und Affektsteuerung der sozialen Medien zum Ventil der Triebabfuhr. Die Berichterstattung der Mainstream-Medien und zahlreiche Social-Media-Kanäle betreiben dieses Geschäft, unterschwellige Wut zu kanalisieren und zu lenken, weil es Klicks, Auflage, Werbeeinnahmen, Quote bringt.
Damit die Monetarisierung von Ressentiments überhaupt funktionieren kann, muss sie eine emotionale Nachfrage beim Publikum stimulieren. Beide, Produzenten und Konsumenten, profitieren oberflächlich: Die einen durch Klickzahlen, die anderen durch Triebabfuhr: "Logische Argumente", so Heinz Abels, "sind ohnmächtig gegen affektive Interessen. Selbst die scharfsichtigsten Menschen benehmen sich wie Schwachsinnige, wenn eine verlangte Einsicht einem Gefühlswiderstand begegnet."[xlix]
Auf diese Weise ist ein neues mediales Verwertungsmodell entstanden. Es ist nicht mehr in erster Linie Informationsbasiert, sondern Ressentiment-getrieben. Im Kern geht es hier also darum, Ressentiments zu monetarisieren. Oder kurz: Hasserzeugung als Geschäftsmodell. Diese Monetarisierung von Ressentiments läuft v. a. über proprietäre Märkte. Dienste wie Twitter, auf denen sich fast ausschließlich die Meinungsbildung der Geschwätz-Eliten vollzieht, treiben dies an. Die Kürze erzwingt Zuspitzung und Kompression der Erregungskurven.
Joseph Vogl benennt präzise die Gefahren, die in der politischen Ökonomie des Ressentiments heraufziehen: "So befördert die Ökonomie des Ressentiments das Konkurrenzsystem, sie beliefert Meinungsmärkte und fusioniert mit Bewertungs-automatismen, sie erzeugt beschränkte Erlebnisbezirke, vervielfältigt abgesonderte Pseudogemeinschaften, privilegiert plebiszitäre Autoritätsfiguren, und sie wendet die Beunruhigung durch globale Märkte, transnationale Interventionskräfte und wirtschaftliche Abhängigkeiten in handgreifliche Denunziationsformeln um, die sich dann etwa auf die Grenzüberschreitungen von Migranten, europäischen Bürokaten, gierigen Investoren oder finanzindustriellen Verschwörern gleichermaßen beziehen können. Die im Ressentiment gärende Kritik nimmt stets einen ›polizeilichen‹ Weg, sie fahndet und verdächtigt und sucht zur Wirksamkeit von abstrakten Systemprozessen vermeintlich haftbare und konkret fassbare Ersatzobjekte herbei."[l]
Dies ist ganz im Sinne der Machteliten, die wissen, dass sich die von ihnen ausgelöste Wut keinesfalls gegen sie selbst richten darf. Deshalb fördern sie durch Propaganda die Aggressionsverschiebung auf innere Feinde wie angebliche Verschwörungstheoretiker, Rechte oder Corona-Schwurbler, oder äußere Gegner, z. B. durch die Weckung von Russenhass und Putin-Dämonisierung.[li] Die politische Ökonomie des Ressentiments begünstigt die Mobilisierung der Angst und die Politik der Ausgrenzung, der sich die Machteliten zur Lenkung der Gesellschaft und als Regierungstechnik bedienen.
Zu diesem politischen Konzept gehört das populistische Verfahren des "Wir-gegen-sie" und damit die Förderung des identitären Denkens, das auf Bekenntnisse, nicht auf Erkenntnisse abzielt:
"Debatten in Glaubensfragen", so Zygmunt Bauman, "zielen nicht auf Konsens, sondern darauf, die Gegenseite als unheilbar taub und blind für die ›Tatsachen‹ und von bösartigen Absichten getrieben hinzustellen […] Unter diesen Umständen lautet das Erfolgsrezept für Populisten: die Wut ständig am Schwelen halten."[lii] Aus dem Gleichklang der Herzen wird dann ein Gleichklang der Hetze.
Sechs Wandlungen eines sterbenden Kapitalismus
In der Summe erleben wir derzeit eine Multikrise, eine multiple Sklerose des Kapitalsystems: Überakkumulations- und Finanzkrise, Krise des Nationalstaats, Bildungskrise, soziale Krise, Krise der Demokratie und Legitimationskrise. "Das Kapitalsystem", so Andrej Fursow, steht "jetzt vor einer systemischen, endgültigen Krise".[liii]
Fursow weist darauf hin, dass der Kapitalismus ein expansives System darstellt, das sich ausbreitet und so die Krise und die Ausbeutung externalisiert. Um dem Fall der Profitrate entgegenzuwirken, verleibt sich das Kapital Randzonen der Rohstoffgewinnung und der Billigarbeit ein. Mit dem Zerfall des sozialistischen Lagers verschwanden aber diese nichtkapitalistischen Randzonen. Der Kapitalismus umfasst heute den gesamten Globus. Damit gibt es keine Expansionsmöglichkeiten mehr. Jetzt steht die Intensivierung des Kapitalismus auf der Tagesordnung.[liv]
Deshalb intensiviert sich die Kapital-Verwertung durch Erschließung von vier Bereichen:
Erstens startet das Kapital einen Angriff auf die menschliche Gesundheit: Immer deutlicher werden die Hinweise, dass das SARS-CoV-2 Virus aus einem Labor in Wuhan stammte, in dem im Auftrag der USA an Biowaffen geforscht wurde.[lv] Die Impfprogramme spülten Milliarden in die Kassen von Pharma-Unternehmen und Finanzinvestoren und diente zur Gewöhnung an den Ausnahmezustand. Die Einstufung von Corona als gefährliche Pandemie erfolgte nicht nach wissenschaftlicher Einschätzung, sondern war politisch motiviert.[lvi] Die Impfschäden einer nicht zureichend erprobten Gentherapie sind gut dokumentiert, blieben aber bislang ohne politische Konsequenzen.[lvii]
Zweitens geschieht ein Angriff auf die menschliche Reproduktion: Andrej Fursow zählt die Bevölkerungs-Reduktion zu den zentralen Elite-Projekten: "Es ist viel leichter, 2 Mrd. Menschen zu kontrollieren, anstatt 7 oder 8 Mrd. Das Bevölkerungsprojekt wird von den gleichen Strukturen finanziert, die bereits die Umweltbewegung u.a. finanziert haben."[lviii] Beim World Economic Forum 2018 hat Bill Gates auf angebliche Risiken des Bevölkerungs-Wachstums hingewiesen.[lix] Der Milliardär erklärte, dass die meisten Menschen in der Ära der Künstlichen Intelligenz nicht mehr länger zur Erfüllung gesellschaftlicher Aufgaben gebraucht werden.[lx]
Drittens der Angriff auf das menschliche Gehirn: Wir erleben derzeit einen Prozess der Ent-Rationalisierung und der "Zerstörung der Vernunft".[lxi] Die Zerstörung des Bildungssystems schreitet voran. Das Bulimie-Lernen - reinfressen, auskotzen und vergessen - für Multiple-Choice-Klausuren an Universitäten verhindert das Denken in Zusammenhängen, die Analyse von Interessen, fördert das fragmentierte Denken und die Orientierung an autoritative Vorgaben.[lxii] Die hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Europe macht es unter den bestehenden Bedingungen unmöglich, das Wissens-Niveau aufrecht zu erhalten. Die Abschaffung des polytechnischen Unterrichts der DDR nach der Vereinigung Deutschlands hat die Integration von Theorie und Praxis erschwert und damit zum Absinken des Bildungsniveaus beigetragen. Emmanuel Todd weist darauf hin, dass Russland trotz einer nicht einmal halb so großen Bevölkerung mehr Ingenieure ausbildet als die Vereinigten Staaten.[lxiii] Dazu beschleunigen Affekt-Ökonomie, die Cognitive Warfare der NATO und die Arbeit des Zensur-Komplexes die Entwicklung hin zu einer Gesellschaft bedingter Reflexe: Die "Feindseligkeit aller gegen alle", so Joseph Vogl, liefern "das Ferment einer neuen Vorkriegszeit".[lxiv]
Wir erleben eine Krise der Tradierung, die auch etwas mit dem Vordringen audiovisueller Medien in den Alltag und dem Zurückdrängen der Schrift zu tun hat. Jedes Medium ordnet seine Informationen nach bestimmten Prinzipien an. Die Schrift erfordert Linearität und Diskursivität. Die visuellen Medien sind charakterisiert durch ein "Zerfallen logozentrierter narrativer Strukturen und neuartige Verschränkungen sprachlicher, visueller und musikalischer Elemente, das heißt die Linearität des Schriftmediums wird ersetzt durch eine "nicht-narrativ fundierte Assoziationslogik, die - wenn überhaupt - nur noch psychoanalytisch entwirrt werden kann".[lxv] Die mediale Transformation bedeutet also auch eine Umgestaltung der Information.
Die Schrift ist ein Synonym für eine epochenbestimmende Wahrheitsmatritze und Orientierungsgröße der menschlichen Gesellschaft. Doch ihre Dominanz scheint in der westlichen Kultur gebrochen, während in anderen Kulturen, wie der islamischen, ihre Bedeutung eher zunimmt. In unserer Kultur ist die Schrift nur noch eine mediale Ausdrucksform unter anderen, nicht mehr die Ausdrucksform, nach der sich die Gesellschaft ausrichtet. Für eine bestimmte Art des Denkens und der Darstellung ist die Schrift aber nicht hintergehbar. Das bedeutet für die Gegenwart, in der in der westlichen Hemisphäre die visuellen Medien zu Leitmedien geworden sind, dass die Wahrheit an die Oberfläche rutscht, während das Wort als obsolet erscheint.[lxvi] Wir erleben den Prozess einer Ent-Analphabetisierung. Aber die visuelle Oberfläche ist mit den Mitteln der Digitalität und Künstlichen Intelligenz leicht manipulierbar, wenn nicht gar technisch reproduzierbar. Die Welt der Bilder ist eine postfaktische Welt. Denn die Bilder haben spätestens durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ihre mimetische Funktion verloren. "Nachprüfbare Fakten spielen keine Rolle. Wir leben", so Colin Crouch, "im postfaktischen Zeitalter".[lxvii] Damit sind Geschichtsvergessenheit und Geschichtsfälschung Tür und Tor geöffnet.
Der vierte Bereich ist die Blut- und Knochenmühle. Der Verwertungsmechanismus des Kapitals, bei dem Expansionsdrang und Intensivierung zusammenfallen, ist der Krieg. Für den krisenhaften Finanzkapitalismus, in dem sich das Verhältnis von eingesetztem Kapital zum Gewinn verschlechtert und damit die Profitrate fällt, ist sie eine Form blutiger Konkursverschleppung. Werden Kriege erfolgreich geführt, können neue Ressourcen und Mineralien wie Öl, Gas, Seltene Erden oder Schwarzerde-Böden, wie sie in der Ukraine vorkommen, neue billige Arbeitskräfte und neue Absatzmärkte sowie geostrategische Schlüsselpositionen erobert werden. In jedem Falle ist der Krieg eine Geldwaschanlage, in der das Geld in einer Flut von Leichen aus den Taschen der Bürger in jene des Finanzkapitals gespült wird. Grundsätzlich wird Kapital zerstört und die ursprüngliche Akkumulation kann wieder beginnen. In der Summe geht es also nicht darum, Kriege zu gewinnen. Aus der Perspektive des Kapitals geht es darum, dass Kriege andauern, weil sie hochprofitabel sind. Die Politiker der EU und der USA wollen keinen Krieg; sie müssen den Krieg wollen, weil sind das Kartenhaus aus Finanz-Spekulationen, Korruption und Geldwäsche zusammenbricht.
2024 wurde das Volumen des Derivate-Handels auf mehr als eine Billiarde USD geschätzt, das sind 1.000 Billionen, eine Eins mit 15 Nullen. Wenn diese Blase platzt, wird das eine Insolvenzwelle auslösen, die den Notverkauf liquider Vermögenswerte erzwingt.[lxviii] Damit es nicht dazu kommt, müssen immer neue Sicherheiten - Öl- und Gasvorkommen, Kohle und Eisenerz, Mineralien aller Art - ins System gepumpt werden, die als Spekulationsobjekte für künftige Gewinne und damit zur neuen Grundlage für den Derivatehandel dienen können. Der Donbas ist reich an Bodenschätzen wie Steinkohle, Eisenerz, wichtigen Mineralien wie Lithium, Mangan, Titan, Kobalt, Seltene Erden, Graphit und anderen Metallen, die für die Energiewende entscheidend sind. 95% der ukrainischen Energieressourcen liegen im Donbas.[lxix] Diese Ressourcen sind ein wichtiger Anreiz des Krieges.[lxx] Shell, Exxon, Halliburton und Chevron wollten mit Hilfe der Fracking-Technologie diese Ressourcen fördern und in die EU exportieren.[lxxi]
Beim Krieg in der Ukraine ging es von Anfang an darum, den russischen Konkurrenten vom Energiemarkt zu verdrängen und neue Profite zu generieren.[lxxii] Dies war dringend nötig, denn die Unternehmen hatten die Investitionen in neue Fördertechnologien über hochverzinste Kredite realisiert. Die Investmentbank JP Morgan schätzte die Finanzblase um die Fracking-Industrie auf ca. 550 Mrd. USD. Sollten diese hochriskanten Anleihen ausfallen, droht ein ähnliches Szenario wie beim Ausfall der Immobilienkredite zu Beginn der Finanzkrise 2008.[lxxiii] Das bedeutet, dass dringend Gewinne durch Fracking-Exporte erzielt und neue Kredit-Sicherheiten gewonnen werden mussten.[lxxiv] Genau darum geht es auch im Ukraine-Krieg; darum ging es 2003 beim völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak und dabei wird es 2026 beim Überfall auf den Iran gehen: Ressourcen in Besitz nehmen, Marktöffnungen erzwingen, Logistikwege kontrollieren, neue Sicherheiten für neue Kredite gewinnen und im Derivatehandel die Profite hebeln.
In dieser Multikrise zeigen sich eine Reihe von Trends, die den Kapitalismus, wie wir ihn kennen, transformieren und die nationalstaatlichen und parlamentarischen Strukturen entkernen. Auf den rauchenden Trümmern des Neoliberalismus und hinter den demokratischen Fassaden des Parlamentarismus entsteht eine neue Form der Elitenherrschaft, die geprägt ist von einer Radikalisierung der Klassenspaltung, Zerschlagung der Demokratie und rasendem Irrationalismus: "In der flüchtigen Moderne", so Zygmunt Bauman, "steht die seßhafte Mehrheit unter der Herrschaft der nomadisierenden, exterritorialen Elite... In einer bemerkenswerten Verkehrung jahrtausendealter Tradition entwickeln heute die Großen und Mächtigen eine Vorliebe für das Flüchtige und Vorübergehende, während die Verlierer verzweifelt versuchen, ihren Schrott am Laufen zu halten."[lxxv]
Ich erkenne folgende sechs Transformationsprozesse:
1. Ent-Industrialisierung und Finanzialisierung:
Der Kapitalismus in den europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten hat seine kernindustrielle Basis weitgehend verloren. Die Fertigungsstrecken sind verlegt worden nach Asien, v.a. nach China, im Mikroelektronik-Bereich auch nach Korea und Taiwan. Der langfristige Fall der Profitrate sorgt für ein Anti-Wachstum. Die Wirtschaftliche Stagnation wird begleitet durch eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse, zunehmender Prekarisierung, ökologische Strangulierung und Überregulierung. Die Umwelt-Bewegung wurde von der Rockefeller-Stiftung organisiert und ebnete der De-Industrialisierung den Weg.[lxxvi] Keine einzige neue Öko-Technologie arbeitet aus sich heraus profitabel, sie sind alle subventioniert, bis hin zu den Windrädern und den Elektro-Autos.[lxxvii] Der Finanz-Kapitalismus erhöht die systemischen Risiken und ist ein Motor der Ungleichheit. Er beschleunigt die Suche nach neuen Sicherheiten für alte, faule Kredite. "Politisch-militärischer Notstand und ökonomische Krise fallen zusammen."[lxxviii] Die Finanz-Eliten streben einen großen europäischen Krieg gegen Russland an, weil sie fürchten, dass das Kreditsystem ohne Eroberung der russischen Mineralien und damit neuer Sicherheiten zusammenbricht.
2. Ent-Liberalisierung des Marktes und Digitalisierung:
Der zentrale Steuerungsmechanismus des Kapitalismus, der Markt, rückt bei den Leitunternehmen des digitalen Kapitalismus in private Hände. Amazon, Google, Apple, Facebook, X SIND der Markt. Sie üben damit de facto Zugangs,- Produkt-, Preis- und Informationskontrolle aus. Damit etabliert sich hinter dem oberflächlichen Schein von Umsonst-Angeboten, die hinterrücks mit dem Entzug von Daten bezahlt werden, eine neue Form der Marktmacht sowie der sozialen Herrschaft und Kontrolle im Überwachungs-Kapitalismus.[lxxix] Die Ausbeutung wird intensiviert zugunsten der Kriegs- und Plattform-Industrie, der Mittelstand zerrieben. Der Digitale Kapitalismus ist ein Motor der Ausbeutung und befindet sich im Konflikt mit der Demokratie. Kein Bereich ist heute so gut überwacht und kontrolliert wie das Internet. In den Worten von Palantir-Gründer Peter Thiel: "Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind."[lxxx] Die Digitalisierung ermöglicht eine autoritäre Meinungs- und Verhaltenslenkung sowie Affektsteuerung der Bevölkerung zur Vorbereitung eines neuen Krieges
3. Ent-Staatlichung und Supra-Nationalisierung:
Wir erleben derzeit die Sklerose der demokratischen Institutionen und des Parteiensystems. Das herrschende Parteien-Kartell representiert die Interessen der Kriegstreiber und des Finanzkapitals, nicht der Bevölkerung. Andrej Fursow schreibt: "Je demokratischer die Fassade der westlichen Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert wurde, um so weniger reale Macht hatte sie. Die reale Macht wandert in geschlossene Clubs und supranationale Strukturen usw. ab"[lxxxi] - wie WHO, Europäische Union,[lxxxii] NATO, Bilderberg-Treffen, US-gesteuerte und -finanzierte Denkfabriken wie National Endowment for Democracy, USAID, Brookings-Instition, Rand Corporation, Heritage Foundation, Atlantik-Brücke usw. Supranationale Organisationen werden künftig eine wachsende Rolle spielen. Sie entziehen der Bevölkerung der Nationalstaaten die verbliebenen Mitwirkungs- und Kontrollmöglichkeiten und orchestrieren die Kriegs- und Repressions-Agenda einer exterritorialen Elite. Öffentliche Angelegenheiten werden privatisiert: Ein Konsortium um Blackrock und JP Morgan wollen privates Kapital zum Wiederaufbau der Ukraine mobilisieren.[lxxxiii] Ein interner Kreis um US-Präsident Trump soll aus dem zerstörten Gaza-Streifen eine Behaglichkeitszone für Wohlhabende machen.[lxxxiv]
4. Ent-Demokratisierung und Autokratisierung:
Mit Sanktionen und Zensur wird eine neue Form des Kontroll-Regimes ausprobiert. Diese Sanktionen sind ein Vorgriff aufs Kriegsrecht und sollen offenbar die Bevölkerung an eine neue Willkür-Herrschaft gewöhnen, die dann mit der Ausrufung des Spannungsfalles komplettiert werden kann. Damit wollen transatlantisch korrumpierte, transnationale Eliten ihre Macht stabilisieren bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Fassaden-Demokratie. Diese Eliten fürchten, die Kontrolle zu verlieren. Deshalb gehen sie jetzt aufs Ganze. Antonio Gramsci schreibt: "Wenn die herrschende Klasse ihre Funktion erschöpft hat, neigt der ideologische Block zum Zerfall, und auf die 'Spontaneität' folgt dann der 'Zwang', in immer weniger verhüllten und indirekten Formen bis hin zu regelrechten Polizeimaßnahmen und Staatsstreichen."[lxxxv] Dies ist der Staatsstreich in Permanenz, den ich in Anlehnung an Francois Mitterrand erwähnt habe. Bevölkerungs-Kontrolle und -Reduzierung sollen langfristig die Kontrolle und Elitenherrschaft absichern. Langfristig steht einem transnationalen Oligopol eine Heeerschar von Heloten gegenüber.
5. Entrationalisierung und Ent-Alphabetisierung:
Die Zerschlagung des Bildungssystems, die Digitalisierung und die kognitive Kriegsführung der NATO leisten einer Zerstörung der Vernunft Vorschub. Der Universalitätsanspruch der Aufklärung und die Orientierung am rationalen Diskurs wird ersetzt durch identitäres Denken, das referenziert auf den Geltungsanspruch der eigenen Gruppe und diesen Sozialverband über andere stellt, was den Übergang bildet zu Rassismus und seiner speziellen Ausformung, der Russophobie. Zur Infantilisierung der Politik gehören auch die die Geschichtsfälschung und die versuchte Schuldumkehr. Durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz wird die Informationsbeschaffung auf den Mainstream festgelegt, wildes Denken wird ausgeschieden, unerwünschte Informationen ausgeblendet. Die KI dient also nicht der Entfesselung der Intelligenz, sondern der administrativen Denk- und Verhaltenskontrolle durch die Eliten. Dies läuft aus in eine neue Zeit der Ent-Alphabetisierung zumindest in den westlichen Kulturen. Denn nur dumme, Ressentiment-getriebene Menschen lassen sich in neue Kriege hineintreiben.
6. Ent-Zivilisierung, Militarisierung und Rückfall in die Barbarei:
Wiederum kommen hier die Ansagen aus Washington. Beim 26. Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am 12. Februar 2025 hat US-Kriegsminister Pete Hegseth eine neue Arbeitsteilung durchgesetzt. Die europäischen NATO-Staaten im Ukraine-Krieg müssten im Ukraine-Krieg eine Vorreiter-Rolle übernehmen. Dazu gehöre es , die Waffenproduktion auszubauen, die Bevölkerung auf höhere Kriegausgaben vorzubereiten und von einer Bedrohung durch Russland zu überzeugen.[lxxxvi] Übersetzt heißt diese Order: Die Bevölkerung soll durch die Erzeugung von Angst auf Krieg eingestimmt werden. Damit ist die Militarisierung der Gesellschaft eine Ansage aus Washington. Wenn die Ukraine ausgeblutet ist, soll der US-Stellvertreterkrieg gegen Russland offenbar auf ganz Europa ausgeweitet werden.[lxxxvii] Die Zerstörung der Zivilgesellschaft und ihre Involution durch staatlich bezahlte Nichtregierungs-Organisationen, "Government Organized Non Government Organisations" wird begleitet vom Umbau gesellschaftlicher Institutionen und Organisationen zu Transmissionsriemen der Machteliten. Gemeinsam transportieren sie Propaganda-Narrative zur Aggressionsverschiebung auf einzelne soziale Gruppen oder Externalisierung auf äußere Gegner im Dienst einer Politik der Spaltung. Mit Formulierungen wie: "Die" Russen haben einen "anderen Bezug" zur Gewalt und zum Tod[lxxxviii] oder "Russen sind Tiere, Schweine",[lxxxix] mit dem Verbot russischer Fahnen und Abzeichen bei Gedenktagen wird Russophobie als eine Spielart des Rassismus wieder alltagstauglich und mehrheitsfähig gemacht. Die Affekt-Ökonomie und das implementierte identitäre Denken sorgen für einen zivilisatorischen Regress in Ressentiment-getriebene Provinzialität, niedere Instinkte und eine Renaissance der Barbarei.
Auf dem Weg zu einer biofaschistischen Technokratie?
Auf den rauchenden Trümmern des Neoliberalismus entsteht also etwas Neues, das mit Digitalem Kapitalismus möglicherweise unzureichend beschrieben ist. Vielleicht handelt es sich um eine biofaschistische Technokratie, wie Andrej Fursow das ausdrückt. Neue Gesellschaftsformationen entstehen in Kriegen. Denn mit einer Ausnahme - der Sowjetunion - gibt es keinen Hegemon, der freiwillig und friedlich abgetreten wäre. Sterbende Weltmächte schlagen um sich und versuchen, nach jedem Strohhalm zu greifen, klammern sich an alles, was ihre Macht und ökonomische Substanz zu erhalten verspricht, und reißen auf diese Weise ihre Vasallen mit in den Abgrund.
Der Krieg in der Ukraine und der Überfall auf den Iran sind zwei Kriegsschauplätze im finalen Endkampf des Westens. Wir befinden uns in einem Interregnum zwischen unipolarer und multipolarer Welt, zwischen dem sterbenden neoliberalen Kapitalismus und einer neuen Gesellschaftsordnung, die noch in ihren Wehen liegt.
Alles hängt erstens davon ab, ob die Kräfte, die eine multipolare Welt anstreben, den Konflikt mit dem Hegemon USA für sich entscheiden. Es sieht derzeit nicht danach aus, dass sie dies mit friedlichen Mitteln tun können, und eine stärkere Demokratisierung kündigt sich auch nicht an.
Zum zweiten ist entscheidend, ob in den westlichen Ländern die Menschen Handlungsfähigkeit und Selbstverfügungsfähigkeit zurückgewinnen, um ihren bellizistischen und antidemokratischen Eliten entgegenzutreten. Dazu bedürfte es einer Volksfront für Frieden und Demokratie und einer Doppelstrategie aus parlamentarischen und außerparlamentarischen Initiativen.
Derzeit sieht es aber nicht danach aus. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland scheint, wie vom dauerhaften Ausnahmezustand und der Multikrise erschöpft und resigniert. Ein Aufbegehren kann ich nicht erkennen. Die Deutschen dösen in den Untergang. In der Tragödie des Königs Lear lässt William Shakespeare seine Figur Graf von Gloster sagen: "Das ist der Fluch der Zeiten, wenn Irre Blinde leiten!" Doch wer den Kriegstreibern nicht entgegentritt, landet an der Front.
[xxvi] Gramsci, Antonio: Gefängnishefte Bd. 3, Heft 5, Berlin1992, S. 659f.
[xxvii] Gramsci, Antonio: Gefängnishefte Bd. 3, Heft 5, Berlin1992, S. 515
[xxviii] Harvey, David: The Limits to Capital. London 2006
Harvey, David: The Enigma of Capital - and the Crisis of Capitalism. Oxford 2010
Callinicos, Alex: Bonfire of Illusions. Cambridge 2010
[xxix] Brenner, Robert: The economics of global turbulance. New Left Review H. I/229, 1998, S. 1-265
Brenner, Robert: Boom & Bubble - Die USA in der Weltwirtschaft. Hamburg 2002
Brenner, Robert: New boom or new bubble? The trajectory of the US economie. New Left Review, II/25, 2004, S. 57-100
[xxx] Norfield, Tony: Derivates and capitalist markets: The speculation heart of capital. Historical Materialism, H. 20/1, 2012, S. 103-132
[xxxi] Nachtwey, Oliver: Die Abstiegsgesellschaft. Über dasAufbegehren in der regressiven Moderne. Berlin 2016 (3), S. 51-53, 61
[xxxii] Wullweber, Joscha: Zentralbankkapitalismus. Berlin 2021, S. 17f.
[xxxiii] „For instance, with broker-dealer balance sheets having smaller heft in the financial system post-GFC, liquidity in sovereign bond markets increasingly relies on open-ended mutual funds, hedge funds and other asset managers. These entities often face signbificant liquidity mismatches, rely on short-term funding backed by government securities as collateral o rare either frequently highly leveraged or exhibit leverage-like behaviour. As a result, their liquidity provision is less stable and more likely to evaporate during periods of market stress. Hedge funds, in particular, have increasingly bevome a significant source of procyclical liquidity, especially in government bond markets. These investors actively pursue relative value trading strategies that seek to exploit small price differences between related financial instruments. To boost the returns on these small price differences they heavily leverage their positions. One method often used is to pledge government securities as collateral in the repo market to borrow more cash with which to purchase additional government securities. This practice has further evolved in recent years, with investors borrowing amounts equal to or higher than the market value oft he collateral provided… Hedge funds‘ relative value strategies are highly vulnerable to adverse shocks in funding, cash or derivate markets, as evidenced by some recent episodes. During the market turmoil of March 2020, for instance, margin calls in Treasury futures markets triggered fire sales, resulting in destabilising delevageraging spirals." Tooze, Adam: Chartbook 401: The dollar system in an age of market-based finance – financial globalization beyond banks, Substack, 25.07.2025, https://substack.com/home/post/p-169614598
[xxxiv] DAX-Konzerne überwiegend in ausländischer Hand. Ernst Young, Stuttgart, 31.07.2025, https://www.ey.com/de_de/newsroom/2025/08/ey-wem-gehoert-der-dax-2025
[xxxv] Seit 2019 mehr als 341.000 Industriejobs in deutschland verschwunden. Handelsblatt, 25.05.2026, https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/studie-seit-2019-mehr-als-341.000-industriejobs-in-deutschland-verschwunden/100227722.html
Stellenabbau in der Industrie hält an - mehr als 340.000 Jobs verschwunden. Die Welt, 25.05.2026, https://www.welt.de/wirtschaft/article6a13ce59350a34b38da83024/stellenabbau-mehr-als-340-000-industriejobs-seit-2019-verschwunden.html
Ausländische Investitionen in Deutschland erneut rückläufig - niedrigster Stand seit 2009. Ernst & Young, 21.05.2026, https://www.ey.com/de_de/newsroom/2026/05/ey-standort-deutschland-2026
[xxxvi] "Konsolidierte proprietäre Märkte verstetigen dagegen den transfer ökonomischen Wohlstands vom Dafktor Arbeit zum Faktor Vermögen." Staab, Philipp: Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Berlin 2020(2), S. 275, 290, 301.
[xxxvii] Staab, Philipp: Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Berlin 2020(2), S. 301.
[xxxviii] Der GENIUS Act: Wie Washington Stablecoins in Kriegsanleihen verwandeln will. Kanzlei Mount Bonnell, 17.08.2025, https://uskanzlei.com/blogs/aktuelles/genius-act-usa-stablecoin-schuldenfalle
[xxxix] Stocker, Frank: Amerikas Schulden-Strudel - und die Gefahren für Sparer weltweit. Die Welt, 26.05.2026, https://www.welt.de/wirtschaft/plus6a11854dbe29d4b4607a47ba/geld-amerikas-schulden-strudel-und-die-gefahren-fuer-sparer-weltweit.html
[xl] Wshingtons geheimer Krypto-Plan: Was bedeutet der Streit um Stablecoins? 21bitcoin, 09.09.2025, https://21bitcoin.app/news/washingtons-geheimer-krypto-plan-was-bedeutet-der-streit-um-stablecoins
[xli] Schleu, Philipp: Washingtons geheimer Krypto-Plan - Putin-Berater warnt vor massiver schuldenentwertung. Der Aktionär, 09.09.2025, https://www.deraktionaer.de/artikel/krypto/washingtons-geheimer-krypto-plan-putin-berater-warnt-vor-massiver-schuldenentwertung-20386135.html
[xlii] Staab, Philipp: Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Berlin 2020(2), S. 30
[xliii] Staab, Philipp: Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Berlin 2020(2), S. 32
[xliv] Staab, Philipp: Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Berlin 2020(2), S. 270
[xlv] Müller, Bernd: Mercer-Studie: Fast alle CEOs planen Stellenabbau durch KI-Einsatz. Telepolis, 25.05.2026, https://www.telepolis.de/article/Mercer-Studie-Fast-alle-CEOs-planen-Stellenabbau-durch-KI-Einsatz-11305624.html
[xlvi] "Displaced workers are also consumers, and when their lost income is not replaced, each round of layoffs erodes te purchasing power all firms depend on. At the limit, this becomes self-destructive: firms automate theri way to boundless productivity and zero demand... Even if AI-driven layoffs sweep across industries, and even as every firm recognizes that vanishing paychecks mean vanishing customers, not ohne of them will stop. Each firm reaps the full savings of replacing its own workers yet bears only a sliver of the demand it desteoys; the rest lands on rivals. No firm can afford to be the one that holds back. This is the trap: an automation arms race that only intensifies as AI improves, that leaves workers and firm owners alike worse off, and that no market force can break." Falk, Brett Hemenway u. Gerry Tsoukalas: The AI Layoff Trap. The Wharton School Research Paper, Wharton University of Pennsylvania, 02.03.2026, S. 1, 30, https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6448898
[xlvii] Narr, Wolf-Dieter: Hin zu einer Gesellschaft bedingter Reflexe. In: Habermas, Jürgen (Hg.): Stichworte zur Geistigen Situation der Zeit. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1979, Bd. 2, S. 489–528, hier: 491, 523.
[xlviii] Engler, Wolfgang: Die offene Gesellschaft und ihre Grenzen. Berlin: Matthes & Seitz 2021, S. 104
[xlix] Abels, Heinz: Triebabfuhr. In: Ders.: Wirklichkeit. Über Wissen und andere Definitionen der Wirklichkeit, über uns und andere, Fremde und Vorurteile. Wiesbaden: VS Verlag 2009, S. 257
[l] Vogl, Joseph: Kapital und Ressentiment. Eine kurze Theorie der Gegenwart. München: Beck 2021(2), S. 181f.
[li] Schneider, Michael: Der "böse Russe", die deutsche Geschichtsvergessenheit und die Blindheit der Berliner Außenpolitik. In: tkp – der Blog für Science und Politik v. 1. Dezember 2022. https://tkp.at/2022/12/01/derboese-russe-die-deutsche-geschichtsvergessenheit-und-die-blindheit-derberliner-aussenpolitik/
[lii] Bauman, Zygmunt: Retrotopia. Frankfurt a. M. 2018(2), S. 84f., 88
[liii] Fursow, Andrej: Die von Stalin gefürchtete Wiedergeburt. Mitte der 1960er Jahre gab die sowjetische Führung die Zukunft auf. 12.09.2024 (Андрей Фурсов: Перерождение, которого опасался Сталин. Советское руководство отказалось от будущего в середине 1960-х годов) https://dzen.ru/a/ZuLEESPl5UPFey63)
[liv] Fursow, Andrej: Die gegenwärtige Weltkrise: ihre soziale Natur. Schiller-Institute, 14.04.2013, https://schillerinstitute.com/de/media/andrej-fursow-die-gegenwartige-weltkrise-ihre-soziale-natur/
https://www.youtube.com/watch?v=K_KCeerpAFs&list=PLF274AA0F4D119389&index=1
[lv] Wurde in Wuhan im US-Auftrag an Biowaffen geforscht? Transition News, 31.01.2026, https://transition-news.org/wurde-in-wuhan-im-us-auftrag-an-biowaffen-geforscht
Pohlmann, Dirk: Wuhan, Biowaffen und "Das große Abkoppeln". Free21, 14.08.2021, https://free21.org/wuhan-biowaffen-und-das-grosse-abkoppeln/?fbclid
[lvi] Feistel, Felix u. Dejan Lazic´: Der geheime Staatsstreich: Wie die Corona-Putschisten die Macht übernahmen. ZKP, 09.04.2024, https://tkp.at/2024/04/09/der-geheime-staatsstreich-wie-die-corona-putschisten-die-macht-uebernahmen/
[lvii] Mayer, Peter F.: Eine Flut von Impfverletzungen werden in Studien dokumentiert. TKP, 10.12.2023, https://tkp.at/2023/12/10/eine-flut-von-impfverletzungen-werden-in-studien-dokumentiert/
[lviii] Fursow, Andrej: Die gegenwärtige Weltkrise: ihre soziale Natur. Schiller-Institute, 14.04.2013, https://schillerinstitute.com/de/media/andrej-fursow-die-gegenwartige-weltkrise-ihre-soziale-natur/
https://www.youtube.com/watch?v=K_KCeerpAFs&list=PLF274AA0F4D119389&index=1
[lix] Bill Gates has a warning about population growth. World Economic Forum, 19.09.2018, https://www.weforum.org/stories/2018/09/africas-rapid-population-growth-puts-poverty-progress-at-risk-says-gates/
[lx] Baxter, Dmitry: Bill Gates Declares Most Humans "No Longer Needed" in AI Era - "We'll Decide" Who Survives. The People's Voice, 27.05.2026, https://thepeoplesvoice.tv/bill-gates-humans-no-longer-needed-ai-era-decide-survives/
[lxi] Lukács, Georg: Die Zerstörung der Vernunft. Bd. 1-3. Darmstadt und Neuwied 1981(3), 1980(2), 1974
[lxii] Henn, Dagmar: Verlernt zu lernen. Peds Ansichten, 31.05.2026, https://www.kettner-edelmetalle.de/news/brussel-greift-nach-der-krone-wie-der-eugh-die-demokratie-der-nationalstaaten-begrabt-26-05-2026
[lxiii] Todd, Emmanuel: Der Westen im Niedergang. Ökonomie, Kultur und Religion im freien Fall.Neu-Isenburg 2024
Altwegg, Jürg: "In diesem Krierg geht es um Deutschland." Der französische Historiker Emmanuel Todd sagte den Zusammenbruch der Sowjetunion voraus. Heute sieht er dei USA im NIedergang. Die Weltwoche, 07.09.2023, https://weltwoche.ch/daily/in-diesem-krieg-geht-es-um-deutschland-der-franzoesische-historiker-emmanuel-todd-sagte-den-zusammenbruch-der-sowjetunion-voraus-heute-sieht-er-die-usa-im-niedergang-frankreich-werde-au/
[lxiv] Vogl, Joseph: Kapital und Ressentiment. Eine kurze Theorie der Gegenwart. München: Beck 2021(2), S. 182
[lxv] Schulte-Sasse, Jochen: Von der schriftlichen zur elektronischen Kultur. Über neuere Wechselbeziehungen zwischen Mediengeschichte und Kulturgeschichte. In: Gumbrecht, Hans Ulrich u. Karl Ludwig Pfeiffer (Hg.): Matreialität der Kommunikation. Frankfurt a. M. 1988, S. 429-453, hier: S. 433f.
[lxvi] Wiegerling, Klaus: Medienethik. Stuttgart 1998, S. 24-29
[lxvii] Crouch, Colin: Postdemokratie revisited. Berlin 2021, S. 243
[lxviii] Webb, David Rogers: Die grosse Enteignung. Straßengel 2024
Brown, Ellen: All Wars Are Bankers' Wars: Iran and the Bankers' Endgame. Global Research, 13.04.2026, https://www.globalresearch.ca/all-wars-bankers-wars-iran/5922072?utm_source=substack&utm_medium=email
[lxix] Ford, Matt: Russia Is Crashing Ukraine's Hopes for Energy Independence. The Atlantic, 08.04.2014, https://www.theatlantic.com/international/archive/2014/04/russia-is-crushing-ukraines-hopes-for-energy-independence/360281/
[lxx] https://x.com/CarmenDres91754/status/2002420858384744911
[lxxi] Krainer, Alex: All wars are bankers' wars. So was Kiev's 2014 anti-terror operation. Substack, 15.04.2026, https://trendcompass.substack.com/p/all-wars-are-bankers-wars-so-was
[lxxii] Nye, Joseph S. Jr.: A Western Strategy for a Declining Russia. Project Syndicate, 03.09.2014, https://www.project-syndicate.org/commentary/joseph-s--nye-wants-to-deter-russia-without-isolating-it
[lxxiii]Ölpreis: Prognose von Morgan Stanley belastet. Boerse.de v. 09.12.2014, https://www.boerse.de/nachrichten/Oelpreis-Prognose-von-Morgan-Stanley-belastet/7522862
Daniljuk, Malte: Neue Energie für Europa. Telepolis, 17.01.2015, https://www.telepolis.de/article/Neue-Energie-fuer-Europa-3369425.html
[lxxiv] Ebinger, Charles K.: The Department of nergy's Strategy for Exporting Liquefied Natural Gas. Brookings Institution, 19.03.2013, https://www.brookings.edu/articles/the-department-of-energys-strategy-for-exporting-liquefied-natural-gas/
[lxxv] Bauman, Zygmunt: Flüchtige Moderne. Frankfurt a. M. 2003, S. 21f.
[lxxvi] Fursow, Andrej: Die gegenwärtige Weltkrise: ihre soziale Natur. Schiller-Institute, 14.04.2013, https://schillerinstitute.com/de/media/andrej-fursow-die-gegenwartige-weltkrise-ihre-soziale-natur/
https://www.youtube.com/watch?v=K_KCeerpAFs&list=PLF274AA0F4D119389&index=1
[lxxvii] Fursow, Andrej: Achten Sie auf ihre Hände. Was hinter der großen Annullierung steckt (Андрей Фурсов: Следите за их руками. Что скрывается за великим обнулением), 22.07.2023, https://dzen.ru/a/ZLtDh0DitEH-Zkig
[lxxviii] Agamben, Giorgio: Ausnahmezustand. Frankfurt a. M. 2020(8), S. 23
[lxxix] Zuboff, Shoshana: Das zeitalter des Überwachungs-Kapitalismus. Frankfurt / New York 2018
[lxxx] "Most importantly, I no longer believe that freedom and democracy are compatible." Thiel, Peter: The Education of a Libertarian. Cato Institute, 13.04.2009, https://www.cato-unbound.org/2009/04/13/peter-thiel/education-libertarian/
[lxxxi] Fursow, Andrej: Die gegenwärtige Weltkrise: ihre soziale Natur. Schiller-Institute, 14.04.2013, https://schillerinstitute.com/de/media/andrej-fursow-die-gegenwartige-weltkrise-ihre-soziale-natur/
https://www.youtube.com/watch?v=K_KCeerpAFs&list=PLF274AA0F4D119389&index=1
[lxxxii] So hat am 21. April 2026 der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache C-769/22 ein Urteil gefällt, das der EU-Kommission eine Generalvollmacht ausstellt, die in Art 2 des EU-Vertrages festgeschriebenen Werte - Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde, Nichtdiskriminierung - als Eingriffsgrundlage gegen Mitgliedsstaaten zu verwenden. Der Augsburger Verfassungsrechtler Josef Franz Lindner sieht in dem Urteil eine grundlegende Machtverschiebung. Die Kommission könne nunmehr in jedem Politikbereich Vertragsverletzungsverfahren gegen Mitgliedslänbder einleiten, sobald sie einen vertsoß gegen die Generalklauseln behaupte. Damit würden Beteiligungsrechte des Europäischen Parlaments und der nationalen regierungen ausgehebelt, Einstimmigkeitserfordernisse umgangen und die in Art 4 EUV verankerte Verfassungsidentität der Nationalstaaten faktisch entwertet. Der Ökonom Richard Werner bezeichnete die Kommissare als "Diktatoren" und konstatierte, die Demokratie in der EU sei am Ende. S. Brüssel greift nach der Krone: Wie der EuGH die Demokratie der Nationalstaaten begräbt. Kettner Edelmetalle, 26.05.2026, https://www.kettner-edelmetalle.de/news/brussel-greift-nach-der-krone-wie-der-eugh-die-demokratie-der-nationalstaaten-begrabt-26-05-2026
[lxxxiii] Meiritz, Annett: Blackrock und JP Morgan bereiten Investitionen vor. Handelsblatt, 21.06.2023, https://www.handelsblatt.com/politik/international/ukraine-wiederaufbaukonferenz-blackrock-und-jp-morgan-bereiten-investitionen-vor/29217966.html
[lxxxiv] Kebir, Sabine: Ein Trump-Tower für Gaza: Wohlhabende Palästinenser dürfen bleiben. Der Freitag, 16.09.2025, https://www.freitag.de/autoren/sabine-kebir/us-plan-the-great-trust-wohlhabende-palaestinenser-duerfen-in-gaza-bleiben
[lxxxv] Gramsci, Antonio: Gefägnishefte, H. 1 §44, zit. n. Becker, Lia u.a. (Hg.): Gramsci lesen. Einstiege in die Gefängnishefte. Hamburg 2013, S. 22
[lxxxvi] "A durable peace for Ukraine must include robust security guarantees to ensure that the war will not begin again. This must not be Minsk 3.0. That said, the United States does not believe that NATO membership for Ukraine is a realistic outcome of a negotiated settlement. Instead, any security guarantee must be backed by capable European and non-European troops. If these troops are deployed as peacekeepers to Ukraine at any point, they shou.d be deployed as part of a non-NATO mission. And they should not covered under Article 5. There also must be robust international oversight of the line of contact. To be clear, as part of any security guarantee, there will not be U.S. troops deployed to Ukraine... Safeguarding European security must be an imperative for European members of NATO. As part of this, Europe must provide the overwhelming share of future lethal and non-lethal aid to Ukraine. Members of this Contact Group must meet the moment. This means: donating more ammunition and equipment; leveraging comparative advantages; expanding your defense industrial base; and importantly, leveling your citizens about the threat facing Europe. Part of this is speaking frankly with your people about how this threat can only be met by spending more on defense... We're also here today and unambiguously express that stark strategic realities preventrthe United States of America from being primarily focused on the security of Europe. The United States faces consequential threats to our homeland. We must -- and we are -- focusing on security of our own borders. We also face a peer competitor in the Communist Chinese with the capability and intent to threaten our homeland and core national interests in the Indo-Pacific. The U.S. is prioritizing deterring war with China in the Pacific, recognizing the reality of scarcity, and making the resourcing tradeoffs to ensure deterrence does not fail... As the United States prioritizes its attention to these threats, European allies must lead from the front. Together, we cam establish a division of labor that maximizes our comparative advantages in Europe and Pacific respectively." Hegseth, Pete: Opening Remarks at the 26th Iteration of the Ukraine Defense Contact Group Meeting, 12.02.2025, https://www.americanrhetoric.com/speeches/petehegsethfirstnatoukrainedefensecontactgroup.htm
[lxxxvii] Ukraine Is Being Ground Down. Europe Is Being Lined Up Next. Global Geopolitics, 01.06.2026, https://globalgeopolitics.co.uk/2026/06/01/ukraine-is-being-ground-down-europe-is-being-lined-up-next/
Berletic, Brian: Die USA bereiten Europa auf den krieg mit Russland vor. Diesen, Glenn: The Greater Eurasia, 30.04.2026, https://www.youtube.com/watch?v=5nMhGk-4Rqg
[lxxxviii] Klöckner, Marcus: Entgleisung bei Markus Lanz. Nachdenkseiten, 14.04.2022, https://www.nachdenkseiten.de/?p=82944
[lxxxix] Alt, Franz: Friedenspreis für Russen-Hass. Telepolis, 23.10.2022, https://www.telepolis.de/article/Friedenspreis-fuer-Russen-Hass-7317325.html?seite=all
«Staatsstreich in Permanenz – Die Zensur-Industrie und das Verwertungsmodell des Digitalen Kriegs-Kapitalismus (Teil II)»