Krieg ohne Frieden – die US-Strategie hat nicht viel mit Trump zu tun
Krieg ohne Frieden ist die Strategie der Vereinigten Staaten, um ihre Hegemonie aufrechtzuerhalten.

Krieg ohne Frieden – die US-Strategie hat nicht viel mit Trump zu tun

Trump ist nicht Herr seiner Politik – er ist lediglich der Frontmann zur Umsetzung einer Strategie mit unappetitlichen Mitteln; eine Strategie zur Hegemonieerhaltung, die schlussendlich auf China und Russland abzielen muss – und wohl scheitern wird, denn die Fehleinschätzungen der USA sind gewaltig.
So. 03 Mai 2026 19

Einleitung

Als ich im November 2022 den Artikel «Krieg ohne Frieden» verfasste, drehten sich meine Gedanken um den Ukraine-Krieg. Ich beschrieb den Jahrhundertroman «Krieg und Frieden» von Leo Tolstoi in einem Satz: Ein Epos in dem viele Geschichten erzählt werden, um die sich eine Liebesgeschichte rankt wie Rosen um einen Pavillon – am Ende finden sich Natasha und Pierre. Eine Geschichte also, die trotz des grossen Gemetzels der napoleonischen Kriege einen romantischen Ausgang findet – ein Happy End nach russischer Manier.

«Eine Geschichte ist erst dann zu Ende erzählt, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.»

Dagegen stellte ich den Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, der einmal sagte, dass eine Geschichte erst dann zu Ende erzählt sei, wenn sie die schlimmstmögliche Wendung genommen habe. Im November 2022 hegte ich noch Hoffnungen, dass der Konflikt in der Ukraine mit einem Happyend enden würde. Heute muss ich eingestehen, dass Dürrenmatt – weit weniger romantisch als Tolstoi – wohl Recht bekommen wird.  Der Krieg in der Ukraine tobt nicht nur weiter, Gewalt und Genozid ziehen sich inzwischen über den gesamten Nahen Osten. Dabei haben sich die USA und Israelis einerseits bezüglich der militärischen Stärke des Irans verrechnet in ihrer nicht nachvollziehbaren Fehlannahme, dass man einen Krieg mit Bomben ohne Landkrieg gewinnen könne. Und das obwohl gerade die amerikanische Geschichte zeigt, dass dies noch nie funktioniert hat. Mit der Kontrolle der Straße von Hormuz haben die Iraner dazu einen wirtschaftlichen Hebel in der Hand, der dem Westen sämtliche vermeintliche Trümpfe aus der Hand riss und geeignet ist, China und Russland zu stärken statt zu schwächen, wie es das amerikanische Drehbuch eigentlich vorgesehen hatte.

Amerikanische Präsidenten als Statisten – Trump ist keine Ausnahme

Wann immer seit dem 2. Weltkrieg ein neuer Präsident gekürt wurde, versprach dieser seinen Wählern mehr Wohlstand, ein besseres Leben, weniger Kriege und mehr Demokratie. Diese Versprechen wurden regelmässig nicht eingelöst und es scheint, dass Noam Chomsky Recht hat: Kein Präsident seit dem 2. Weltkrieg vermochte die aussenpolitische Strategie der USA wirklich zu beeinflussen. Die reichen und mächtigen Strippenzieher, die nicht gewählt sind, jedoch die wichtigen staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen mit ihren «Gesandten» bestücken und als deep state bezeichnet werden, haben das Sagen.

JFK war eine Ausnahme unter den Präsidenten, er wollte seine Ziele durchsetzen – gegen alle Widerstände. Nach der Schweinebuchtkatastrophe feuerte er Alan Dulles, beabsichtigte die CIA zu zerlegen, stemmte sich gegen eine Eskalation in Vietnam, ordnete an, dass der American Zionist Council (AZC) - der Vorgänger des AIPAC - als ausländischer Agent registriert werde, und versuchte, die israelische Atombombe zu verhindern. Kurz: Er befolgte die Instruktionen des deep state nicht und wurde entfernt. Viele wissen oder vermuten zumindest, dass dies so ablief, aber noch heute werden Akten unter Verschluss gehalten, welche die Wahrheit zeigen könnten. Wohl nicht zum Schutz einzelner – die sind wohl alle schon tot. Vielmehr würde eine komplette Offenlegung der Fakten zeigen, dass das System tatsächlich wie beschrieben funktioniert. Eine auf Dokumenten basierende Bestätigung des gerade Beschriebenen würde das Image und die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Regierung, ja des amerikanischen «demokratischen Systems» insgesamt wohl nachhaltig bis irreparabel beschädigen. Über die daraus folgenden Konsequenzen kann man nur spekulieren.

Auch Trump sitzt im gleichen Boot wie seine Amtsvorgänger. Das Format eines JFK hat er nicht und wird somit nicht einmal fähig sein, positive Akzente zu setzen. Er wird seine Gönner nicht enttäuschen. Wo er sich tatsächlich unterscheidet von seinen Vorgängern ist seine Kommunikation. Nie kommunizierte ein Präsident so. Er sieht sich nicht als Diener des Volkes, sondern möchte als der Grösste in die Geschichte eingehen, was ihm jedoch kaum gelingen wird. In jedem seiner Auftritte oder seinen Tweets auf True Social legt er nicht nur seine Inkompetenz offen, sondern macht Aussagen, welche in keiner Weise einer auch noch so oberflächlichen Prüfung standhalten. Seine Beliebtheit steht im krassen Gegensatz zu seiner Selbstverliebtheit – gegenwärtig verfügt er über eine Zustimmungsrate von lediglich 38%. Dazu kommt, dass die Epstein-Enthüllungen bzw. das Handling ihrer Offenlegung Fragen aufwerfen, die gerade seine Glaubwürdigkeit weiter untergraben. (siehe auch unser Beitrag: «Epstein - "Concierge des Bösen" – gefährliche Fragen»). Trump unterscheidet sich somit von seinen Vorgängern darin, dass er (noch) unzuverlässiger agiert und eine so wohl nie erlebte staatsgefährdende Primitivität und Unterkomplexität in seinem Denken offenbart.  

Der Untergang des amerikanischen Traums

Im Ergebnis einer jeden Präsidentenwahl  wird dem amerikanischen Volk ein neuer Sieger präsentiert, der vorgibt, eine Politik zu verfolgen, die der Mehrheit der Bevölkerung gefallen wird. Der normale Amerikaner hat einfache Wünsche, keine speziell amerikanischen Wünsche, sondern Wünsche, die wohl die meisten Menschen weltweit haben: Ein gutes Leben für sich und die Familie, um den amerikanischen Traum leben zu können. Der Amerikaner wird jedoch seit 75 Jahren über den Tisch gezogen und eine einzige Grafik genügt dafür als Beleg. 1950 konnten sich über 50% der verheirateten Amerikaner ein Eigenheim leisten, sich den amerikanischen Traum erfüllen und eine Familie grossziehen, wobei 1950 65% aller Mütter zuhause bei ihren Kindern sein konnten. Heute sind es noch 15%. Trotz des Umstandes, dass die meisten Familien heute Doppelverdiener sind, können sich nur noch 12% der Familien mit 30 Jahren ein Haus leisten. Mehr muss man zum Untergang des amerikanischen Traums gar nicht ausführen.

Quelle: Hedgeye

Auf der anderen Seite sehen wir eine Vermögenskonzentration bei den reichsten 1% der Bevölkerung, welche heute 31.7% des Vermögens halten, die unteren 50% halten ca. 2,5%.

Seit dem 2. Weltkrieg scheinen sich die amerikanischen Präsidenten somit nicht um das Wohl des Durchschnittsbürgers gekümmert zu haben. Warum das Volk diesen Leuten bis heute glaubt und vertraut, ist rational nicht zu erklären.  

Als Zwischenergebnis kann man somit festhalten, dass der Einfluss des Präsidenten der USA gewollt vernachlässigbar ist und die tatsächlichen Interessen der amerikanischen Bevölkerung von jeder beliebigen Administration mit Füssen getreten werden – seit 75 Jahren.

Lug, Betrug, Diebstahl und Krieg als Mittel zur Aufrechterhaltung der Hegemonie

Die Langzeitstrategie des amerikanischen Hegemonieerhalts wäre gar nicht umsetzbar, falls jeder neue Präsident seine eigenen Vorstellungen umsetzen könnte, die möglicherweise sogar ein anständiges Verhalten gegenüber der eigenen Bevölkerung und Dritten beinhalten würde.

Die Aufrechterhaltung der Hegemonie setzt innenpolitisch notwendigerweise die komplette Nichtbeachtung der Interessen der eigenen Bevölkerung und aussenpolitisch Kriege, Kriegsverbrechen, Genozid und Verrat voraus, da die amerikanische Hegemonie mit Fairplay nach innen und aussen nicht umsetzbar ist. Die amerikanische industrielle, finanzielle und sonstige wirtschaftliche Substanz wird seit 1945 durch Kriege, Korruption und insbesondere durch eine irreversible Deindustrialisierung zersetzt. Mike Pompeo, vormaliger CIA-Direktor bestätigte ein solches Verhalten als er am 15. April 2019 stolz verkündete:

«We lied, we cheated, we stole»

«Wir haben gelogen, wir haben betrogen, wir haben gestohlen»). 
Mike Pompeo, 15. April 2019
Mike Pompeo: «Wir haben gelogen, wir haben betrogen, wir haben gestohlen»

Die Vereinigten Staaten setzen Gewalt nicht etwa als ultima ratio ein, sondern oft als Allheilmittel – spätestens, wenn die Gegenseite nicht umgehend auf vollkommen unverhältnismäßige Ultimaten des Hegemonen eingeht. Die Zahlen sprechen für sich: Der Congressional Research Service hat Hunderte von Fällen dokumentiert, in denen US-Streitkräfte seit 1798 im Ausland eingesetzt wurden, wobei ein großer Teil davon nach 1945 stattfand, allein 251 militärische Interventionen zwischen 1991-2022. Andere Quellen sprechen davon, dass die USA seit dem Zweiten Weltkrieg 201 von 248 bewaffneten Konflikten initiiert hätten. Eine detaillierte und sicher unvollständige Darstellung findet sich auf Wikipedia.

Den meisten Amerikanern bleiben diese Zahlen verborgen; man spricht lieber von Polizei- oder Ordnungseinsätzen, die allein zum Schutze der Sicherheit der Amerikaner angestrengt würden. Offiziell als Kriege gelten in der breiten amerikanischen Öffentlichkeit der Koreakrieg, der Vietnamkrieg, der Golfkrieg der Krieg in Afghanistan und der Irakkrieg von 2003.

Diese gigantischen Zahlen von Kriegen kosten horrend viel Geld. So viel Geld, dass Trump sich zur Aussage hinreissen liess, die Vereinigten Staaten könnten es sich nicht leisten, staatliche Gesundheits- und Sozialprogramme wie Medicare, Medicaid und Kinderbetreuung vollständig zu finanzieren, weil die Kosten für die laufenden Militäreinsätze zu hoch seien, wobei er insbesondere „Kriege“ und die Notwendigkeit des „militärischen Schutzes“ anführte.

Korruption auf schwindelerregendem Niveau

Das brutale und unehrliche Verhalten der USA gegenüber allen – inklusive der eigenen Bevölkerung – erfordert sehr spezielles Personal, das sich offensichtlich problemlos finden lässt. Diese Personen agieren denn auch nach dem Motto, «lügen, betrügen und stehlen». Somit sollte niemand darüber überrascht sein, dass die USA einer der korruptesten Staaten der Welt sind; wobei sich die USA selbstverständlich nicht zu schade sind, bezüglich Korruption den Finger auf viele andere Staaten zeigen und Antikorruptionsgesetze verabschieden, um von der eigenen Korruption abzulenken.

Die Korruption ist am offensichtlichsten bei der Waffenproduktion zu sehen. Gleichwertige Waffensysteme kosten bis zu zehnmal mehr, wenn sie aus den USA kommen; so etwa der Kampfhelikopter Apache, der zehnmal mehr kostet als sein russisches Pendant Kamow KA-52 und von Experten als gleichwertig angesehen wird. Das Ergebnis ist fatal: Die USA mit den höchsten Militärausgaben weltweit – für 2027 sind gemäss dem US-Kriegsministerium Ausgaben von 1'500 Milliarden geplant – sind bei ihren Bemühungen gegen den Iran mit einem Budget von gut US-Dollar 9 Milliarden bisher gescheitert.

«In Russland ist Korruption ein Problem, in den USA ein Geschäftsmodell»

Die Korruption hat während des laufenden Irankriegs neue Blüten getrieben, indem sich Leute aus dem innersten Kreis der Trump-Administration durch Insidertrading die Taschen füllen. Hier verweise ich auf einen detaillierten Tweet von Peter Girnus (englisch), der diese Verbrechen nicht nur nachweist, sondern auch feststellt, dass die Behörden nichts dagegen unternehmen, was ein klarer Hinweis dafür ist, dass die Korruption institutionalisiert ist.

Korruption gibt es überall – auch in der so sauberen Schweiz. Gibt man Menschen die Möglichkeit zu stehlen, so findet sich ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung, der dem Ruf des illegalen Geldes folgt, wobei dies häufiger geschieht, wenn die Gefahr erwischt zu werden, relativ klein ist. In Russland etwa ist die Korruption ein Problem, in den USA ist sie ein Geschäftsmodell. In Russland wird Korruption konsequent bekämpft und von den Behörden auch öffentlich gemacht. Ich kenne Russland seit 30 Jahren und kann bestätigen, dass die Korruption extrem stark zurückgegangen ist, aber eben noch nicht beseitigt wurde.

Die russischen Behörden schrecken nicht davor zurück, auch Mächtige zu verfolgen und hinter Gitter zu bringen. So ist etwa der folgende Fall erwähnenswert. Mit dem Amtsantritt des Verteidigungsministers Belousow wurde innerhalb kurzer Zeit allen Stellvertretern des bisherigen Verteidigungsministers Korruption in erheblichem Umfang nachgewiesen. Das „leuchtendste“ Beispiel ist dabei Timur Iwanow. Er wurde bereits in einem Fall zu 13 Jahren Haft verurteilt. Gegenstand war der Kauf der strategisch wichtigen Kertsch-Fähren für die Verbindung mit der Krim sowie die Veruntreuung von Geldern der Bank „Interkommerz“. Daneben kamen zur Anklage die Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von 1,4 Milliarden Rubel, und die Zuteilung eines nichtrückzahlbaren Kredits für den Bau einer Sauna. Im April 2026 begann ein weiterer derartiger Prozess gegen ihn.

Ich kenne in den USA keinen Fall, wo ein hoher Beamte oder Militär wegen Korruption zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, wie dies in Russland geschieht. Dieser Umstand allein fördert Korruption, denn man muss in den USA nicht befürchten, belangt zu werden.

Die institutionalisierte Korruption in den USA ist nicht nur frustrierend für all jene, welche sich an die Regeln und Gesetze halten, sondern beschleunigt letztendlich den Untergang der USA, da diese Verbrechen in den betroffenen Sektoren – etwa Rüstung - die Preise vervielfachen. Hinzu kommt, dass aufgrund von Korruption in der Rüstungsindustrie nicht die besten Waffen produziert werden, sondern diejenigen, die von Produzenten hergestellt werden, die die Entscheidungsträger am effizientesten schmieren. Dies führt dazu, dass es viele amerikanische Waffensysteme gibt, die zwar astronomisch teuer, aber ausländischen Waffensystemen unterlegen sind. In Fachkreisen wird etwa die F-35 genannt.

Unappetitliche Allianzen

Um ihre Ziele zu erreichen verbündeten sich die USA schon immer mit zwielichtigen Machthabern. Das ist auch notwendig, da Führer, welche das Wohl des eigenen Landes im Blick haben, für die Ziele der USA in den betreffenden Ländern nicht in Frage kommen und von den USA durch Putsche und Stürze durch geeigneteres Personal ersetzt werden. Anstatt vieler erwähne ich im Zusammenhang mit dem Irankrieg den Schah von Persien, für den der demokratisch gewählte Präsident Mossadegh durch die CIA/MI6 Operation «Ajax» geopfert wurde. Die Amerikaner liessen dem Schah für den Ausverkauf der iranischen Ressourcen  Milliarden zukommen und unterstützten seinen Machterhalt durch den gezielten Aufbau der in ihrer Brutalität auf Gestapo-Niveau agierenden Geheimpolizei SAVAK. Unterstützung kam dabei vom Mossad und von ehemaligen Gestapo-Leuten – eine Allianz, die das heutige israelische Vorgehen in Gaza und Libanon und die deutsche Hilfe dabei in einem beschämenden Licht erscheinen lässt. Die meisten Iraner lebten jedoch weiter in Armut. Sie wehrten sich 1979, als der Schah gestürzt wurde, nicht nur wegen der Armut, sondern auch wegen der Verwestlichung des Landes, welche viele gläubige Iraner vor den Kopf stiess. Seither ist der Iran einer der Todfeinde der USA.

Die Amerikaner sind auch als Verbündete komplett unzuverlässig und hinterhältig. Saddam Hussein zum Beispiel, welcher von den USA gehegt und gepflegt, mit Krediten und Waffen versorgt wurde, um 1980 gegen den Iran in den Krieg zu ziehen, wurde aus dem Verkehr gezogen, als er den USA keinen Nutzen mehr brachte.

Die unappetitlichste Allianz jedoch, die von den USA eingegangen wurde, ist jene mit Israel. Seit der Ausrufung des Staates Israel im Jahr 1948, entgegen der UNO-Resolution 181 von 1947, welche eine Zweistaatenlösung vorsah, unterstützen die USA Israel trotz illegaler Kriege, Vertreibungen, Morden und Genoziden. Das  Morden der Palästinenser fand für die breite Weltöffentlichkeit auch im Zeitraum 1948 bis 2023 nicht «hinter den Kulissen» statt. Doch ist der Genozid seit spätestens Oktober 2023 nun für jeden unübersehbar, und das unter tatkräftigster Mittäterschaft der USA. In den westlichen Medien findet dieser Genozid, der dem Treiben der Nazis in keiner Weise nachsteht, nicht statt; ein Zeichen dafür, dass die Zionisten die westliche Presse – inklusive der Schweizer Presse – vollständig durch Bezahlung oder Erpressung kontrollieren.     

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies für die USA und die gesamte Presse im Westen mittel- und langfristig keine verheerenden Konsequenzen haben wird. Unser Blog jedenfalls hat bereits Informationen darüber erhalten, dass ein Schweizer Wochenmagazin direkte Instruktionen von Israelischen Staatsstellen erhält und den Genozid sowie das Projekt Grossisrael brav propagiert – meine Verachtung ist grenzenlos und wir werden bald im Detail darüber berichten.

Trotz allem – das reicht nicht

Trotz allen Anstrengungen der USA, der kompletten Vernachlässigung der Interessen der eigenen Bevölkerung, dem Bündnis mit genozidalen Psychopathen in Israel, dem Morden von Millionen von Zivilisten auf der ganzen Welt, dem Dauerkrieg, stehen die Zeichen für das Aufrechterhalten des Hegemonenstatus nicht gut.

Die USA scheinen einen grossen strategischen Fehler begangen zu haben. Den Krieg gegen den Iran haben die Amerikaner bereits verloren, denn sie USA sind ausserstande, den Iran aus der Luft nachhaltig zu schwächen, geschweige denn in die Knie zu zwingen. Arroganz, Hybris und Naivität sowie das Folgen der israelischen Beteuerungen, der Iran sei problemlos zu besiegen, führten dazu, die warnenden Stimmen im Pentagon zu ignorieren, die die Kräfte des Irans realistischer einschätzten. Professor Mersheimer äusserte sich dazu bei Judge Napolitano detailliert: Nach ihm warnte der Chairman of the Joint Chief of Staff, General Dan Caine, Trump vor diesem Abenteuer; dieser folgte jedoch Netanjahu und Pete Hegseth, die beide über keine brauchbare militärische Ausbildung verfügen. Mersheimer weiter: noch nie sei ein Krieg aus der Luft gewonnen worden – auch diesmal nicht.  

Die US-Blockade ist weder nachhaltig noch effektiv, kann sie auch nicht sein angesichts des riesigen zu überwachenden Territoriums und der sich darin praktisch verlierenden US-Schiffe. Dutzende von iranischen Schiffen gelang es trotz der Blockade durchzukommen – so Larry Johnson. Dazu kommt, dass die USA mit dieser Aktion ihren Verbündeten schaden. Andererseits scheint die langfristige Kontrolle dieser Meerenge durch den Iran relativ einfach durchsetzbar, militärisch und nicht zuletzt auch rechtlich. Ein ironisches Ergebnis dieses Krieges, wenn man bedenkt, dass Hormuz bis zum amerikanisch-iranischen Überfall für alle frei und kostenlos nutzbar war.

Die gegenwärtige faktische Waffenruhe beschränkt sich auf den Iran und die USA. Sie wird jedoch bereits durch die US-Seeblockade verletzt, da eine Blockade als Kriegsakt gilt. Israel – niemand ist überrascht – hält sich weder im Westjordanland, in Gaza noch im Libanon an die Waffenruhe. Das müssen sie nach eigener Einschätzung auch nicht. Bereits im August 2025 verkündete Smotrich:

"International law does not apply to the Jews... and that is the difference between the chosen people and the others."

„Das Völkerrecht gilt nicht für die Juden … und genau darin liegt der Unterschied zwischen dem auserwählten Volk und den anderen.“
Bezalel Smotrich, Israelischer Verteidigungsminister
Muss sich die Welt an Typen wie Smotrich gewöhnen?

Somit gibt es gar keinen Waffenstillstand. Es herrscht Krieg, lediglich die iranischen und amerikanischen Waffen schweigen derzeit. 

Fazit

Die USA, welche das Zepter des Hegemonen ab 1945 fest in Händen hielten, sehen sich ausserstande, ihre durch kein Mandat gerechtfertigte Interpretation ihres Hegemonendaseins in Frieden durch fairen Wettbewerb mit dem Rest der Welt aufrechtzuerhalten. Der derzeitige Herold des Hegemonen, der mit Friedensversprechen an die Macht kam, setzt Mittel ein, welche man bis vor Kurzem als inakzeptabel und nieder betrachtet hätte und immer noch sollte. Der deep state scheint somit den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt auf den Thron in Washington gehievt zu haben. Ein Mann, dessen Gemüt durch seinen pathologischen Narzissmus dermassen beherrscht wird, dass er zu einer Selbstreflexion gar nicht imstande ist. Begann es mit der Erpressung von Konkurrenten (China) und Verbündeten (Europa) durch Zölle, welche die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der USA ausgleichen sollten, wollte er danach Europa ein ganzes Land (Grönland) abpressen. Danach entführte er Präsident Maduro in Venezuela, um an die grössten erkundeten Ölreserven der Welt zu gelangen, um sich schliesslich mit den Psychopathen von Tel Aviv im Angriff auf eine Zivilisation zusammenzutun, welche länger kein anderes Land angegriffen hat, als die USA als Staat existieren.

Wäre er damit erfolgreich, so würden zukünftige Geschichtsbücher, die bekanntlicherweise von den Siegern geschrieben werden, möglicherweise milde mit einem solchen Agieren umgehen, das sich in keiner Weise vom Tun der Nazis unterscheidet. Wie immer in der Weltgeschichte schauen nicht direkt involvierte Parteien dem grausamen Treiben zu und werden sich dann, wenn der Gewinner absehbar ist, auf dessen Seite stellen. Das sieht man bereits bei den Golfstaaten, deren Erfolgsrezept seit jeher Opportunismus war. Der rückgratlose deutsche Bundeskanzler Merz, welcher dem Krieg gegen den Iran anfangs applaudierte, spricht bereits von strategischen amerikanischen Fehlern und der Notwendigkeit mit den Russen auch dann Frieden zu schliessen, falls die Ukraine Gebiete abgeben müsse. Er spürt, dass der Wind sich dreht und damit dreht sich auch das Fähnlein des windigen Kanzlers.

China, zusammen mit seinem Verbündeten Russland das Endziel der USA, zeigt in seiner zurückhaltenden Art, dass es den Iran nicht im Stich lassen wird. Aufgrund der mir zugänglichen Informationen kann ich nicht mit Sicherheit bestätigen, dass die chinesische und russische Unterstützung Waffenlieferungen und militärische Satelliteninformationen einschliessen, aber es macht den Anschein, dass das so ist. Da ich sowohl die Russen als auch die Chinesen als loyale Verbündete des Irans betrachte und Persien für beide essentiell wichtig ist, gehe ich davon aus, dass diese beiden Riesenreiche den Iran konsequent unterstützen werden, was letztendlich einen bewaffneten Direktkonflikt zwischen China und Russland einerseits und den USA andererseits nicht ausschliesst. Es scheint, dass China und Russland der Meinung sind, dass der Iran in diesem Konflikt eigenständig obsiegen kann, um einen direkten Konflikt mit den USA zu verhindern. Die USA scheinen durch das Ersuchen der Waffenruhe Zeit zu schinden, um weitere Militärgüter in den Nahen Osten zu bringen, was nach den Daten von Flightradar rund um die Uhr tatsächlich geschieht.

"Krieg ohne Frieden scheint tatsächlich Programm zu sein."

Wir blicken somit auf einen selbstsicheren Iran, der keine Veranlassung sieht, bei Verhandlungen von seinen Forderungen seines anfänglich von Trump mit Wohlwollen betrachteten 10-Punkte-Plans abzuweichen, ein Amerika, das sich möglicherweise dazu gezwungen sieht, der Welt zu beweisen, dass sie die stärksten sind und ein China und Russland, die beide den Anschein machen, Iran unter keinen Umständen im Stich zu lassen. Wahrlich ein gordischer Knoten, der wohl eher explodieren wird als mit diplomatisch behenden Fingern entwirrt zu werden. Krieg ohne Frieden scheint tatsächlich Programm zu sein.

19 Kommentare zu
«Krieg ohne Frieden – die US-Strategie hat nicht viel mit Trump zu tun»

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