Das Imperium verliert die Kontrolle - Konsequenzen
Einleitung
Einige erachteten die Einschätzung in unserem Artikel «Angriff auf den Iran – der grösste Wendepunkt der Geschichte im 21. Jahrhundert» als übertrieben; es scheint jedoch, dass wir richtig lagen: Der grösste geopolitische Fehler im bisherigen Verlauf des 21. Jahrhunderts, der letzte in einer Serie von Fehlentscheidungen, wird den Nahen Ostens neu kartieren. Die Parteien, welche in Zukunft an einem der wichtigsten Energie- und Verkehrsknotenpunkte der Erde die Entscheidungen dominieren, werden andere sein. Eine für den Westen undenkbare Wende in der Weltgeschichte nimmt seinen Anfang.
In diesem Artikel denke ich über die Konsequenzen dieses Irrsinnsangriff nach. Es scheint in der Tat so, dass die Existenz von Israel als zionistisches Projekt und damit als Staat in seiner bisherigen Form zur Debatte steht. Weiter sehen wir zurzeit keinen Weg, der es den USA erlauben wird, ihre Macht im Nahen Osten zu erhalten. Ihre militärische Infrastruktur hängt von Golfstaaten ab, welche ihre Existenz aufgrund ihrer Nähe zu den USA gefährdet sehen. Sie haben herausgefunden, dass die USA sie nicht beschützen können, ja gar nicht wollen, die Iraner jedoch sehr wohl in der Lage sind, sie zu zerstören. Europa erfährt jetzt, dass es in der Geopolitik nur noch Statist ist und Gefahr läuft, zum Armenhaus der Welt zu werden. Das Geschrei von Merz & Co. können wir in diesem Artikel getrost beiseite lassen. Frau von der Leyen wird als Zerstörerin der EU in die Geschichtsbücher eingehen. Ein Ziel der Amerikaner war es, China energiepolitisch zu zerstören, denn nach Venezuela wollten sie einen zweiten wichtigen Energielieferanten des Reichs der Mitte unter ihre Kontrolle bringen. Eine weitere unbequeme Wahrheit wird sich herauskristallisieren. Russland wird durch dieses fehlgeschlagene Abenteuer der USA reicher und mächtiger. Ereilt die USA dasselbe Schicksal im Nahen Osten wie einst die Ottomanen?
Ein Ziel scheint die Trump-Administration jedoch erreicht zu haben: Neue Epstein-Enthüllungen, welche das Potential haben, Trump zu stürzen, gehen im Kriegsgetöse unter – bis jetzt.
Das iranische Volk steht hinter seiner Regierung
Blickt man hinter den Vorhang der westlichen Propaganda, so sieht man ein Bild, das für die Israelis und Amerikaner nicht erschreckender sein könnte. Die Angriffe auf den Iran gehen zwar weiter, kosten Tausenden von Zivilisten das Leben, aber die iranische Bevölkerung macht nicht die geringsten Anzeichen aufzugeben oder sich gegen die eigene Regierung zu wenden.
US-Kriegsminister Pete Hegseth sagte am Freitag vor Reportern, die iranische Führung sei „in den Untergrund gegangen und habe sich versteckt“, und fügte hinzu: „So machen es die Ratten“. Hegseth bedient sich damit des Vokabulars der Nazis, welche die Juden als Ratten bezeichneten; ein Hinweis auf die Bildungsfreiheit dieses Mannes.
Am selben Tag nahmen hochrangige iranische Beamte, darunter der Präsident, der Sicherheitschef und der Aussenminister, an der Kundgebung zum Quds-Tag in Teheran teil, wie Videos von den Protesten zeigen. Die Beamten marschierten trotz der Gefahr israelischer und amerikanischer Angriffe, bei denen seit Beginn des Krieges gegen den Iran am 28. Februar Dutzende hochrangiger Persönlichkeiten, darunter der ehemalige Oberste Führer Ayatollah Khamenei, getötet wurden. Präsident Masoud Pezeshkian, Sicherheitschef Ali Laridschani und Aussenminister Abbas Araghchi waren unter den Demonstranten. Auch der Leiter des Justizwesens, Gholam-Hossein Mohseni-Ejei, war auf Bildern und Videoaufnahmen zu sehen, die vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Er wurde gerade interviewt, als Explosionen zu hören waren.

Diese Zustimmung aus dem Volk wirkt natürlich auf die iranische Führung zurück. Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi ist in seinen Aussagen derart souverän und gelassen, dass er wohl bleibende Spuren in den Geschichtsbüchern hinterlassen wird.
Araghchi erwarb einen Bachelor-Abschluss in internationalen Beziehungen an der School of International Relations, die dem Aussenministerium angeschlossen ist. Anschliessend erwarb er einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft an der Islamic Azad University in Teheran. Ausserdem promovierte Araghchi an der University of Kent in politischem Denken mit dem Titel The Evolution of the Concept of Political Participation in Twentieth-Century Islamic Political Thought (1996).
Mit seiner internationalen Ausbildung passt dieser Mann so gar nicht in das Bild, das im Westen von der iranischen Regierung gemalt wird. Während er amerikanischen Fernsehsendern souverän und bewusst Interviews gibt, setzen Leute wie Hegseth oder Rubio, die ohne die notwendige Ausbildung auf ihre Posten gelangt sind, in ihren öffentlichen Auftritten vor allem auf Hass und Arroganz.
Man beachte, Araghchi hat keine Angst vor seiner eigenen Bevölkerung. Er steht mitten auf der Strasse und die Menschen begrüssen ihn wohlwollend.
Netanjahu tot?
Die sozialen Medien sind voll von Nachrichten, die über das Schicksal von Netanjahu spekulieren, befeuert von Meldungen, die die israelische Regierung zunächst ins Internet einstellte, um sie nur kurz darauf wieder zu entfernen. Ein Videoclip, der Netanjahu mit sechs Fingern und anderen Ungereimtheiten zeigt, die typisch sind für AI-verstümmelte Fakevideos, giessen nur noch mehr Öl ins Feuer.
Auf einer Sitzung des Sicherheitskabinetts Israels – eine Domäne des israelischen Regierungschefs - fehlen er selbst, der Kommandeur der israelischen Luftwaffe Tomer Bar, Mossad-Chef David Barnea und auch der Minister für Nationale Sicherheit Ben Gvir ohne irgendeine Erklärung für die Öffentlichkeit. Ein derart unsouveräner Umgang mit den Medien zu Kriegszeiten lässt sehr viel Raum für Spekulationen aller Art.
In den USA wurde Scott Bessent völlig überraschend und für amerikanische Verhältnisse mehr als ungewöhnlich vom Präsidenten aus einem Interview für Sky News in den Situation Room gebeten. Als er zwei Stunden später (!!) zurückkam, stand er so unter Schock, dass er kaum noch sprechen konnte.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Netanjahu tatsächlich tot ist. Es wäre eine Ironie der Geschichte, wenn die Israelis, welche ihren Angriff mit der Ermordung von Chamenei einläuteten, nun dasselbe Schicksal erlitten, mit dem Unterschied, dass sich die Iraner durch diese Taten nicht aus der Ruhe bringen liessen.
Militärische Lage
Die Verluste der Amerikaner werden immer grösser. Am Freitag wurde ein Tankflugzeug über dem Irak abgeschossen und inzwischen fünf weitere Tankflugzeuge in Saudi Arabien zerstört oder beschädigt, so das Wall Street Journal.
Bisher unbestätigt sind Berichte, dass der amerikanische Flugzeugträger USS Abraham Lincoln durch einen Angriff stark beschädigt wurde und die Heimreise antreten musste. Die USA dementieren das selbstverständlich, denn falls es dem Iran gelingen sollte, einen Flugzeugträger tatsächlich zu versenken, ja auch nur zu beschädigen, so würde das den gesamten Nimbus der amerikanischen militärischen Überlegenheit zerstören, mit möglichen Eskalationsfolgen, die aufgrund der psychopathischen Charaktere in Washington nicht absehbar wären.
Die iranischen Angriffe auf Tel Aviv gehen ungehindert weiter. Die Abwehr Israels scheint immer weniger zu funktionieren. Hier ein Einschlag einer Khorramshar Rakete in Tel Aviv. Diese trägt einen 1'800 kg Sprengkopf. Die Angriffe intensivieren sich, indem zwar weniger, aber modernere und wirkungsvollere Waffen eingesetzt werden.
Wer die Meerenge von Hormuz passieren darf, wird allein von den Iranern entschieden. Passieren dürfen russische, chinesische, pakistanische Schiffe und es scheint, dass Indien mit dem Iran möglicherweise eine Einigung erreichen kann. Dies ist erstaunlich, nachdem Indien noch vor Beginn des Konflikts Partei für Israel nahm und sich damit als BRICS-Gründungsmitglied gegen das BRICS-Mitglied Iran stellte; siehe dazu meine Ausführungen vom 8. März.
Die Amerikaner schäumen über diese Entwicklung, denn falls diese Situation anhält – und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich diese ändert – wird der Ölpreis, der seit Kriegsbeginn bereits um 40% von US-Dollar 73.- auf US-Dollar 103.- sprang, explodieren. Man reicht Zahlen von US-Dollar 150.- bis US-Dollar 300.- herum. Gemäss Irina Slav, Oilprice.com, ist dies realistisch, falls die Ölförderung der Golfstaaten unterbrochen wird (20 Millionen Barrels pro Tag). Dann könnte die Weltwirtschaft zusammenbrechen. Ein Szenario, das immer wahrscheinlicher wird.
Pentagon-Chef Pete Hegseth genehmigte gemäss Wall Street Journal ein Ersuchen des US-Zentralkommandos um die Entsendung von Einheiten einer amphibischen Bereitschaftsgruppe und der dazugehörigen Marine-Expeditionseinheit - in der Regel mehrere Kriegsschiffe mit etwa 5.000 Marines und Matrosen. Wo diese Schiffe anlanden könnten, ist völlig rätselhaft. Ob dies bloss zu Propagandazwecken gemacht wird, oder ob die Amerikaner ein weiteres Himmelfahrtskommando starten werden, kann ich nicht beurteilen.
Fakt ist jedoch, dass die Amerikaner die iranische Kharg-Insel angegriffen haben, welche über 90 % der iranischen Rohölexporte abwickelt. Die Antwort des Iran kam prompt; Fudschaira, eines der grössten Ölterminals der Welt, das in den Vereinigten Arabischen Emiraten liegt, wurde angegriffen. Das ist katastrophal, denn Fujairah liegt am Golf von Oman und damit ausserhalb des Persischen Golfs. Tanker können dort Öl laden oder auftanken, ohne die Strasse von Hormuz passieren zu müssen. Dieser Weg ist somit auch abgeschnitten.
Die Amerikaner schienen mit dem Angriff auf Kharg ein Interesse daran zu haben, die Lage weiter zu eskalieren. Sie scheinen tatsächlich der Meinung zu sein, den Iran auf diese Weise in die Knie zwingen zu können. Nachdem sie die Russen in der Ukraine unterschätzt haben, tun sie jetzt das gleiche mit den Iranern im Nahen Osten.
Die Situation in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Ich bin mit meiner Familie erfolgreich aus Dubai ausgereist. Der Airbus 380 war voll. Am Tage unserer Abreise war unser Hotel noch etwa zu 20% belegt. Die meisten Flüge Richtung Dubai sind leer, aber ab Dubai voll. Das ist für dieses kleine Land eine Katastrophe. Man schätzt, dass allein die Emirates Airline pro Tag ca. 100 Millionen US-Dollar verliert. Der Immobilienmarkt ist innert Tagen um über 30% eingebrochen und es könnte noch schlimmer kommen. Eine Untersuchung von Dark Box hat ergeben, dass die Vereinigten Arabischen Emirate eine Reihe ausserordentlicher Massnahmen vorbereiten, die auf Investoren abzielen, welche ihr Kapital aus Dubai abziehen wollen, und zwar angesichts der zunehmenden Besorgnis über die sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Folgen der iranischen Anschläge und der regionalen Instabilität. Laut den von Dark Box zitierten Finanz- und Rechtsquellen könnten die vorgeschlagenen Massnahmen das Einfrieren von Bankkonten vor der Überweisung von Geldern, die Verhängung von Reiseverboten für Geschäftsleute, die versuchen, ihr Vermögen ins Ausland zu verlagern, und die Einführung zusätzlicher administrativer oder rechtlicher Strafen umfassen, um eine schnelle Kapitalflucht zu verhindern. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Behörden in Abu Dhabi und Dubai eine mögliche Abzugswelle von Investoren befürchten, die das Wirtschaftsmodell der Städte untergraben könnte, das in hohem Masse von internationalen Kapitalströmen, globaler Logistik und der Wahrnehmung von Stabilität abhängt. Da die regionalen Spannungen die Handelswege und das Vertrauen der Investoren stören, scheinen die Behörden entschlossen, den Kapitalabfluss zu verlangsamen oder zu verhindern, um das heimische Finanzsystem zu schützen. Analysten warnen jedoch, dass solche Massnahmen bei internationalen Investoren ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Vorhersehbarkeit und Offenheit des emiratischen Geschäftsumfelds wecken könnten. Dark Box kommt zu dem Schluss, dass die vorgeschlagenen Massnahmen zwar darauf abzielen, die Wirtschaft in einer Zeit des geopolitischen Drucks zu schützen, dass sie aber auch einen tiefgreifenden Wandel in Dubais Ruf als frei fliessendes globales Finanzzentrum signalisieren könnten.
Falls diese Massnahmen ergriffen werden, wäre dies wohl das Todesurteil für die Emirate als Finanzplatz.
Russland
Russland profitiert ungewollt von diesem Krieg; ungewollt, da Iran ein wichtiger strategischer Partner Russlands ist. Wie weit die Unterstützung Russlands für den Iran geht, wird von Moskau nicht kommentiert.
Gegenüber NBC äusserte sich der iranische Aussenminister Araghchi zu diesem Thema wie folgt:
„Bekommen Sie Hilfe aus Russland?“
"Nun, wir haben eine strategische Partnerschaft mit Russland. [...] Nun, eine militärische Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Russland ist nichts Neues. Das ist kein Geheimnis. Es gab sie in der Vergangenheit und es gibt sie immer noch und wird sie auch in Zukunft geben."
„Hilft Russland Ihnen bei der Ortung von US-Streitkräften?“
"Nun, ich habe keine genauen militärischen Informationen. Soviel ich weiß, haben wir eine sehr gute Partnerschaft mit Russland."
„Sie helfen Ihnen also.“
"Sie stellen uns Informationen zur Verfügung. Nun, sie helfen uns in vielen verschiedenen Richtungen. Ich habe keine detaillierten Informationen."
Dies ist in etwa die klarste Aussage, welche ein professioneller Diplomat zu diesen Fragen geben kann. Die klare Antwort ist, «ja», denn die Präzision der iranischen Raketen lassen keinen anderen Schluss zu. Verbunden mit der Tatsache, dass die amerikanischen Basen mangels Munition über praktisch keine Luftabwehr mehr verfügen und auch Israel sich nicht mehr zu wehren vermag, könnte diese Hilfe kriegsentscheidend sein.
Gemäss einer Studie des CREA (Centre for Research and Clean Air), einem finnischen Institut, beliefen sich die Einnahmen in Russland aus dem Export fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Flüssiggas, Ölprodukte und Pipeline-Gas) auf 492 Millionen Euro pro Tag. Das sind grosse Summen. Geht man davon aus, dass sich die Energiepreise durch den Konflikt möglicherweise mindestens verdoppeln werden, so wird Russland ca. 15 Milliarden Euro mehr verdienen - pro Monat.
Abgesehen von den wirtschaftlichen Vorteilen, die Russland aus diesem Konflikt ziehen wird, wird seine geopolitische Macht wachsen. Russland ist die einzige Grossmacht, welche glaubwürdig als Vermittler zwischen den Kriegsparteien agieren kann, denn im Gegensatz zu den USA, den europäischen Ländern, Indien und Israel, ist auf Russland Verlass und das Vertrauen in Russland ist gross.
Drei Aussagen aus Teheran
Es gibt drei Aussagen, welche dem Westen zu denken geben sollten: Kein Waffenstillstand, keine Angst vor einer Landinvasion, Meerenge von Hormuz bleibt für Feinde des Irans und deren Verbündeten und Unterstützer geschlossen. Eine weitere Gefahr für den Westen besteht in der möglichen Sperrung des Roten Meers durch die Huthis. Saudi-Arabien hat die Ausfuhren aus seinem Hafen Yanbu am Roten Meer auf 2,3 Millionen Barrel pro Tag erhöht, 50 % mehr als im Durchschnitt, um die blockierte Strasse von Hormuz zu umgehen.
Das Hurrageschrei der Amerikaner und der Israelis, das von den westlichen Medien als Gewinnen ausgelegt wird, ist vor dem Hintergrund der Tatsachen unerheblich. Die USA und Israel haben diesen Krieg begonnen, der Iran wird ihn beenden, das ist meines Erachtens eine mathematische Sicherheit. Iran hat sich über 40 Jahre auf diesen Konflikt vorbereitet und verfügt über ein Waffenarsenal, das für eine lange Zeit ausreicht, auf jeden Fall länger als die Waffenarsenale der USA und Israels – und nur darauf kommt es an. Die 92 Millionen Iraner sind bereit zu leiden und haben keine Angst. Auch langanhaltende Bombardements der feindlichen Streitkräfte vermögen dieses Riesenland, das 67-mal grösser ist als Israel, nicht in die Knie zu zwingen. Die Israelis und die Amerikaner sind es gewohnt, kurze Kriege zu führen, gegen Zivilisten zu “kämpfen” und Terror zu verbreiten. Einem formidablen Gegner wie dem Iran sind sie unterlegen.
Fazit und Folgen
Finanzmärkte
Solange dieser Krieg anhält, ist es durchaus möglich, dass sich die Energiepreise auf der ganzen Welt vervielfachen werden. Die Hoffnung, dass dieser Krieg Tage oder ein paar Wochen dauern würde, war von Anfang an naiv. Die Finanzmärkte waren seit Kriegsbeginn zwar nervös, aber man hoffte einfach, dass der Krieg zu Börsenbeginn am Montag vorbei sein oder nicht stattfinden würde. Die Entschlossenheit des Irans wird jedoch auf den Energiemärkten grosse Spuren hinterlassen. Seit über einem Jahr warne ich davor, dass das grösste geopolitische Risiko ein Zusammenbrechen der Finanzmärkte darstellt. Dieses Risiko wurde durch diesen Konflikt akzentuiert und die Panik im private-credit Markt ist nicht mehr zu überdecken. Das Wall Street Journal berichtet, die Anleger seien immer nervöser angesichts der zunehmenden Probleme auf dem 3-Billionen-Dollar-Markt für Privatkredite, diese Blase beträgt 3’000 Milliarden und Giganten wie BlackRock und Blackstone blockieren Investoren bereits durch sogenannte “gates” am Verkauf ihrer Anteile. Die Deutsche Bank allein hat über 30 Milliarden in diesen Märkten investiert. Wir werden bald herausfinden, ob ein explodierender Ölpreis der Schwarze Schwan sein wird.
Ziel des Irans
Das Ziel des Irans ist es, die Gefahren für seine Existenz zu eliminieren. Israel und die USA, die seit bald 80 Jahren den gesamten Nahen Osten terrorisieren, müssen dazu neutralisiert werden. Was bedeutet das? Das zionistische Israel, das offen propagiert, mit Grossisrael praktisch den gesamten Nahen Osten annektieren zu wollen, ist mit einem friedlichen Nahen Osten unvereinbar. Israel versucht zwar mit False-Flag-Attacken Golfstaaten gegen den Iran aufzubringen, aber diese werden sich nicht auf die Seite Israels schlagen. Viele dieser Staaten sollen ein Teil Grossisraels werden und somit schliesse ich einen Kriegseintritt von Saudi-Arabien, Jordanien, Irak, Syrien und der Türkei an der Seite von Israel aus, auch wegen der Tatsache, dass diese durch den Krieg bereits geschwächt sind, die Kraft des Irans spüren und Opportunisten sind.
Der Nahe Osten ohne Israel und die USA
Der Westen muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass Israel in der heutigen Form als zionistisches Projekt keine Zukunft hat. Mein Mitgefühl für Israel hält sich in Grenzen – die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung unterstützte den Genozid in Gaza und unterstützt auch den irrsinnigen Krieg gegen den Iran, massgeblich unterstützt von fast allen westlichen Medien; siehe meinen Artikel vom letzten Juli «Völkermord als «Selbstverteidigung» - Westliche Medien als Mittäter beim Genozid in Gaza».
Es ist jetzt schon evident, dass die Amerikaner ihre Basen im Nahen Osten nicht werden halten können. Der Iran greift diese bereits jetzt praktisch ungehindert an. Ich gehe davon aus, dass die USA alle Basen im Nahen Osten werden räumen müssen. Die «Gastländer» werden dies über kurz oder lang von den USA verlangen, denn diese Basen werden zur Hypothek der Golfstaaten und bieten ihnen keinerlei Sicherheit.
Menschen, die sich damit begnügen, westliche Medien – besser: Propaganda – zu konsumieren, werden über die vorliegenden Schlüsse überrascht sein und diesen keinen Glauben schenken. So schlecht wie in den letzten Jahren waren die Menschen im kollektiven Westen noch nie informiert und sie werden einen hohen Preis zahlen. Früher oder später werden sie realisieren, dass ihre Politiker Verräter sind, welche keinesfalls die Interessen ihrer eigenen Völker vertreten, dafür jedoch die Interessen von Verbrechern, wofür sie ihre Seelen verkaufen. Meine Verachtung für praktisch alle Medien im Westen ist beinahe grenzenlos. Anstatt den Machthabern in ihren Ländern durch kritischen Journalismus Einhalt zu gebieten, agieren sie als Mittäter.
«Das Imperium verliert die Kontrolle - Konsequenzen»